Auf den Internet-Seiten des J/B/i/D e.V. werden teilweise Symbole und Dokumente von in der BRD teilweise auch verfassungswidrigen Organisationen gezeigt.

Dies ist nach nach §86 und §86a des StGB strafbar. In diesem Falle gilt jedoch §86, Abschnitt 3:

(3) Absatz 1 gilt nicht, wenn das Propagandamittel o. die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung ü. Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.


Bereits die frühesten Phasen des NAZI-Terrors forderten JENISCHE Opfer!
Bereits ab 1934 wurden den meisten fahrenden jenischen Familien die Wandergewerbsscheine entzogen; viele wurden in sogenannten „Zigeunerlagern“ oder Arbeitsanstalten festgesetzt, sofern sie keinen festen Wohnsitz hatten.
Das badische Innenministerium hielt in seinem Rundschreiben zur Bekämpfung des „Zigeunerunwesens“ vom 17. Mai 1934  ausdrücklich fest: „Als Zigeuner im Sinne dieser Anordnung gelten auch die nach Zigeunerart wandernden Personen (Halbzigeuner, Landfahrer).“
Die bei NS-Medizinern weit verbreitete „rassenbiologische Erbforschung“ bzw. deren Vorstellungen der „Rassenhygiene“ stellte die pseudowissenschaftliche Voraussetzung für den versuchten Genozid an Jenischen; Sinti und Roma dar. Bereits 1933 waren insbesondere Jenische durch das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Euthanasie (wie man z.B. an der Geschichte des jenischen Jugendlichen Ernst Lossa sehen kann)  und vor allem aber der zwangsweisen Sterilisation betroffen. Dieses Gesetz hatte auch die Zwangssterilisation und Ermordung von behinderten und psychisch kranken Menschen zur Folge.

Für die Stigmatisierung der Jenischen als „erbminderwertig“ sowie „artfremd“ sind die Untersuchungen des „Zigeunerforschers“ Robert Ritter von der Uni Tübingen stellvertretend.

Im Rahmen seines unter „Kriminalbiologie“ betitelten Forschungsbereiches nahm er die Klassifizierung in „reinrassige Zigeuner“ und „Zigeunermischlinge“ und Angehörige des jenischen Menschenschlags vor, später sah er in den Jenischen eine eigenständige Gruppe die es zu vernichten galt. Die Forschungen von Robert Ritter begannen mit Genealogien von jenischen Familien; sie erschienen 1937 in Leipzig unter dem Titel:

Ein Menschenschlag. Erbärztl. u. erbgeschichtl. Untersuchungen über die durch 10 Geschlechterfolgen erforschten Nachkommen v. "Vagabunden, Jaunern u. Räubern".


Diese Gruppenzugehörigkeit der Jenischen war somit ein Faktor, der sie in speziellem Ausmass zu Opfern der nationalsozialistischen „Erbgesundheitspolitik“ mittels Zwangssterilisationen machte.

Zur Bestimmung der „Rassenzugehörigkeit“ wurden Genealogien erstellt und analysiert. Robert Ritter und seine Komplizin Eva Justin erfassten dabei insgesamt in seiner Studie 34.000 "Zigeuner" im „alten Reichsgebiet“, in der Ostmark und im Sudetenland. Hiervon waren etwa 16000 Jenische, wie Dr. Andrew D`Arcangelis mittlerweile belegen kann.

Einige wenige Forscher wiesen durchaus auf diese spezifisch gegen die Jenischen, die gelegentlich auch als „nichtzigeunerischen Landfahrer“ bezeichnet wurden, gerichteten Verfolgungsmassnahmen hin, so etwa Michael Zimmermann in seinem Standardwerk:

„Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische ‚Lösung der Zigeunerfrage’, Hamburg 1996,

und Andrew D’Arcangelis in seiner Dissertation:

Die Jenischen - verfolgt im NS-Staat 1934-1944, Eine sozio-linguistische und historische Studie, Hamburg 2006.

Von weniger gut informierten Kreisen werden heute viele jenische Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung jedoch gar nicht als Jenische wahrgenommen,  sondern entweder den Sinti und Roma zugeordnet oder als unspezifische Opfer der Verfolgungsmassnahmen gegen „Zigeuner“, „Asoziale“, „Gemeinschaftsfremde“ oder „erblich Minderwertige“ erfasst.

So werden beispielsweise die vom Kinderheim Mulfingen nach Auschwitz verbrachten und dort bis auf eine Überlebende ermordeten Kinder oft generell als die „Sintikinder von Mulfingen“ bezeichnet, obwohl aus den Forschungen Eva Justins über diese Opfer des Nationalsozialismus im Rahmen der Erstellung ihrer Dissertation (Die Lebensschicksale artfremd aufgezogener Zigeunerkinder, Berlin 1943) hervorgeht, dass ein großer Teil dieser Kinder Jenische waren. Eines davon war der Vater eines unserer Vorstandsmitglieder!

