Auf den Internet-Seiten des J/B/i/D eV. werden z.T. Symbole & Dokumente von in der BRD verfassungswidriger Thematik und Organisationen gezeigt

Dies ist nach nach §86 und §86a des StGB in der BRD strafbar. Hier bei uns gilt jedoch §86, Abschnitt 3

(3) Absatz 1 gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung und der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder Wissenschaft, der Forschung oder Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder auch der Geschichte und ähnlichen Zwecken dient ...

Wir stellen hiermit ausdrücklich klar, dass wir jede Art von politischem und gesellschaftlichem Rassismus, Extremismus, Nationalismus oder Antisemitismus zutiefst verabscheuen und hier absolut keine Verherrlichung solchen Gedankenguts stattfinden soll! Im Gegenteil! Wir möchten viel mehr auf das Leid und die grauenhaften Folgen solchen Handelns aufmerksam machen und heutige wie auch zukünftige Generationen ermahnen, derartigem Gedankengut nach besten Kräften entgegen zu wirken!

Über den versuchten Genozid am Jenischen Volk durch die Nazis!:

Während der Nazi-Diktatur im nationalsozialistisch besetzten Europa wurden auch unzählige “JENISCHE” wegen Ihrer reisenden, JENISCHEN Herkunft ermordet!

Als “Asoziale”, wegen Ihrem “Zigeunerischen Blutanteil” oder als “Zigeunermischlinge” und “jenische Zigeuner” wurden sie in absolut unmenschliche Konzentrations- und Todeslager der NS-Verbrecher deportiert!

Auch JENISCHE wurden in den Konzentrations- u. Todeslager ermordet

Da man sie fälschlicherweise zu “Zigeuner-Mischlingen” (wie ja teilweise auch heute noch) abgestempelt hat, und das obwohl (!) auch vom Reichsgesundheitsamt der NAZI`s festgestellt wurde, dass es sich bei den JENISCHEN um eine vollkommen “eigenständige” Volksgruppe handelt, wurden unsere Leute oftmals noch schlimmer als Sinti und Roma oder die Juden behandelt, denn “reinrassige” “Nicht-Arier” waren bei diesen immer noch besser angesehen als die vermeintlichen “Mischlinge”, die JENISCHEN

Nachdem man in den berüchtigten rassenbiologischen Versuchsanstalten durch die Nazi-Ärzte wie Dr. Josef Mengele, Dr. Robert Ritter oder die von, Zitat von Eva Justin, von “ihrenZigeunern auch “Lolitschei” genannte Eva Justin bereits im Jahre 1935 die “rassische Minderwertigkeit” der als “Jenische” definierten Gauner, Landfahrer- und Zigeunersippen offiziell “feststellte” war ihr Schicksal als 1.Opfergruppe unter der als so genannter “Zigeuner” verfolgten Gruppen bereits 2 Jahre nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten besiegelt.

Selbst die jenischen Kinder wurden von Beginn an in den versuchten Genozid an unserer Volkgruppe mit in das Grauen einbezogen!

In Psychiatrie- und Erziehungsheimen in welche man die zu schwererziehbar erklärten jenischen Jugendlichen verschleppt hat, dort wurden diese zu pervertierten rassenbiologischen Versuchen der Nazi-Ärzte am lebenden Versuchsobjekt missbraucht und zu zigtausenden zwangshafter Weise sterilisiert und verstümmelt!

Die meisten von ihnen starben noch, sofern sie noch das Märtyrium dort überlebten, dann durch das berüchtigte Euthanasieprogramm der brutalen Naziverbrecher und bekamen von diesen selbst noch biswenige Stunden vor dem offiziellen Ende des Krieges die Todesspritze mit Morphium-Scopolamin verabreicht um die Zeugen Ihres Tuns zu beseitigen.

Nicht nur weil die dort agierenden Nazi-Ärzte die Beweise für ihre Gräuel beseitigen wollten, nein, wie sich später bei den Prozessen in Nürnberg herrausstellte, wollten die lt. eigener Aussage Deutschland die zu erwartende “Zigeunerplage” ersparen, die über es kommen würde, sollten die Zigeuner wieder auf freien Fuss kommen, wenn die Alliierten diese Anstalten und deren Insassen befreit haben!

