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"PACKENDE ROMAMUSIK MIT DER GYPSY-BAND ...   -   vorgestellt am 17.11.2006:

Autor: Urs Karpatz Gypsy-Music
Datum: 17.11.2006 18:32

Der mit dem Bär tanzt

Acht ganz in Schwarz gekleidete Männer heizen Publikum in der Kelter ein

Für mächtig Stimmung hat die Gypsy-Band Urs Karpatz in der Alten Kelter in Bietigheim-Bissingen gesorgt. Die Bandbreite der Gefühlslagen reichte dabei von lodernder Leidenschaft über melancholischen Weltschmerz bis hin zu explosiver Lebensfreude.

Es war ein Fest für jeden, der ein offenes Ohr - und Herz - für ein derartiges Wechselbad der Seelenzustände mitgebracht hatte. Und derer waren es viele, wie die gut gefüllte Kelter bewies. Die achtköpfige Band aus Frankreich, die sich aus ihrem Leader Dimitri und sowohl französischen als auch rumänischen Mitgliedern zusammensetzt, hatte musikalisch viel zu bieten. Außer der traditionellen Besetzung der rumänischen Romamusik mit Geige, Akkordeon, Cimbalon und Kontrabass hatte sie noch eine zweite Geige, eine Klarinette und diverses Schlagwerk vorzuweisen.

Mit dieser Ausstattung und mit einem abwechslungsreichen Programm, das von der Zigeunermusik des Balkan mit seinen typischen Dissonanzen und Chromatismen über Tango, Walzer und Jazz-Elemente bis hin zu den weit verbreiteten Gassenhauern reichte, heizten die acht ganz in Schwarz gewandeten Männer dem Publikum ordentlich ein.

Höchst virtuos gab jeder einzelne Musiker in ausgedehnten Soli atemberaubende Kostproben auf seinem Instrument. Dabei entpuppte sich das Cimbalon mit seinem exotischen Klang als absoluter Publikumsliebling. Das im 19. Jahrhundert entwickelte Hackbrett auf vier Beinen ist fester Bestandteil der rumänischen Zigeunerkapellen und wird auch als "Gypsy-Piano" bezeichnet, wie Dimitri erläuterte.

Urs Karpatz, der Karpatenbär - diesen Namen hat sich Dimitri nicht ohne Grund für seine Band zugelegt, die seit 1993 existiert. Schon in jungen Jahren schloss er sich einem Roma-Clan an, mit dem er durch Europa, die Ostblockstaaten und nach Kleinasien reiste. Eines Tages, als Begleiter einer Gruppe Bärenbändiger, rettete er eines ihrer Kinder vor dem Ertrinken. Als Beweis der Dankbarkeit übergab ihm der Clanchef einen dressierten Bären - ein Geschenk, das unmöglich abgelehnt werden konnte. 15 Jahre lang zog Dimitri daraufhin als Bärendompteur durch die Lande, verband seine Vorstellungen immer auch mit Musik.

Im Laufe der Zeit hatten sich ihm dann so viele exzellente Musiker angeschlossen, dass sich ein festes Ensemble daraus ergab. Zugunsten der Musik war dann vorerst Schluss mit den Bärenvorstellungen und seither tourt die Band vor allem durch Frankreich, konzertiert aber auch regelmäßig im Ausland, zum Beispiel in Belgien, Holland, Italien, Kanada, Nordafrika, Deutschland und der Schweiz.

Dass die singenden Mitglieder von Urs Karpatz über ausgesprochene Singstimmen verfügen, kann man nicht eben behaupten. Doch das tut nichts zur Sache. Im Gegenteil: Der Reiz der gesungenen Stücke liegt genau in der "Unkultiviertheit" der Stimmen. So wechselten sie mit deutlichen Brüchen von der Kopf- in die Bruststimme und fielen auch mal ins Falsett.

Mal sanft, mal rau ergaben sich so immer wieder herrlich schräge Töne und Reibungen. Auf lang gezogene vokalreiche melodische Partien folgten akrobatische Zungenbrecher, bei denen das Publikum das Lachen mit größter Anstrengung unterdrückte, um nichts von der Einlage zu verpassen.

Einige Stücke präsentierte Urs Karpatz auf Französisch, die meisten jedoch in Romani, der Sprache der Roma und Sinti. Leider blieben die Texte der Lieder damit unverständlich. Doch war es eigentlich auch nicht unbedingt nötig, Wort für Wort zu verstehen. Denn, um es sinngemäß mit Antoine de St. Exupéry zu sagen: Man hört nur mit dem Herzen gut. Und genau darauf zielt die Musik von Urs Karpatz