Die Konzentrations- bzw. Todeslager der Nazi-Schergen:
   

Im nationalsozialistisch besetzten Teil des nördlichen, bzw. östlichen Europas waren die so genannten Konzentrations- bzw. Todeslager des NS-Regimes dass Sinnbild für deren menschenverachtende, perfide mörderische Weltanschauung ...

Hier möchten wir Ihnen anhand von einigen dieser NS-Lager versuchen das unfassbare Leid der vielen Millionen Opfer in diesen Todes-Lagern der faschistischen Schergen Hitlers zu verdeutlichen. 

Vorsicht, die hier gezeigten Videos und Bilder beschönigen nichts!!

Wir bitten daher drauf zu achten das Kinder beim anschauen der Videos nicht dabei sind denn die zeigen das Grauen von damals genau so wie es sich zugetragen hat! Und tatsächlich, es wird ab - solut wirklich nichts beschönigt ...


Mauthausen und seine Nebenlager ...
   

Am 22. März 1938, zehn Tage nach dem Anschluss Österreichs, kündigte Himmler in Linz an: "Der Führer hat genehmigt und befohlen, daß die Schutzstaffel Österreichs zwei Standarten aufstellen darf, eine Standarte der Verfügungstruppe mit 3 Sturmbannen und eine Standarte der Totenkopfverbände mit ebenfalls drei Sturmbannen, welche letztere nach Oberösterreich kommen werden"[1]

Dies war zwar nur eine indirekte Ankündigung der Errichtung des Konzentrationslagers, weil zu diesem Zeitpunkt die Totenkopfverbände der SS ausschließlich in den Konzentrationslagern eingesetzt waren; aber ebenfalls noch im März 1938 gab Gauleiter August Eigruber bekannt: "Wir Oberösterreicher erhalten aber noch eine andere, besondere Auszeichnung für unsere Leistungen während der Kampfzeit. Nach Oberösterreich kommt das Konzentrationslager für die Volksverräter von ganz Österreich."

Videobeiträge zum KZ Mauthausen und seinen Nebenlagern:

Außenlager Ebensee

Außenlager Guntramsdorf/ Wr. Neudorf

Außenlager Gusen

Außenlager Melk

Außenlager Schwechat

Außenlager St. Valentin

 

Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen begann mit der Gründung einer GmbH durch die SS. Ausschlaggebend dafür war die Machterweiterung bzw. die gewollte Selbständigkeit der SS vom Staatsapparat.

Am 29. April 1938, kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich, wurde in Berlin die „Deutsche Erd- und Steinwerke, GmbH“ (DEST) gegründet. Für die DEST war es seit ihrer Gründung von Vorteil, dass die Hauptverwaltung aller Konzentrationslager bis zum 16. März 1942 erst beim SS-FHA („SS-Führungshauptamt“) und ab dem 19. März 1942 beim WVHA („SS-Wirtschafts-und Verwaltungshauptamt“) lag, einem der Hauptämter der SS.

So konnte die DEST von Anfang an auf billige Arbeitskräfte aus den Konzentrationslagern zugreifen. Eine der ersten Handlungen der DEST war unter anderem der Erwerb und die Inbetriebnahme von Steinbrüchen bei Flossenbürg, Gusen und Mauthausen. Dies war auch ausschlaggebend für die Errichtung von Konzentrationslagern nahe diesen Städten. Bei Mauthausen und Gusen lagen bedeutende Granitsteinbrüche. Granit wurde zu dieser Zeit in großen Mengen für die sogenannten „Führerbauten“ benötigt und bei Mauthausen und Gusen kam noch dazu, dass Hitler vor hatte, Linz zu einer „Führer-Stadt“ zu machen, wofür auch Unmengen von Granit gebraucht wurden. Mauthausen und Gusen liegen nur 20 Kilometer östlich von Linz an der Donau.

   

Am 16. Mai 1938 nahm die SS den Steinbruch Mauthausen mit 30 Zivilarbeitern in Betrieb und am 18. August 1938 fand die endgültige Übergabe der Steinbrüche an die DEST statt. Die Steinbruchbetriebe in Gusen wurden parallel dazu ebenfalls bereits am 25. Mai 1938 durch die DEST durch Kauf und später durch Enteignung erworben und bildeten in weiterer Folge das Zentrum der Granitwerke Mauthausen mit Werkgruppenleitung in St. Georgen/Gusen.[4]

Die ersten Häftlinge in Mauthausen waren 300 österreichische und einzelne deutsche Polizei-Sicherheitsverwahrungs-Häftlinge und kamen am 8. August 1938 aus dem KZ Dachau im Konzentrationslager an. Mit ihnen kamen auch die ersten Bewacher von SS-Totenkopfverbänden. Kommandant des Lagers war zu Beginn Albert Sauer.

Am 27. November 1938 traf der erste Zug mit Häftlingen am Bahnhof Mauthausen ein.