Im Standardwerk zur Geschichte Baden-Württembergs wird die spezifische Verfolgung der Jenischen zwar kurz erwähnt, aber nicht weiter untersucht.

Das Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, herausgegeben von Hansmartin Schwarzmaier und Meinrad Schaab, Stuttgart 2003, berichtet S. 262 f. von der „erbpflegerischen“ Verfolgung der Jenischen (wobei der Name dieser Volksgruppe in Anführungszeichen gesetzt wird, was ihre offizielle Nicht-Anerkennung als Volks- und Opfergruppe spiegelt). Das Handbuch hält fest, dass die Verfolgung der Jenischen mittels Zwangssterilisationen nicht allein von dem 1933 erlassenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ ausging, sondern auch auf spezifisch gegen die Jenischen gerichteten Einstellungen zurückzuführen war!


„Ebenfalls auf Grundlage des ‚Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses’, aber offenbar eher aufgrund sozialer Vorurteile gegen ‚Jenische’ (Bürstenbinder, Krämer, Hausierer und Angehörige vergleichbarer Gewerbe wurden zwischen 1934 und 1939 sogenannte rassenhygienische Massnahmen sogar gegen die Einwohner ganzer Dörfer erwogen, so etwa gegen die angeblich minderwertige Bevölkerung des Dorfes Schlossberg am Flochberg (Bopfingen).

Die untere Gesundheitsbehörde stimmte einer solchen Massnahme gegen einen Teil der Einwohnerschaft zu: Sie habe an diesem Ort 72 Fälle bearbeitet, 26 Personen seien sterilisiert worden.

Das gleiche Schicksal drohte auch den Bewohnern der Orte Sternenfels, Lützenhardt, Matzenbach, Unterdeufstetten, Lautenbach und Wildenstein – ebenfalls Orte, in welchen sich jenische Dialekte erhalten hatten bzw. bis heute erhalten wurden.

Obermedizinalrat Dr. Mauthe, später einer der Hauptverantwortlichen für die Euthanasie-Morde in Württemberg, 1938 bescheinigte den Einwohnern dieser Orte:

.. "sie seien denkbar asozial und erbbiologisch minderwertig" ..

Das Innenministerium stellte Zwangsmassnahmen im November 1938 aber offenbar zurück, da erst der Abschluss einer Studie über die ‚Frage der Ziguener, Vagabunden einschliesslich der Jenischen’ abgewartet werden sollte, die zwischen 1937 und 1939 von der Tübinger Zweigstelle  der ‚Rassenhygienischen und Bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle’ im Reichssicherheitshauptamt erarbeitet wurde.“


Der weitere Ablauf von Massnahmen dieser und anderer Art von Forschungen über und Verfolgungsmassnahmen gegen die Jenischen ist bislang erst in Ansätzen dokumentiert worden.

Fest steht aber wie gesagt, dass in der Folge des Himmler-Erlassesn vom 8. 12. 1938 auch Jenische in Konzentrationslager verschleppt wurden

Ihr endgültiger Ausschluss aus der „deutschen Volksgemeinschaft“ erfolgte mit der Inkraftsetzung der “Nürnberger Rassegesetze“ am 15.09.1935. Somit waren sie einer doppelten Verfolgung ausgesetzt: zum einen als „Asoziale“ und „Erbkranke“ im Sinne der Rassenhygiene und zum anderen als „Artfremde“ im Sinne des nationalsozialistischen Rassismus.

Der „Erlass zur Bekämpfung der Zigeunerplage“ vom 6. Juni 1936 radikalisierte die Verfolgung aller zu so genannten "Zigeunern" denunzierten!

Mit dem drauf folgenden ersten Erlass von SS-Reichsführer Heinrich Himmler vom 08. Dezember 1938 war Ihr Schicksal dann endgültig besiegelt.

Der als "Himmlererlass" bekannte Deportationsbefehl vom 16. Dezember 1942:
Das Himmlerdekret vom 16. Dezember 1942 (sog. Auschwitz-Erlass), nach dem die damals so genannten Zigeuner nach Auschwitz-Birkenau deportiert werden sollten, hatte die gleiche Bedeutung für diese wie die Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 für die Juden

Heinrich Himmler unterschrieb ja am 16. Dezember 1942 einen Befehl, der zum Inhalt hatte, alle Zigeuner Deutschlands nach Auschwitz zu schicken. Dieses sog. Himmler-Dekret, und die darauf folgende Bekanntmachung, die am 29. Januar 1943 folgte, kann so ja durchaus als die Konsequenz der Entscheidungen die in Wannsee getroffen wurden, angesehen werden ...