   
Karte der Konzentrations &Vernichtungslager im Reich der Nazi`s:
   

Mehr über die Konzentrationslager der Nazis und deren unzähligen Opfern finden Sie, wenn Sie die Karte gleich oben anklicken! Mehr über den Nationalsozialismus und dessen Ausmaß erfahren Sie, wenn Sie die Rubrik Der Nationalsozialismus links in der Navigations-Leiste anklicken, gleiches gilt natürlich auch für die Info`s zu den damaligen Tätern unter der Rubik:Mengele, Ritter, Justin und ihre Schergen...

Unzählige Überlebende starben noch Jahre später an den Folgen dieser unvorstellbaren Gräueltaten.

Wir verneigen uns im Stillen Gedenken und in tiefer Trauer um diese Opfer und schwören ihr Andenken stets in Ehren zu halten! Mögen sie nun den Frieden finden, welcher ihnen zu Lebzeiten so grausam verwehrt wurde ...

Selbst heute noch (!) werden die JENISCHEN Opfer ignoriert!

In diesen unmenschlichen nationalsozialistischen Konzentrationslagern fanden nachgewiesener Weise auch unzählige Jenische als so genannte “Zigeuner” den Tod!

Diese Opfer will man heute sogar noch von Seiten der anderen als so genannte “Zigeuner” verfolgten Opfergruppen verleugnen!

Im Gegensatz zu den anderen Opfern dieses Schreckens-Regimes haben JENISCHE weder eine Entschädigung erhalten, noch wurde Ihnen jemals (!) auch nur eine offizielle Entschuldigung des deutschen Nachfolgestaates, geschweige denn nur eine offizielle Würdigung ihrer Opfer in dieser Zeit zu teil!

Im Gegenteil, jetzt sollten unsere Opfer nachträglich auch noch sozusagen zu Opfern der 2. Klasse erklärt werden, in dem man sie bei dem nun für 2009 geplanten Mahnmal in Berlin, das ja für alle “als Zigeuner verfolgten” stehen soll, wieder einmal ignorieren wollte. Aber hier konnte der J/B/i/D e.V. intervenieren und dafür sorgen, dass nun auch die Opfer der “eigenständigen Opfergruppe der Jenischen” Berücksichtigung finden!

Eine umfassende Dokumentation zum Holocaust an Jenischen wird derzeit vorbereitet, einen Teil davon finden Sie auch schon hier unter der Rubrik “Dokumentation I - VI ” gleich hier links in der Navigations-Leiste ...

Ein Beispiel dieser Zeit:

Universitäts-Institut
Erbbiologie und Rassenhygiene

Direktor: Prof.Dr Frhr. V. Verschur
Sprechstunden der Poliklink:
Mo.Di.Do.Fr 9-10 Uhr
Do.18-19Uhr

Frankfurt A.M. den 21.7.41.
Haus der Volksgesundheit.
Gartenstr.140
Fernruf Sammelnummer 6535
Nachtruf 65355
Tagebuch Nr. 438 (Handschriftlich)

An das Erbgesundheitsgericht
Frankfurt a.M.

In der Erbgesundheitssache der Katharina Reinhardt gebe ich
folgende Begründung zu meiner am 3.7. eingereichten Beschwerde
gegen den Beschluß des Erbgesundheitsgerichts vom 11.6.1941.
In der Anlage überreiche ich: 1. das Buch von Ritter “ Ein Menschenschlag“ mit der Bitte um baldige Rückgabe nach Gebrauch, da das Buch Eigentum der Institutionsbücherei ist, 2. einen Bericht der Rassenhygienischen und Kriminalbiologischen Forschungsstelle des Reichgesundheitsamtes Berlin über die Sippe der Katharina Reinhardt.

Aus diesen Unterlagen ist zu entnehmen: es gibt Sippen, in welchen Vagabundentum, Kriminalität, asoziales und antisoziales Verhalten ausgesprochen erblich auftreten. In diesem völligen Versagen gegenüber den Anforderungen der menschlichen Gesellschaft ist auch eine Form des Schwachsinns im rassenhygienischen Sinne zu sehen. Es kommt dabei nicht auf Mängel bei der Intelligenzprüfung an. Die Erfahrung mit diesen jenischen Sippen ergeben vielmehr, dass die betreffenden (Personen handschriftlich) durch besonders raffiniertes Verhalten das Gericht zu täuschen verstehen. Wichtiger als der Nachweis von intellektuellen Fähigkeiten bei einer Intelligenzprüfung ist die Lebensbewährung, d.h. die praktische Probe der Begabung im Leben. Ritter spricht deshalb in seinem Buch von einem „getarnten Schwachsinn“.