Stammlager Mauthausen - Lagerstufe III [Bearbeiten] Am 9. Februar 1939 wurde Franz Ziereis Lagerkommandant.Das Konzentrationslager Mauthausen wurde ab März 1939 zu einem selbständigen Lager erweitert. Häftlingsbrief aus dem Stammlager Mauthausen

Bis 1945 wurden nach Mauthausen und in seine Nebenlager etwa 200.000 Personen deportiert. Unter ihnen befanden sich Menschen mit über 30 verschiedenen Nationalitäten. Etwa 2,5 Prozent der Insassen waren Frauen. Es wurden auch Jugendliche und Kinder inhaftiert und ermordet. Die letzte Häftlingsnummer - 139.317 - wurde am 3. Mai 1945 ausgegeben, wobei die sowjetischen Kriegsgefangenen, die durch die „Aktion Kugel“ ermordet wurden, nicht gezählt wurden. Das Konzentrationslager Mauthausen war aus nicht bekannten Gründen das einzige Konzentrationslager der Kategorie III auf dem Gebiet des Reiches.

Die Kategorie III bedeutete Vernichtung durch Arbeit. Ein Grund dafür kann die isolierte Lage des Lagers an den Steinbrüchen sein. Wörtlich heißt es in dem Erlass von Reinhard Heydrich (Chef der Sicherheitspolizei, des SD und SS-Obergruppenführer), die Lagerstufe III sei „...für schwerbelastete, unverbesserliche und auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale, das heißt kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge Mauthausens“. Insgesamt waren im Konzentrationslager 197.464 Häftlinge inhaftiert, von denen ungefähr 100.000 ermordet wurden bzw. starben.

Auf Befehl von Himmler entstand in Mauthausen im Juni 1942 das erste von zehn Häftlingsbordellen. Hierfür wurden Frauen gezwungen, die zur Häftlingskategorie „asozial“ gehörten. Viele dieser zur Prostitution gezwungenen Frauen kamen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Zogen sich Frauen eine Geschlechtskrankheit zu, wurden sie für medizinische Versuche zur Verfügung gestellt. Schwangere wurden einer Zwangsabtreibung unterzogen.

Bis in die 1990er Jahre galten die Betroffenen nicht als Opfer der Naziherrschaft und erhielten keine Entschädigung Noch vor Kriegsende sollten zusätzliche Verbrennungsöfen, die vor der Sprengung der Krematorien im KZ Auschwitz-Birkenau demontiert worden waren, aufgestellt werden. Es ist nicht erwiesen, ob dieser Plan durch den der SS angehörigen Bauleiter selbst oder durch Häftlinge bis zum Kriegsende verzögert wurde.Noch kurz vor der Befreiung wurden im Konzentrationslager Häftlinge ermordet, deren genaue Zahl unbekannt ist.

Im April 1945 hatte die SS damit begonnen, alle Akten zu vernichten, die auf ihre Verbrechen im Lager hinwiesen. Darunter fiel auch das Abmontieren der Gaskammer, die 1941 im Keller des Krankenbaus eingerichtet worden war. Alles, was darauf hinwies, dass es eine Gaskammer war, wurde entfernt. Danach flohen die SS-Männer und die Häftlinge wurden vom Volkssturm und von der Wiener Feuerwehr bewacht. Am 5. Mai 1945 wurde das Lager durch die vorrückenden Truppen der 11. US-Panzerdivision der 3. US-Armee befreit. Wesentlichen Anteil daran hatte Louis Häfliger, der sich als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zur Begleitung eines Lebensmitteltransports im Lager aufhielt. Das KZ Mauthausen und die Konzentrationslager Gusen I, II und III waren damit die letzten Konzentrationslager, die befreit wurden

Die Befreiung von Buchenwald und Mauthausen:
   
Auschwitz, Auschwitz-Birkenau und Aussenlager Trzebinia:
   

Sieben Tonnen Haare wurden nach der Befreiung im Jänner 1945 in Auschwitz noch gefunden. Ein Teil liegt heute im einstigen Stammlager hinter Glas. Zöpfe sind in dem Haarberg zu erkennen. Bei den Fundamenten der Depotbaracken in Birkenau finden die Gedenkstättenbesucher noch heute Gegenstände in der Erde. Besteck, Brillen, sogar Eheringe – materielle Hinweise auf die Ermordeten. Ihre Leichen wurden verbrannt, die Asche in Flüsse gekippt. Als die Krematorien nicht mehr ausreichten, wurden die Leichen unter freiem Himmel verbrannt. „Im drei Kilometer entfernten Stammlager roch man die Verbrennung“, sagt Smolen.

Am 27. Januar 1945 wurde das Das Todeslager Auschwitz - Birkenau von der Roten Armee befreit. Unzählige Menschen, darunter zigtausende "Zigeuner" aller Volksgruppen fanden dort den Tod ...