Nachdem entschieden worden war, daß das Schicksal der Juden in der faktisch ja industriell organisierten,  massenhaften Ausrottung enden sollte, war es selbstverständlich für die zweite Gruppe rassisch verfolgter Menschen, den "Zigeunern", Opfer der gleichen Politik zu werden, was am Ende sogar Soldaten der Wehrmacht beinhaltete. (Staatliches Museum Auschwitz, 1993:16)

Aber es gab zu Beginn auch noch einige Ausnahmen ...

Auf Befehl Heinrich Himmlers vom 16. Dez. 1942, sind alle Zigeuner, die sich im Deutschen Reich befanden in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu  deportieren und dort zu ermorden.

Ausgenommen werden sollten davon die wenigen damals noch als "reinrassig", also  "arisch" klassifizierten "Zigeuner", "sozial angepasst" lebende "Zigeuner" und jene, die kriegswichtig waren, entweder in der Wehrmacht oder als ZwangsarbeiterInnen in der Rüstungsindustrie. Sie sollten aber zwangssterilisiert werden .....

Unsere österreichischen Partner überliessen uns Fotokopien eines höchst aufschlußreichen und über fünf Druckseiten umfassenden Schnellbriefs vom 29.7.1943 des Reichssicherheitshauptamts Berlin, welcher wohl in Anlehnung an den so genannten Himmler-Erlass den sehr eindeutigen Betreff hatte:

» Die Einweisung von "Zigeunermischlingen" (womit mehrheitlich die Jenischen gemeint sind) den Rom - Zigeunern und den balkanischen Zigeunern in ein Konzentrationslager «

Der erste auf dieser Abschrift lautet:

» Auf Befehl des Reichsführers SS (Heinrich Himmler) vom 16.12.1942  -  Tgb. Nr. I 2652/42 Ad./RF/V - sind Zigeunermischlinge (womit mehrheitlich die Jenischen gemeint sind),  Rom-Zigeuner und nicht deutschblütige Angehörige zigeunerischer Sippen balkanischer Herkunft nach bestimmten Richtlinien auszuwählen und in einer Aktion von wenigen Wochen in eins der Konzentrationslager einzuweisen. Die Einweisung erfolgt in das Zigeunerlager des KZ Auschwitz-Birkenau «

Erst wenige der Leidensgeschichten von  Jenischen, die in Konzentrations- und Vernichtungslager kamen oder anderweitiger Verfolgung unterlagen, etwa durch Anstaltsinternierung und Zwangsarbeit, Unfruchtbarmachung und „Euthanasie“, sind bisher dokumentiert. Hier besteht nach wie vor eine Forschungslücke!

Mangelnde Bereitschaft zur vorurteilsfreien und im Ergebnis offenen Aufklärung:

Auch die mangelnde Bereitschaft sich endlich seiner historischen Verantwortung gegenüber der jenischen Opfergruppe zu stellen in dem man entsprechende Mittel zur vorbehaltlosen, objektiven Aufarbeitung der jenischen Leidens- und Verfolgungsgeschichte bereitstellt bevor auch noch die letzten Zeitzeugen verstorben sind. Bisherige Versuche, z.B. zusammen mit der bundeseigenen Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas dies anzugehen scheiterten an der fehlenden Bereitschaft seitens des Direktoriums dieser Stiftung sich diesem Thema ERGEBNISSOFFEN und ohne VORURTEILE zu stellen.

Was angesichts der Beteiligung gerade auch der Deutschen Wissenschaft an der Verfolgung der Jenischen vor, während und nach dem `Dritten Reich´ sowie der Tatsache das viele der zuvor ja direkt beteiligten deutschen Wissenschaftler wie z.B. Dr. Robert Ritter (Uni-Tübingen); Eva Justin usw., Ihre rassistischen Ansichten über die Jenischen  noch bis in die 70er Jahre ganz offiziell verbreiten konnten aber auch nicht wirklich verwundern kann. So stützte sich selbst die Bundesregierung in Ihrer Argumentation gegenüber jenischer Organisationen immer wieder auf die Thesen von für Ihre rassistisch motivierten Ansichten berüchtigten und z. T. selbst an der Diskreditierung beteiligten Pseudo-Ziganologen wie Prof. Arnold; Opfermann und Co!

