Sekretariat für Öffentlichkeitsarbeit & Presseservice im Bundessekretariat d. J/B/i/D e.V.:

 


 

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Aus dem "Fränkischen Anzeiger - Rothenburger Nachrichten" vom 20. September 2007:"

Frankenkurier.pdf

 

Erklärung zum Gedenktag für die Holocaust-Opfer am 27.01.2007:
Off. Gedenktag der Holocaustopfer
Erklärung des Bundesrat’s des J/B/i/D e.V.

Am 27. Januar ist der Gedenktag für die Opfer der NAZI’s, auch wir, die wir uns zum Ziel gesetzt haben das Andenken und die Würde unserer JENISCHEN Holocaustopfer zu verteidigen, gedenken heute unserer Lieben die damals ihr Leben verloren. Zwischen 1939-1945 wurden in Europa Millionen Menschen ermordet, vor 62 Jahren, am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von den Truppen der Roten Armee befreit. In den vier Gaskammern von Auschwitz-Birkenau wurden täglich mehr als 6.000 Menschen, darunter auch JENISCHE, ermordet. Aber nicht nur in Ausschwitz wurden Menschen ermordet, viele unser Leute schafften es ja noch nicht einmal den Transport dorthin zu überleben oder wurden bereits Opfer des SS-Terrors, bzw, hat man viele auch wegen angeblich begangener Verbrechen einfach erschossen.

Der Holocaust war eben kein blindes Wüten, kein haßerfüllter Exzeß, kein Pogrom, sondern politisches Programm, er wurde kaltblütig und kontrolliert vollzogen. Die Entwürdigung, Verleumdung, Beraubung und Deportation der Opfer fand in aller Öffentlichkeit statt. Grundlage war die in Universitätsschriften wie Schulbüchern verbreitete Rassenideologie der Nazis, die Aufteilung in Herrenmenschen" und Untermenschen". Das erklärte Ziel wurde Ausmerzen" oder Reinigung des Volkskörpers" genannt und bedeutete am Ende nichts anderes als die Vernichtung aller Juden, Jenischen, Sinti und Roma, und zwar vom gerade geborenen Säugling bis zu den alten Menschen. Keiner sollte entkommen. Insgesamt sollen es weit über 250 000 JENISCHE allein im Deutschsprachigen Raum gewesen sein, die dem NS-Wahnsinn zum Opfer fielen, Opfer die selbst heute noch verleugnet, ignoriert und am liebsten gleich ganz und gar totgeschwiegen werden!

Bereits im Jahre 1931 hatte eine Stelle der SS in München mit der Erfassung der Juden und Zigeuner", der beiden sogenannten außereuropäischen Fremdrassen", begonnen. Obwohl es bekannt war das der JENISCHE Ursprung europäisch war wurden sie fälschlicherweise als Zigeuner-Mischlinge und Asoziales Leben deklariert und vom Beginn der NS-Herrschaft an, ebenso wie die Juden aus rassistischen Gründen verfolgt und ausgegrenzt. Gleich 1933 verlangte das Rasse und Siedlungsamt der SS in Berlin, daß "Zigeuner und Zigeunermischlinge" in der Regel unfruchtbar gemacht werden. Die "Nürnberger Gesetze" des Jahre 1935 stellten Sinti und Roma in der gesetzlichen Verfolgung mit den Juden gleich. Und bereits am 3. Januar 1936 verfügte der Minister des Innern, Frick, in einer vertraulichen Mitteilung an alle Landesregierung, Standesämter, Aufsichtsbehörden und Gesundheitsämter die Anwendung des Blutschutzgesetzes an und bemerkt. Zu den artfremden Rassen gehören alle anderen Rassen, das sind in Europa außer den Juden regelmäßig nur die "Zigeuner". Heute, über 60 Jahre später hat noch kein Jenischer jemals eine Entschuldigung, geschweige denn eine Entschädigung für das erlittene Unrecht erhalten. Im Gegenteil, die Diskriminierung unserer Leute in den ganz alltäglichsten Angelegenheiten ist mittlerweile schon zu einer Art Volksport und Kavaliersdelikt in unserer "Rechtstaatlichen" Gesellschaft geworden, so macht man den "Zigeunerhass" auch im 21. Jahrhundert wieder "Salonfähig" und die deutsche Bundesregierung fungiert ja quasi schon fast als Vorbild für diese Entwicklung!