Auschwitz wurde für die ganze Welt zum Symbol des Terrors, des Völkermordes und des Holocaust. Das Todes-, bzw. Konzentrationslager wurde von den Nazis vor den Toren der Stadt Os'wie;cim errichtet, die zusammen mit anderen Gebieten Polens während des Zweiten Weltkrieges von den Deutschten besetzt war.

Der 14. Juni 1940, als der erste Transport polnischer politischer Gefangener Auschwitz erreichte, wird als der Tag betrachtet, andem das Lager in Betrieb genommen wurde. In den darauf folgenden Jahren wurde das Lager ausgebaut und bestand schließlich aus drei Teilen: Auschwitz I, Auschwitz II-Birkenau, Auschwitz III-Monowitz sowie aus über 40 Nebenlagern. Am Anfang litten und starben Polen im Lager. Später kamen ebenfalls sowjetische Kriegsgefangene, Sinti und Roma und Häftlinge aus anderen Ländern hinzu. Ab 1942 wurde Auschwitz zum Ort des größten Massenmordes in der Geschichte der Menschheit an den europäischen Juden, deren völlige Ausrottung die Nazis sich zum Ziel gesetzt hatten. Die Mehrheit der nach Auschwitz deportierten Juden - Männer, Frauen und Kinder, kamen unmittelbar nach deren Ankunft in den Gaskammern Birkenaus um.

Gegen Ende des Krieges begann die SS mit der Demontage und der Zerstörung der Gaskammmern, der Krematorien und anderer Objekte sowie mit dem Verbrennen von Dokumenten, um die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Die marschfähigen Häftlinge wurden ins Innere des Reiches deportiert. Diejenigen, die im Lager geblieben waren, wurden am 27. Januar 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit. Am 2. Juli 1947 wurde durch ein Gesetz des Sejm, des polnischen Parlaments, auf den zwei erhalten gebliebenen Teilen des ehemaligen Konzentrationslagers, Auschwitz I und Auschwitz II- Birkenau, das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau errichtet. Im Jahre 1979 nahm die UNESCO diesen Ort in ihre Liste mit den Objekten des Weltkulturerbes auf.

Der Standort des Lagers - fast im Zentrum des von den Deutschen besetzten Europas - sowie die guten Verkehrsverbindungen bewirkten, dass die Nazis es im großen Stil ausbauten und dorthin Menschen aus fast ganz Europa deportierten. Während des Höhepunktes seiner Existenz bestand das Lager aus drei Teilen:

Auschwitz war die größte Todesfabrik der Nazi`s und bestand aus 3 Teilen:

Der erste und älteste Teil war das sog. Stammlager, später auch als Auschwitz I bezeichnet (die Zahl der Häftlinge schwankte hier um 15 tausend, wobei zeitweise auch 20 tausend erreicht wurden). Es wurde auf dem Territorium und in den Gebäuden polnischer Kasernen aus der Vorkriegszeit eingerichtet. Der zweite Teil war das Lager Birkenau (im Jahre 1944 stieg die Zahl auf über 90 0000), auch Auschwitz II genannt.

Die Nazis begannen im Herbst 1941 mit dessen Bau auf dem Territorium des 3 km von Auschwitz entfernten Dorfes Brzezinka (Birkenau), aus dem die polnische Bevölkerung zwangsausgesiedelt wurde. Deren Häuser wurden abgerissen. In Birkenau befanden sich die meisten Einrichtungen zur Massenvernichtung, hier sind auch die meisten ermordeten Opfer zu beklagen. In den Jahren 1942 entstanden, vor allem bei den Industriebetrieben, wie auch landwirtschaftlichen Zuchtbetrieben, mehr als 40 Nebenlager, in denen die Häftlinge als Sklavenarbeiter ausgebeutet wurden. Das größte von ihnen, Buna genannt (Monowitz - 10 tausend Häftlinge), wurde 1942, 6 km vom Lager Auschwitz entfernt, auf dem Gelände der Buna-Werke, einer Fabrik für synthetisches Gummi und Benzin, eingerichtet. Sie waren während des Krieges von dem bekannten deutschen Konzern IG Farbenindustrie gebaut worden, dem die SS die Häftlinge für die Arbeit bereitstellte. Im November 1943 wurde das Nebenlager Buna Sitz eines Kommandanten des dritten Lagerteiles - Auschwitz III, dem einige andere Auschwitzer Nebenlager unterstellt wurden.

   

Die Deutschen riegelten alle Lager von der Außenwelt ab und umgaben sie mit einem Stacheldrahtzaun. Kontakt mit der Außenwelt war verboten.

Die ortsansässige Bevölkerung, Polen und Juden, die in der Nachbarschaft des Lagers lebte, wurde 1940-1941 umgesiedelt.

Deren ca. eintausend Häuser und Gebäude wurden zerstört. Einige dieser Gebäude übernahmen Offiziere und Unteroffiziere der SS-Wachmannschaft des Lagers, die dort nicht selten mit ihren ganzen Familien einzogen. Die auf diesem Territorium gelegenen Industriebetriebe wurden von Deutschen übernommen, die sie z.T. ausbauten oder neue, mit der Kriegsproduktion des Dritten Reiches verbundene Betriebe, errichteten.