Unter die Psychopathen sind diese Menschen auch nicht einzureihen. Es liegt vielmehr ein für die Gemeinschaft besonders gefährlicher Erbtypus vor, der ausgemerzt werden muß. Daß Katharina Reinhardt zu den von Ritter in seinem Buch beschriebenen Erbtypen gehört, ergibt sich aus der Sippentafel des Berliner Zigeuner-Archiva einwandfrei.

Die vorgelegten Unterlagen sind neue Tatsachen im Sinne des GeszVen (a) und ist deshalb die Wiederaufnahme des Verfahrens zu Recht beantragt.

Ich bitte, den Wunsch der Berliner Forschungsstelle, nach Abschluß des Verfahrens die Akten zur Einsichtnahme dorthin zu geben, nachzukommen, da das dortige Zigeunerarchiv für das ganze Reich eingerichtet ist und praktischen Zwecken dient, wie
(Rückseite)
gerade der vorliegende Fall auch gezeigt hat.

(Unterschrift Prof. Otmar Freiherr von Verschuer)

(a)Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses

Fussnoten
1)
16.12.1942. Himmlers “Auschwitz-Befehl”
Die physische Vernichtung der deutschen Zigeuner wurde durch einen - mit einer komplexen Vorgeschichte verbundenen - Befehl Himmlers vom 16. Dezember 1942 eingeleitet. Er schrieb vor, „Zigeunermischlinge, Rom-Zigeuner und nicht deutschblütige Angehörige zigeunerischer Sippen balkanischer Herkunft” - jene Gruppen wurden als „zigeunerische Personen” zusammengefaßt - „nach bestimmten Richtlinien auszuwählen und in einer Aktion von wenigen Wochen Dauer in ein Konzentrationslager einzuweisen.” Der Radikalisierungsschub, den dieser Befehl zum Ausdruck brachte, stand in Zusammenhang mit einem Konkurrenzkampf zwischen Ritters Rassenhygienischer Forschungsstelle und dem SS-Amt „Ahnenerbe” um Zigeunerforschung und Zigeunerpolitik, mit der sich zuspitzenden Kriegslage und der ungefähr gleichzeitig durchgeführten Deportation der letzten Juden aus dem Deutschen Reich.

Das RSHA (Reichssicherheitshauptamt) erließ am 29. Januar 1943 die Ausführungsbestimmungen zu Himmlers Befehl. Danach sollten „reinrassige” Sinti sowie die „im zigeunerischen Sinne guten Mischlinge” von einer Internierung im KZ Auschwitz ausgenommen bleiben. Dies sollte auch für einige andere Gruppen „sozial angepaßter” „zigeunerischer Personen” gelten, für die jedoch alternativ zur Deportation die Sterilisation vorgesehen war, wenn sie das Alter von zwölf Jahren erreicht hatten. Für die Zuordnung von Sinti zur Gruppe der „reinrassigen” oder „Mischlingszigeuner” rekruierten die RSHA-Bestimmungen vom 29.1.1943 auf die „gutachtlichen Äußerungen”, die die Rassenhygienische Forschungsstelle zur rassistischen Klassifikation der Zigeuner produzierte.

Die Praxis der Selektion für Auschwitz entsprach aber nur begrenzt den Anordnungen des RSHA. Befunde aus mehreren Städten zeigen, daß die Ausnahmebestimmungen für „reinrassige” Sinti sowie für „sozial angepaßte Zigeunermischlinge” nicht durchweg eingehalten wurden. Die örtlichen Stellen der Kriminalpolizei erblickten im Auschwitz-Erlaß des RSHA vielfach die Gelegenheit, den jeweiligen Ort völlig „zigeunerfrei” zu bekommen. Auch mehrere Zeugnisse aus Auschwitz selbst belegen, daß dort zahlreiche „sozial angepaßte” Zigeuner, insonderheit Träger militärischer Tapferkeitsauszeichnungen, festgehalten wurden.
zitiert aus:
Michael Zimmermann, in: Dachauer Hefte 5, Die vergessenen Lager, 1994

2)
Geschichte und Kontinuität der zentralen polizeilichen Erfassung der Roma, Sinti und Jenischen
Die Erfassung der Sinti, Roma und Landfahrer (Jenischen) hat in Deutschland eine Lange kontinuierliche Geschichte: Bereits 1899 wurde in München die zentrale “Zigeunerpolizeistelle” ins Leben gerufen. Die Behörde leistete wichtige Vorarbeiten für die 1938 gegründete Berliner “Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens”. 1926 „Gesetz zur Bekämpfung von Zigeunern, Landfahrern und Arbeitsscheuen“ in Bayern. Personen ohne Arbeitsnachweise drohte die Einweisung in ein Arbeitshaus und das Reisen mit schulpflichtigen Kindern wurde verboten.