Ein Großteil der runden 500 000 Zigeuner die in den Lagern der NAZI’s umkamen waren JENISCHE, die man einfach nicht leugnen kann und es auch nicht darf! Der J/B/i/D e.V. appelliert hier an ein Gewissen, das hoffentlich einer Deutschen Bundesregierung gegeben sein muss, zumindest der Deutsche Bundestag sollte hier an seine Pflicht gegenüber den JENISCHEN Holocaustopfer erinnert werden. Der Deutsche Nachfolgestaat trägt die Verantwortung gegenüber allen Opfern der nationalsozialistischen Gräueltaten, es kann und darf keine Opfer der 1., der 2. und der 3. Klasse geben!

Das geplante Mahnmal in Berlin das an die als „Zigeuner“ verfolgten Opfer der NAZI-Diktatoren erinnern und anmahnen soll, kann und darf einen Großteil dieser Opfer, nämlich die JENISCHEN Holocaustopfer NICHT ausschließen! Die von der Deutschen Bundesregierung eingeführte Opfer-Hierarchie ist weder Moralisch noch Rechtlich vertretbar, genauso steht es um die ignorante Minderheiten-Politik im Bezug auf die Anerkennung der JENISCHEN als solche! Wissentlich (!?) wird auf völlig veraltete Erkenntnisse aus der NAZI-Zeit bei der Beurteilung der JENISCHEN Minderheit verwiesen um sich den JENISCHEN Holocaustopfern und dem JENISCHEN Volk in verwerflichster Art und Weise aus der Verantwortung zu entziehen! Im Namen und für die JENISCHEN Holocaustopfer, für deren hinterbliebene und für die JENISCHE Minderheit stellt der J/B/i/D e.V. hier folgende Anträge, die allein schon aufgrund des AAG – Allgemeinen Gleichheitsgrundsatz sowie der internationalen Abkommen zum Völker und Menschenrecht der UNO und vielen weiteren internationalen Verträgen in denen sich auch dir BRD zu deren Einhaltung verpflichtete, auch stattzugeben:

1. Die JENISCHEN Holocaustopfer müssen bei dem geplanten Mahnmal der „als Zigeuner verfolgten“ Opfer der NS-Zeit gleichberechtigt gegenüber den Sinti & Roma berücksichtigt werden, denn es kann und darf keine Opfer der 1., der 2. und der 3. Klasse geben!

2. Die Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte der Jenischen im Dritten Reich und auch danach, mindestens jedoch im gleichen Maß wie die der Jüdischen, bzw. den Opfern unter den Sinti/Roma aufgearbeitet wurde und aufgearbeitet wird!

3. Die Gerechtigkeit für die jenischen Holocaust-Opfer, so wie sie die anderen Holocaustopfer schon lange erfahren durften. Diese sollte auch eine Offizielle Entschuldigung des Deutschen Staates für die begangenen Verbrechen am jenischen Volk, und zwar während und nach dem Dritten Reich.

4. Der Holocaust an den Jenischen als eigenständige Gruppe, die von den Behörden des "Dritten Reichs" als "Zigeuner, Zigeuner-Mischlinge und nach Zigeunerart umherziehende Personen", bzw. „asoziales Leben“ sowie ab 1944 sogar allein schon wegen Ihrer jenischen Herkunft verfolgt wurde, ist gleichberechtigt mit den andern "als Zigeuner" verfolgten Gruppen zu anerkennen.

5. Die Anerkennung der JENISCHEN Minderheit endlich auch in der BRD als die Minderheit die Sie nun mal ist, die JENISCHE Minderheit!

Neuere wissenschaftliche Publikationen belegen die Geschichte der JENISCHEN über tausend Jahre weit zurück! Auch eine deutsche Bundesregierung hat sich nach neuesten Erkenntnissen zu richten und darf nicht zur abschlägigen Entscheidung längst veraltete und grösstenteils auch widerlegte Werke der damaligen Verbrecher und Ihrer Helfer heranziehen nur um sich aus der Verantwortung zu schleichen und sich eine Art Pseudo-Alibi gegenüber Ihren rechtlichen und vor allem auch moralischen Verpflichtungen zu schaffen ....

Im Namen und für den
Bundesrat der JENISCHEN in Deutschland

Timo Adam Wagner

Vors. d. Bundesrats des J/B/i/D e.V.