Das Krematorium I funktionierte vom 15. September 1940 bis Juli 1943. Nach deutschen Angaben konnte man in diesem Krematorium nach dessen Ausbau (3 Öfen) innerhalb von 24 Stunden 340 Leichen verbrennen. Den größten Raum in diesem Gebäude nahm die Leichenhalle ein. Im Herbst 1941 wurde sie zur ersten provisorischen Gaskammer umgebaut. Die SS ermordete hier unter Verwendung von Zyklon B Tausende neu angekommener Juden sowie ebenfalls einige Gruppen sowjetischer Kriegsgefangener.

In der Gaskammer kamen auch Häftlinge um, die im Häftlingskrankenbau selektiert worden waren, da deren Zustand keine schnelle Rückkehr zur Arbeit versprach. Hier wurden ebenfalls Polen erschossen, die vom deutschen Standgericht zum Tode verurteilt waren. Nachdem in Auschwitz II-Birkenau die zwei nächsten provisorischen Gaskammern - Bunker 1 und 2 - (das sog. Rote und Weiße Haus) in Betrieb genommen waren, verlegte die Lagerleitung den Massenmord an Juden dorthin und die Benutzung der ersten Gaskammer wurde nach und nach aufgegeben.

Nach dem Bau der 4 Krematorien mit Gaskammern in Auschwitz II-Birkenau wurde im Juli 1943 auch das Verbrennen der Leichen im Krematorium I aufgegeben. Das Gebäude wurde anfangs als Lager, dann als Schutzbunker für die SS genutzt. Die Öfen, der Schornstein sowie einige Wände wurden abgetragen und die Öffnungen, durch die die SS-Männer das Zyklon B einwarfen, wurden zugemauert.

Gebäude des Krematoriums III, in dem sich eine Gaskammer und Öfen zum Verbrennen der Leichen befanden. Hier wurden Hunderttausende Juden - Männer, Frauen, Kinder - durch Gas ermordet und anschließend verbrannt. Verbrannt wurden hier ebenfalls die Leichen von Häftlingen, Juden und Nichtjuden, die im Konzentrationslager umgekommen waren. Nach deutschen Berechnungen konnten in diesem Krematorium im Verlaufe von 24 Stunden 1440 Leichen verbrannt werden. Nach Aussagen ehemaliger Häftlinge lag die Zahl höher. Gaskammer und Krematorium III funktionierten von Juni 1943 bis November 1944. Gegen Ende des Krieges, im November 1944, ordnete die Lagerleitung im Zuge des Verwischens der Spuren ihrer Verbrechen den Abbruch der Öfen und des Krematoriumsgebäudes an. Was nicht beseitigt werden konnte, wurde von der SS am 20. Januar 1945 in die Luft gesprengt.

Das sagt die Wikipidia zu Auschwitz-Birkenau

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1941 drei Kilometer entfernt vom Stammlager Auschwitz I gebaut und befand sich etwa 60 Kilometer westlich von Krakow (Krakau) nahe der polnischen Kleinstadt Os'wie;cim (dt: Auschwitz), die nun im besetzten polnischen Gebiet (Generalgouvernement) lag.

Teile des Lagers in Os'wie;cim sind heute staatliches polnisches Museum bzw. Gedenkstätte. Seit dem 27. Juni 2007 trägt das KZ Auschwitz insgesamt als UNESCO-Weltkulturerbe die Bezeichnung „Auschwitz-Birkenau – deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager“. In die Konzentrationslager Auschwitz wurden insgesamt mehr als 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa deportiert. Davon wurden hier geschätzte 1,1 Millionen Menschen ermordet, eine Million davon Juden. Etwa 900.000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet oder erschossen. Weitere 200.000 Menschen starben durch Krankheit, Unterernährung, schwerste Misshandlungen, medizinische Versuche oder spätere Vergasung. Der Name „Auschwitz" ist zum Symbol für den Holocaust an etwa sechs Millionen europäischen Juden sowie weiteren Opfern unter Roma und Sinti, russischen und polnischen Zwangsarbeitern, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, politischen Gefangenen und anderen zu Feinden des Nationalsozialismus erklärten Menschen geworden. Die Überreste beider Hauptlager sind als Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, Gedenkstätte des Holocaust/der Shoa und jüdischer Friedhof öffentlich zugänglich. Das etwa 3 km entfernt liegende Auschwitz I war das 1940 errichtete Konzentrationslager und Verwaltungszentrum des gesamten Lagerkomplexes. Es trägt deshalb auch den verwaltungstechnischen Namenszusatz Stammlager. Dort kamen ungefähr 70.000 Menschen, meist polnische Intellektuelle und sowjetische Kriegsgefangene, zu Tode. Gefangene oder Häftlingsgruppen konnten von der SS zwischen beiden Lagerteilen nach deren Bedarf hin und her verschoben werden, wenn beispielsweise in bestimmten Berufen Ausgebildete gesucht wurden.