Ein Erlass vom 3. November 1927 ordnete an, dass in der Zeit vom 23. – 26. November 1927 von allen „nicht sesshaften Zigeunern“ und „nach Zigeunerart umherziehenden Personen“ über sechs Jahre Fingerabdrücke zu nehmen und über das LKPA an die „Zigeunerpolizei-stelle“ bei der Polizeidirektion München zu übersenden seien. (Buhlan 2003: 537) Erlass zur „Bekämpfung der Zigeunerplage“: Am 5. Juni 1936 von Reichsinnenminister Frick erstelltes Dokument, das alle Polizeistellen im NS-Staat anwies bei der „Bekämpfung des Zigeunerwesens“ eng mit der Münchener Polizei-Direktion zusammenzuarbeiten, die damit die Funktion einer zentralen „Zigeunerpolizeistelle“ erhielt. Im Oktober 1938 übernahm der Reichsführer der SS und Chef der deutschen Polizei, Himmler, die „Zigeunerpolizeistelle“in München samt Personal und Akten in das Reichskriminalpolizeiamt in Berlin. Sie erhielt dort die neue Bezeichnung „Reichzentrale zur Bekämpfung des Zigeunerwesens“. 1936 Aufbau der „Rassehygienischen Forschungsstelle“ des Reichsgesundheitsamtes, dessen Leiter der Psychiater Robert Ritter wurde (Seine Habilitationsschrift von 1935 hatte die Jenischen zum Thema).

Dem Kriminalbiologen Dr. Ritter waren die „Zigeuner“ Indikatoren für „Kriminalitätsinseln“ oder „Strolchennester“, in welchen er den „Auswurf der bürgerlichen Gesellschaft“ vermutete. Ritter schrieb 1939 an seinen Abteilungsleiter im Reichsgesundheitsamt: „Wenn wir heute die Zigeunerfrage als Teilgebiet des Asozialenproblems und der Kriminalbiologie einem Ende entgegenführen, so ist das nur dem zu verdanken, dass wir das, was wir begonnen haben, gründlich getan haben.“ (Winter 1988:141f.) Am 8.Dezember 1938 erging Himmlers „Grunderlass“ zur „Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen der Rasse heraus” Die gleich nach dem Krieg gegründete “Bayerische Landfahrerzentrale” erhielt 1953 faktisch Bundeszuständigkeit. Ritter übernimmt die Leitung des „Kriminalbiologischen Instituts“ beim Reichskriminalpolizeiamt.

Dieses Institut produzierte über 23.000 erbbiologische Gutachten zur Bestimmung der „Rassezugehörigkeit“ von Roma und Sinti. Da er weiterhin Leiter der „Rassehygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle“ des Reichsgesundheitsamtes war, hatte Ritter mit beiden Ämtern in Personalunion die Schlüsselstelle der wissenschaftlichen Zigeunerverfolgung inne. (Unabhängige Expertenkommission 2000: 42)
Erst im Oktober 2001 wurde die letzte verbliebene ethnische Sondererfassung von Sinti und Roma in bayerischen Polizeiberichten offiziell eingestellt.

Hinweis:

Alle Formen der Vefolgung von Sinti & Roma wurden teilweise bereits im Jahre 1935 auf die vermeintlich Minderwertigen und als “Zigeunermischlinge” und “Asoziale” betitelten Jenischen angewandt!

Weiteres:

Dissertation über die “Verfolgung der sozio - linguistischen Gruppe der JENISCHEN im NS Staat von 1934-1944

Die Verfolgung der Jenischsprecher und ihrer Nachkommen geht Hand in Hand mit der Verfolgung der Romanisprecher und ihrer Nachkommen (Roma und Sinti. Nicht selten ist das Schicksal der beiden Gruppen eng miteinander verflochten. Sie sind manchmal nur schwer, wenn überhaupt, auseinander zu halten, wie die Orte Gießen und Berleburg demonstrieren. Weder auf ideologischer noch praktischer Ebene hatten die NS-Schergen den Willen oder die rassenhygienischen “Kenntnisse”, angeblich Rassenminderwertige von einer vermeintlich minderwertigen Rasse zu unterschieden.

