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Offizielle Presse-Erklärungen:

 

"Rede des Vorsitzenden des B/J/D im ..."
Autor: Bundes-Sekretariat
Datum: 27.1.2008 18:51

 

Bei der bereits traditionellen Rede in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz am 27. Januar anlässlich des Gedenktages für die Opfer der NAZI - Diktaturen, würdigte der Vorsitzende des Bundesrats der Jenischen Deutschlands im J/B/i/D e.V., Timo A. Wagner, die Fortschritte die im letzten Jahr Seitens der Bundesregierung im Umgang mit der Jenischen Opfergruppe gemacht wurden. „Wir gedenken heute erstmals unseren vielen Opfern auch im Bewusstsein das auch der deutsche Nachfolgestaat unseren Lieben angemessen gedacht hat“ sagte Wagner und wies darauf hin dass der Bundesrat der BRD bei seiner Gedenkfeier am 20.12.07 nicht nur den Opfern unter den Sinti, Roma gedacht hatte sondern erstmals auch die vielen Opfer der eigenständigen Opfergruppe der Jenischen mit einbezogen hatte. „Dies ist ein ungeheurer Schritt in Richtung einer längst überfälligen gleichberechtigten Umgangsweise Seitens der deutschen Obrigkeit mit den Opfergruppen und beendet hoffentlich diese verwerfliche Hierarchisierung der Opfer dieser Schreckenszeit welche seit Jahrzehnten betrieben wurde“.

Zwischen 1939-1945 wurden in Europa Millionen Menschen ermordet, vor 63 Jahren, am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von den Truppen der Roten Armee befreit. Vor 65 Jahren läutete die Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad das Ende des NS-Regimes ein und weckte bei den Alliierten wieder Hoffnung. Hundertausende von Jenischen fanden bis dahin den Tod. „Es ist ein Politikum das seinesgleichen wohl vergeblich suchen dürfte das kein einziges der Jenischen Opfer jemals auch nur einen Cent Entschädigung erhalten hat und was noch schlimmer ist, kein einziges wurde jemals Rehabilitiert!“ sagte Wagner vor zahlreichen Gästen aus der Kommunal-Politik, Gesellschaft und Hinterbliebenen. Bereits im Jahre 1931 hatte eine Stelle der SS in München mit der Erfassung der Juden und Zigeuner", der beiden sogenannten außereuropäischen Fremdrassen", begonnen. Obwohl es bekannt war das der JENISCHE Ursprung europäisch war wurden sie fälschlicherweise als Zigeuner-Mischlinge und Asoziales Leben deklariert und vom Beginn der NS-Herrschaft an, ebenso wie die Juden aus rassistischen Gründen verfolgt und ausgegrenzt. Gleich 1933 verlangte das Rasse und Siedlungsamt" der SS in Berlin, daß „Zigeunermischlinge" (Jenische) in der Regel unfruchtbar gemacht werden während „reinrassige“ Lallerie und Sinti-Zigeuner noch von den Verfolgungen ausgenommen waren. „Es ist also klar das neben den Juden nur noch die Jenische Opfergruppe bereits von Beginn an der NS-Diktatur verfolgt war, es ist eine Schande wenn das selbst heute noch geleugnet werde!“ sagte Wagner im Bezug auf die vielen unwürdigen Versuche des Zentralrats der Sinti & Roma die Berücksichtigung der Jenischen auf dem geplanten Holocaust-Mahnmal in Berlin zu verhindern! „Es ist gut und recht das diese Versuche erfolglos blieben und die politischen Entscheidungsträger Ihrer Historischen Verantwortung gegenüber allen Opfern nationalsozialistischer Gräuel gerecht werden wollen – Man kann und darf kein Leid einer Opfergruppe über das einer anderen stellen, zumal alle Opfer die als so genannte „Zigeuner“ verfolgt wurden das gleiche Schicksal erlitten“!

Es ist jetzt änder Zeit das sich die Opfergruppen wieder die Hände reichen und nun versuchen sich gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft zu stellen denn wenn bereist amtierende Ministerpräsidenten in Ihrem Wahlkampf wieder alles schuld für Ihr politisches Versagen auf die Minderheiten abwälzen wollen dann ist es umso mehr erforderlich das gerade die Vertreter dieser Minderheiten zusammenstehen und diese Politiker fragen was sei denn in den letzten 9 Jahren Ihrer Regierungszeit getan haben!? Der Wahlkampf den Herr Koch in Hessen führte grenzte in der Tat an die von den Regierungsparteien als Volksverhetzung deklarierten Wahlkämpfe der „rechten“ Parteien und war eines amtierenden Ministerpräsidenten alles andere als würdig. Es ist daher nur richtig wenn die Wähler in Hessen Ihm dafür die Quittung präsentieren. „Nicht die Minderheiten tragen die Schuld an den Erscheinungen der Gesellschaft sondern die Fehlpolitik welche der Jugend und der Gesellschaft an sich jegliche Perspektiven für die Zukunft nimmt und eine breite Mehrheit der Betroffenen von großen Teilen der Bildungswege ausschließt!“ Hier muss eine Verantwortungsvolle Politik ansetzen und wieder für Chancengleichheit und Zukunftsperspektiven sorgen, das erreicht man aber nicht in dem man die sowieso schon vorhandene Spaltung der Gesellschaft durch solch verwerfliche Wahlkämpfe weiter vertieft aber gleichzeitig durch den Stellenabbau in Sozialen und Exekutiven Bereichen für die heute zu Tage tretenden Resultate dieser verfehlten Politik sorgt. Nur ein entschlossener Kampf gegen Extremisten jeder Art und die Förderung der Integration und Chancengleichheit in Bildung und Beruf könnten dem entgegenwirken. Alle andere ist purer Populismus und eine Verhöhnung unseres Rechtstaats dem unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung bereits mehr als genug Schaden zugefügt wurde. „Es muss einen eigenen Straftatbestand für rassistisch motivierte Gewalt geben und diese müsste auch mit der entsprechenden Härte geahndet werden!“ forderte Wagner. Genauso muss endlich die Aufarbeitung von den unsäglichen Verbrechen an der Jenischen Volksgruppe vorangetrieben werden, der in dieser Hinsicht noch immer betriebenen Hierarchisierung der Opfergruppen muss endlich ein Ende gesetzt werden denn der deutsch Nachfolgestaat trägt die historische Verantwortung gegenüber allen Opfern nationalsozialistischer Gräueltaten, es kann und darf in der Aufarbeitung dieser Verbrechen keine Unterschiede oder gar Prioritäten für und wider den Opfergruppen geben welche Vorrangig zu behandeln seien! Den Opfern dieser Zeit wurde bereits mehr als genug Unrecht angetan und eine erneute Diskriminierung durch diese verwerflichste Art der Selektierung nach mehr als 60 Jahren wäre in der Folge dann auch ganz klar eine erneute Verhöhnung der Opfer und deren Hinterbliebener - dieses mal jedoch nicht von den NS-Schergen sondern von den Opfergruppen deren Angehörige das gleiche Schicksal erlitten haben wie unsere Opfer und durch einen Staat der sich in der ganzen Welt als Vorreiter in Sachen Anerkennung und Einhaltung von Menschen-, Bürger- und Völkerrecht präsentiert! "Es kann und darf keine Opfer der ersten, der zweiten oder gar der dritten Klassen geben!" forderte Wagner zum wiederholten Male...