Auschwitz-Birkenau, oder auch KL Auschwitz II genannt, wurde 1941 als Arbeits- und als Vernichtungslager zugleich konzipiert und besaß später insgesamt sechs Gaskammern und vier Krematorien. Unter unvorstellbar grausamen Bedingungen wurden hier viele hunderttausende Häftlinge – die nicht sofort nach ihrer Ankunft vergast worden waren – gefangen gehalten und gefoltert bzw. durch Zwangsarbeit, Erfrieren, Verhungernlassen, Erschöpfung, medizinische Experimente, unbehandelte Krankheiten, Exekutionen und schließlich durch Vergasen getötet. Viele Gefangene aus ganz Europa wurden aber bereits am Tag ihrer Ankunft mit Zügen ermordet und ihre Leichen verbrannt. Deshalb verbinden heute die meisten Menschen vor allem diesen Teil des Lagerkomplexes mit dem Namen „Auschwitz“. Im Frühjahr 1942 begannen die Massendeportationen von Juden mit Transporten aus Polen, aus Frankreich, aus der Slowakei und aus dem deutschen Reichsgebiet. Mitte des Jahres waren schon 16.000 Juden aus Polen, über 4.000 aus Frankreich und mehr als 1.000 aus der Slowakei in dem Vernichtungslager inhaftiert. In den kommenden Jahren steigerten sich die Transporte bis zu deren Höhepunkt im Jahre 1944 mit 600.000 Juden, von denen 500.000 direkt in den Gaskammern ermordet wurden. Überall in den besetzten europäischen Ländern gab es Durchgangslager, von denen aus die Deportationszüge in die östlichen Vernichtungslager rollten. Die Anzahl der Opfer und der zeitliche Verlauf der Deportierung ist im Artikel Opferzahlen der Konzentrationslager Auschwitz detailliert beschrieben.

Am 26. September 1941 erhielt Rudolf Höß den Befehl, ein zusätzliches Arbeitslager für 100.000 russische Kriegsgefangene im Interessengebiet Auschwitz zu errichten. Dieses Lager entstand neben dem Dorf Brzezinka (Birkenau), drei Kilometer vom KZ Auschwitz I entfernt. Dazu zwangen die Nationalsozialisten die Bevölkerung des Ortes, ihre Häuser zu verlassen und ließen das Lager durch Häftlinge des KZ Auschwitz I errichten. Das Barackenlager war etwa fünf Quadratkilometer groß. Es war in mehrere Sektionen unterteilt, die wiederum in Felder gegliedert waren. Dazu kamen Kasernen und Verwaltungsgebäude für die SS-Bewacher. Diese Felder sowie das gesamte Lager waren mit einem lebensgefährlichen doppelten Elektrozaun aus Stacheldraht umzäunt. Zwischen diesen beiden Zäunen standen die 5 m hohen Wachtürme in einem Abstand von ca. 150 m, die mit Maschinengewehren und Scheinwerfern ausgestattet waren. Etwas vor dem inneren Hochspannungszaun war noch ein gewöhnlicher Drahtzaun. Dieses Bewachungssystem bildete die nachts geschlossene "kleine Postenkette".

Es gab im Laufe der Zeit folgende Schutzhaftlager bzw. Lagerbereiche bzw. im Lagerjargon genannte Bereiche (siehe oben die Lagekarte):

das Männerlager,
das Quarantänelager,
das Frauenlager (seit 26. März 1942; B I ),
den Häftlingskrankenbau,
das Effektenlager "Kanada",
das Zigeunerlager (seit Frühjahr 1943),
das Familienlager Theresienstadt (seit Herbst 1943),
das Lager "Mexiko",
das Lager für ungarische Juden (05 bis 10/1944; B III )

Zunächst in einem kleineren Umfang gedacht als Arbeitslager, in dem Kriegsgefangene und andere Häftlinge Zwangsarbeit für die SS leisten sollten, veränderte sich die Funktion des Lagers schon in der Planungsphase. Die angestrebte Zahl der Häftlinge wurde deutlich erhöht. Im Frühjahr 1942 wurden in Auschwitz-Birkenau erstmals russische Kommissare und arbeitsunfähige Häftlinge mit Zyklon B umgebracht, nachdem bereits Ende 1941 Versuche damit im Stammlager stattgefunden hatten. Wenig später wurden Mütter mit Kindern und nicht zur Arbeit taugliche Personen aus den eintreffenden Transporten selektiert und vergast. Ab Juli 1942 oder gar schon ab April (der genaue Zeitpunkt ist umstritten) wurde die überwiegende Mehrzahl der herantransportierten Juden sofort ermordet. Auschwitz-Birkenau hatte damit die Funktion eines Vernichtungslagers übernommen, wurde in Teilen aber zugleich auch als Konzentrations- und Arbeitslager weiter verwendet.