Allein in die Nähe des Begriffes “Zigeuner” oder “Asoziale” zu gelangen, war für jeden fatal. Die Verfolgung der Jenischen ist sicherlich ein Nebenprodukt der Verfolgung der Sinti und Roma, wie aus den Werken von Ayaß, Hohmann, Zimmermann, Bock und anderen zu entnehmen ist. Überdies ist die Verfolgung der Jenischen maßgeblich ein Produkt der rassenhygienischen Wahnvorstellungen der NS- Zeit. Ihr Schicksal im NS-Staat lässt sich in mehreren Fällen nur vermuten, in anderen Fällen aber nachweisen. Trotzdem kann an Hand des oben Entwickelten das tatsächliche Ausmaß nicht ermittelt, nicht einmal eingeschätzt werden. Allerdings ist die Intention des tonangebenden Rassenhygienikers Robert Ritter, sie als Gruppe zu verfolgen, kaum zu bestreiten.

Die Probanden seiner Studie sowie die seines Mitarbeiters Finger sind in der Tat größtenteils aus den Nichtsesshaften Gießens, darunter befanden sich sicherlich viele Jenischsprecher sowie Roma und Sinti. Die Jenischen waren in NS-Staat die “Asozialen” schlechthin.

Sie dienten als Maßstab für “Asozialität” - Ritter, Würth, Neureiter und andere seiner Forschungsstelle wussten und wollten das. Auch für Kranz, Finger und Teile des Rassenpolitischen Amtes dienen die Jenische, zusammen mit den Sinti und Roma, als Maßstab für “Asozialität” bzw. “Gemeinschaftsunfähigkeit”. Dort verschwinden die beiden Gruppen unter der Begrifflichkeit “unerwünschte Bevölkerungselemente”.

Die Verfolgung der Sinti, Roma und zum Großteil auch die der Jenischen vollzieht sich unter dem Begriff der “minderwertigen Rasse”, die der deutschen Schausteller und Komödianten unter dem Begriff der “Minderwertigen” der eigenen “Rasse”.

Gäbe es nur eine dieser Gruppen im NS-Staat, würde man sie entweder unter dem rassistischen Konstrukt der "minderwertigen Rasse” oder dem rassenhygienischen Konstrukt der "Rassenminderwertigen” behandeln. In der Tat hat die Existenz beider Gruppen im NS- Staat sogar eine Verschärfung der Verfolgung beider nichtsesshaften, benachbarten Gruppen bewirkt.

Dies geschieht auf zwei Wegen:
Erstens: Die Verwechslung und Vermengung ist für beide nachteilig.

Die nichtsesshaften Gruppen sind von den Rassisten wie den Rassenhygienikern nur mit negativen Eigenschaften belegt worden. Die Benachteilung, Diffamierung, Diskriminierung und Verfolgung einer Gruppe konnte nur negative Auswirkungen auf die andere haben.

Zweitens: Wer verdächtigt wurde, irgendwann einmal Vorfahren aus beiden Gruppen - bis zu fünf Generationen zurück - zu haben, fiel unter die rassenhygienische Erfindung des “Zigeunermischlings”, “jenischen Zigeunermischlings” oder einfach “Mischlings”. Das ist beispielhaft für die sog. “Rassenvermischung”.

Ein so klassifizierter Mensch setzt sich aus den angeblich negativen Eigenschaften beider Gruppen zusammen, und bildet damit eine rassenhygienische Gefahr erstens Grades. Wer in diese fiktiven Kategorie hineingeriet, hatte in der NS-Wirklichkeit keine Chance, ungeachtet des eigenen Zugehörigkeitsverständnisses, auch wenn der Betroffene jedwedes mögliche Gruppenmerkmal aufweisen könnte. Es spielte manchmal für die Nichtsesshaften und ihre Nachkommen gar keine Rolle, wie sie sich selbst verstanden haben. Das Beispiel Berleburg dokumentiert, dass alle, die in Verbindung mit dem Oberbegriff “Zigeuner” kamen, ein Opfer der deutschen Rassenhygiene wurden.

Es kann und darf keine Opfer der 1.  der 2.  oder der 3.  Klasse geben!