Die meisten Opfer kamen in Auschwitz-Birkenau mit dem Zug an, oft nach tagelangen Reisen in Viehwaggons. Die ankommenden Gefangenen wurden von einer Entladerampe (alte Rampe, südlich vom Bahnhof Auschwitz) zu Fuß ins Lager getrieben. Im Frühjahr 1944 wurde ein Gleisanschluss direkt bis ins Lager zur neuen Rampe gelegt (siehe Foto). Manchmal wurde der ganze Transport direkt in die Gaskammern geschickt - meistens wurde erst eine so genannte Selektion durchgeführt, bei der die "Schwachen, Alten und Kranken" von den "Arbeitsfähigen" meist nach summarischem Augenschein getrennt und zur Gaskammer geführt wurden. Die Einteilung der Lagerärzte zur Selektion und die Leitung der Selektionen führte der Standortarzt Eduard Wirths. An diesen Selektionen war auch der für grausame pseudowissenschaftliche medizinische Experimente berüchtigte Lagerarzt Josef Mengele beteiligt. Im damaligen Sprachgebrauch wurde der Begriff Selektion nicht verwendet, sondern dies wurde als Rampendienst bezeichnet. In Auschwitz-Birkenau gab es in vier Krematorien und in zwei Bauernhäusern , diese beiden standen nordwestlich angrenzend außerhalb der "inneren Postenkette", Gaskammern. Sie waren aber nicht alle im gleichen Zeitraum nutzbar. Im ersten Halbjahr 1943 gingen die vier Krematorien in Betrieb, die im Untergeschoss unterteilbare Gaskammern mit Größen von 100 Quadratmetern und mehr enthielten. Vier Baufirmen waren vor Ort am Bau beteiligt. Die Verbrennungsöfen (Krematorien) und die Lüftungsanlagen der Gaskammern wurden von der Erfurter Firma J. A. Topf und Söhne konstruiert, eingebaut, gewartet und repariert.

Die Häftlinge, die die Selektion überlebten, mussten dann in den an das Lager angrenzenden Industriebetrieben arbeiten, die hauptsächlich mit dem Bau von Industrieanlagen zur Herstellung von synthetischem Benzin oder Synthesekautschuk (sog. Buna) für die I.G. Farben beschäftigt waren. Auch andere deutsche Firmen wie Krupp hatten Werke in direkter Nähe zu Auschwitz; sie zahlten den NS-Stellen "Miete" für jeden überlassenen Arbeitssklaven, von dem auch die SS-Schutzmannschaften profitierten. Das Fabrikgelände und die "Landwirtschaftsbetriebe" waren weiträumig von der "großen Postenkette" umgeben. Beim morgendlichen "Zählappell" wurden alle Häftlinge gezählt und marschierten dann als Arbeitskommandos zur Arbeit aus dem Lager heraus. Die Arbeitskommandos und die jeweiligen Arbeitsplätze durften nicht ohne Bewachung und schriftlichen Befehl verlassen werden. Die Häftlinge befanden sich nachts also innerhalb der "kleinen Postenkette" und arbeiteten am Tag innerhalb der "großen Postenkette". Innerhalb dieses Systems genügten relativ wenige Bewacher, um das Terrorregime aufrecht zu erhalten. Die Kapos trugen einen Großteil der Überwachungsfunktionen. War die Häftlingszahl beim Abendappell im Lager vollzählig, konnte diese äußere Bewachung aufgelöst werden.

Die Zwangsarbeiter waren vollkommen rechtlos und nicht nur der Willkür des SS-Wachpersonals, sondern auch der Zivilangestellten der deutschen Firmen ausgeliefert. Plötzliche Entschlüsse, Personen wegen geringster "Vergehen" oder einfach aus einer Laune heraus zu ermorden, waren an der Tagesordnung; der Tod war allgegenwärtig. Die so genannte Zentrale Sauna, offizieller Name: BW.32, war zugleich Aufnahmegebäude und die ‘Desinfektions- und Entwesungsanlage‘ in Auschwitz-Birkenau[2]. In diesem Gebäude lief die Aufnahmeprozedur der neu ins Lager angekommenen Häftlinge ab. Hier wurde ihnen ihre Identität abgenommen, Menschen wurden zu Nummern. In der ‘Sauna‘ wurden ebenfalls Selektionen an jüdischen Häftlingen vorgenommen. Ein separater Bereich des Lagers war das ‘Frauenlager‘. In einem anderen Bereich, ‘Kanada‘ genannt, wurden nach der Aufnahme die Besitztümer der Häftlinge sortiert und gesammelt. Die Kleidung und Wertgegenstände wurden vom SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt (WVHA) unter Oswald Pohl übernommen und verwertet. [3]

Eskalation der Vernichtung: Die ungarischen Juden

Die deutsche Wehrmacht marschierte im März 1944 in Ungarn ein. Dort lebte noch die größte Gruppe europäischer Juden einer Nation, die bislang vom Holocaust verschont geblieben war. Von diesen etwa 700.000 ungarischen Juden wurden von Mai bis Juli 1944 ungefähr 430.000 nach Auschwitz-Birkenau deportiert.[4] Ein Teil der arbeitsfähigen Ungarn wurden als Zwangsarbeiter in andere Lager überstellt. Insgesamt wurden nach Schätzungen von Wolfgang Benz[5] etwa 502.000 ungarische Juden in Auschwitz ermordet. Da die Kapazität der Krematorien nicht mehr ausreichte, wurden Leichen nun auch in offenen Gruben verbrannt.

Die Ermordung der "Zigeuner" und "Zigeunermischlinge"
(Hinweis des J/B/i/D e.V.: Mit "Zigeunermischlingen" meinte man die Jenischen!)

Viele Roma und Sinti waren mit den seit März 1943 einsetzenden Deportationen der von der Rassenhygienischen und kriminalbiologischen Forschungsstelle als "Zigeuner" und "Zigeunermischlinge" Kategorisierten im "Zigeunerfamilienlager", einer speziellen Sektion von Birkenau, inhaftiert. Nur wenige von ihnen überlebten, weil die Lebensbedingungen dort so organisiert waren, daß sie in kurzer Zeit zum Tode führten. Im Juli 1944 kam es zu einer Vergasung, der der für Auschwitz ungewöhnliche und zunächst erfolgreiche Versuch des Widerstands gegen den Abtransport zu den Gaskammern vorausgegangen war. Ob bzw. inwieweit Angehörige der als "Nichtzigeuner" von der Verschleppung in das Vernichtungslager grundsätzlich ausgenommenen Gruppe der Jenischen nach Birkenau deportiert wurden, ist bislang unbekannt. Es gibt aber Hinweise, daß es innerhalb der Transporte von Roma und Sinti als "Zigeunermischlinge" etikettierte Jenische gegeben hat.

Insgesamt versuchten ungefähr 700 Häftlinge die Flucht aus Auschwitz; sie gelang in etwa 300 Fällen. (Nach anderen Angaben gelangen weniger als 150 Fluchtversuche.[6]) Die Deutschen erschossen die anderen Flüchtlinge während ihres Ausbruchsversuchs oder ergriffen sie und ermordeten sie später. Versuchte Flucht wurde oft mit Verhungern im Bunker bestraft; oft wurden auch die Familienangehörigen von Flüchtigen verhaftet und in Auschwitz I zur Abschreckung ausgestellt. Eine andere Strafe war, Mitgefangene für die Flucht büßen zu lassen. Am 6. Juli 1940 gelang Tadeusz Wiejowski die erste Flucht in Begleitung von zwei Mitgliedern der polnischen Widerstandsbewegung, die als „zivile Arbeiter“ im Lager angestellt waren. Wiejowski überlebte den Krieg nicht. Am 20. Juni 1942 gelang vier Polen, Kazimierz Piechowski, Stanis?aw Gustaw Jaster, Józef Lempart und Eugeniusz Bendera ein extrem gewagter Fluchtversuch. Sie brachten SS-Uniformen und Waffen an sich und fuhren mit einem gestohlenen Fahrzeug aus dem Gelände weg. Einer der Flüchtlinge trug einen Bericht über Auschwitz mit sich, der für das Oberkommando der polnischen Heimatarmee geschrieben worden war.[7]

Am 7. Oktober 1944 führte das jüdische Sonderkommando (die Häftlinge, welche die Gaskammern und Krematorien bedienen mussten und von den anderen Häftlingen als Sicherheitsrisiko getrennt gefangen gehalten wurden) einen Aufstand durch. Davor gab es bereits zumindest einen gescheiterten ähnlichen Plan für den Termin 28. Juli um neun Uhr abends.[8] Dieses Mal hatten weibliche Gefangene Sprengstoff von einer Waffenfabrik eingeschmuggelt, und das Krematorium IV wurde damit teilweise zerstört.[9] Anschließend versuchten die Gefangenen eine Massenflucht, aber alle 250 Entflohenen wurden kurz darauf gefasst und getötet.

Die Deutschland bekämpfenden Alliierten besaßen detaillierte Luftaufnahmen aller Lager seit dem 31. Mai 1944. 2003 veröffentlichte die Royal Air Force erstmals Bilder von Aufklärungsflügen über Auschwitz, auf denen starker Rauch von den Verbrennungsgruben nördlich von Krematorium V[10] zu sehen ist. Von diesen Verbrennungsgruben wurden 1944 geheime Aufnahmen von einem Mitglied des Sonderkommandos gemacht. Zwei entkommene Häftlinge (Rudolf Vrba und Alfréd Wetzler) hatten zudem genaue Beschreibungen und Lagekarten erstellt, welche die Alliierten im Sommer 1944 erreichten (siehe auch Auschwitz-Protokolle). Witold Pilecki, der als einziger Mensch freiwillig in die Gefangenschaft des Lagers ging, schickte mehrere Berichte an die westlichen Alliierten (Aufenthalt zwischen 19. September 1940 und 27. April 1943). Die ZOW lieferte zunächst dem polnischen Untergrund Informationen über das Lager und die dortigen Aktivitäten der Deutschen. Ab Oktober 1940 schickte die ZOW Berichte nach Warschau und ab März 1941 wurden Pileckis Berichte über die polnische Widerstandsbewegung zur britischen Regierung in London geschickt, die den westlichen Alliierten als wichtigste Informationsquelle über Auschwitz dienten. Spätere ausführliche Berichte stammen von den geflohenen Rudolf Vrba und Alfréd Wetzler (April 1944).

Der englische und amerikanische Gesandte in der Schweiz informierten im Frühsommer 1944 in einer detaillierten Darstellung ihre Regierungen über die beginnende Vernichtung der ungarischen Juden. Empfohlen wurde ein Luftschlag gegen den Bestimmungsort und die Bahnlinien sowie alle ungarischen und deutschen Dienststellen, die mit genau zutreffenden Strassen- und Häuserangaben (z.B. in Budapest) benannt wurden. Die Deutschen hatten von diesen Telegrammen Kenntnis, führten die Deportationen trotzdem weiter durch. Die empfohlene Bombardierung wurde von amerikanischer und englischer Seite nicht durchgeführt.[11]

Am 13. September 1944 flogen amerikanische Bomber einen Angriff auf die Buna-Werke und richteten beträchtlichen Schaden an. Weitere Luftangriffe in der Region fanden am 20. August sowie am 18. und 26. Dezember statt. Ein gezielter Angriff auf die Gaskammern oder Transportwege wurde nie durchgeführt. Die Frage, ob die alliierten Luftstreitkräfte auch das Lager oder die Schienen dorthin hätten bombardieren sollen, wird bis heute kontrovers diskutiert. Es wird auch darauf verwiesen, dass die oder das KZ Auschwitz für die Alliierten damals im Vergleich mit den anderen Vernichtungslagern als weniger bedeutsam eingeschätzt wurde.

Abbruch des Lagers

Einige Krematorien und Gaskammern des KZ Birkenau wurden schon ab November 1944 abgerissen. Die Verbrennungsöfen wurden demontiert und sollten jüngsten Studien zu Folge in dem noch als sicher geltenden KZ Mauthausen wiederaufgebaut werden. Das letzte Krematorium sprengten die Nationalsozialisten kurz vor der Befreiung des Lagers durch die anrückenden sowjetischen Truppen im Januar 1945.

Todesmärsche und Befreiung

Zwischen dem 17. Januar 1945 und dem 23. Januar wurden etwa 60.000 Häftlinge evakuiert und in Todesmärschen nach Westen getrieben. In den Lagern und Außenstellen blieben etwa 7500 Häftlinge zurück, die zu schwach oder zu krank zum Marschieren waren. Mehr als 300 wurden erschossen; man nimmt an, dass eine geplante Vernichtungsaktion nur durch das rasche Vorrücken der Roten Armee verhindert wurde.

Zuerst wurde das Hauptlager Monowitz am Vormittag des 27. Januar 1945 durch die sowjetischen Truppen (322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin) befreit. Von den dort zurückgelassenen Gefangenen – die Angaben reichen von 600 bis 850 Personen – starben trotz medizinischer Hilfe 200 in den Folgetagen an Entkräftung.

Das Stammlager und Auschwitz-Birkenau wurden – auch durch die Soldaten der 322. Division – schließlich am frühen Nachmittag des 27. Januar befreit.[12] In Birkenau waren fast 5.800 entkräftete und kranke Häftlinge, darunter fast 4.000 Frauen, unversorgt zurück geblieben. In den desinfizierten Baracken wurden Feldlazarette eingerichtet, in denen die an Unterernährung und Infektionen leidenden und traumatisierten Häftlinge versorgt wurden. Einige Tage später wurde die Weltöffentlichkeit über die Greueltaten informiert. Die Ermittler fanden über eine Million Kleider, ca. 45.000 Paar Schuhe und sieben Tonnen Menschenhaar, die von den KZ-Wächtern zurückgelassen wurden.

In den Jahren 1940-1945 wurden in die Konzentrationslager Auschwitz mindestens 1,1 Millionen Juden, 140.000 Polen, 20.000 Sinti und Roma sowie mehr als 10.000 sowjetische Kriegsgefangene deportiert. Knapp über 400.000 Häftlinge wurden registriert. Von den registrierten Häftlingen sind mehr als die Hälfte aufgrund der Arbeitsbedingungen, Hunger, Krankheiten, medizinischen Versuchen und Exekutionen gestorben. Die nicht registrierten 900.000 nach Birkenau Deportierten wurden kurz nach der Ankunft ermordet. Als Obergrenze der Opfer im Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplex Auschwitz wird die Zahl von 1,5 Millionen Opfern angegeben. Details zur Ermittlung der Opferzahlen sind im Artikel Opferzahlen der Konzentrationslager Auschwitz beschrieben.