Gerade deshalb begrüßen wir ausdrücklich das der Bundesrat der BR Deutschland mit der z.T. bis heute andauernden Hierarchisierung von Holocaustopfergruppen endlich klar bricht und den versuchten Genozid an den Jenischen als das bezeichnet was er war:

Der Gott sei Dank misslungene Versuch alle Jenischen nach und nach auszurotten, nichts anderes!

Die genaue Zahl jenischer Opfer ist bis heute noch nicht genau bekannt da viele Opfer als so genannte `Zigeuner; Zigeunermischlinge; Asoziale oder wg. angeblich begangener Verbrechen verfolgt und ermordet wurden und bis heute mangels wissenschaftlicher Aufarbeitung nicht nur zu einem großen Teil  noch den Sinti & Roma (deren Leiden wir in keiner Weise anzweifeln noch in irgendeiner Form relativieren wollen!); Verbrechern oder den als `schwer Erziehbar´ bzw. `getarnt Schwachsinnige´ deklarierten, in geschlossenen Irrenanstalten wie z.B. Kaufbeuren eingesperrten und im Rahmen der Euthanasie (wie man am Beispiel der Geschichte von Ernst Lossa sehen kann) ermordeten Opfern als eigentlich kollektiv verfolgte Gruppe kaum erkennbar sind, ja regelrecht untergehen.

Beschämende "Hierarchisierung" der Opfergruppen in Deutschland:

Zum ersten kann und darf man das Leid der einen, eigenen Opfergruppe nicht über das der anderen Opfergruppen stellen und zum zweiten wurden sie alle gleichermaßen als so genannte Zigeuner verfolgt und ermordet! Es macht doch keinen Unterschied ob sie als Jenische, Sinti oder Rom starben, denn alle starben damals als "Zigeuner" doch den gleichen grausamen Tod! Und es macht doch eigentlich auch keinen Unterschied mehr, daß Dr. Ritter den Jenischen ab Mitte 1943 die "Gunst" einer "eigenen" Ethnie zusprach während man sie zuvor als vermeintliche "Zigeunermischlinge" oder "Asozioale"  usw. verfolgt und ermordet hat!

Wären sie keine "Jenischen" gewesen und wären nicht den so genannten "Zigeunern" zugerechnet  worden, hätte man sie nicht ermorden wollen! 

Es machte für "Betroffene" damals sicher keinen Unterschied, ob auf ihren Haftbefehlen, bzw. auch Todesurteilen usw. bis 1943 "Zigeunermischling"; "Asozial" usw. draufgestanden hat oder wie ab der Mitte des Jahres 1943 immer öfter auch nur noch "Jenische/er" (Zigeuner) oder "Zigeuner (Jenische/er)"  als Haftgrund angegeben wurde, denn ihr Tod war doch so oder so schon beschlossene Sache!


Und zwar aus den genau gleichen rassischen Gründen wie bei den anderen damals als so genannte Zigeuner verfolgten Volksgruppen auch!

Schon Anfang 1934/35 startete die NSDAP die Aktionen gegen die "Asozialen" im deutschen Reich. JENISCHE & SINTIS waren im damaligen "Deutschen Reich" "der" Standard für diese! Allein schon in die Nähe der Definition ZIGEUNER zu gelangen, war für jeden fatal und hieß den verordneten Nazi-Tot!

So wird es sogar in diversen wissenschaftlichen Publikationen beschrieben.  Wie aber war das damals?  Die ersten, die den Nazi-Terror zu spüren bekamen, waren neben den Juden erstmal die JENISCHEN, welche damals direkt im deutschen Reich lebten. Von Anfang an waren diese auch am längsten diesen Verbrechern ausgesetzt. Aber auch Sinti-Großfamilien welche mit Jenischen liiert waren, fielen unter den Begriff "Zigeunermischlinge" und erlitten schon damals erste Verfolgungsmaßnahmen wie z.B. Zwangssterilisationen!

Die Verfolgung der anderen Gruppen der Zigeuner-Völker folgte dann mit jeder Besetzung des nächsten Landes durch die Diktatoren.  Einige wenige dieser sind durch sehr gute Beziehungen zu örtlichen Komandanten oder auch durch glückliche Zufälle bis 1939 mehr oder weniger gut durchgekommen und waren zum Teil auf "Frontbewährung" geschickt worden. Aber die doch recht wenigen, die davon auch zurückkamen, landeten spätestens bei Ihrer Rückkehr ab 1943 in den Gefängnissen der Gestapo und viele von ihnen dann auch als sog. jenische Zigeuner im Konzentrationslager.

Sie wurden auch NICHT, wie immer wieder behauptet wird, nur im damals von den NS-Schergen vermuteten Zusammenhang mit den Sinti verfolgt, sondern waren auch allein wegen Ihrer JENISCHEN Abstammung her schon dem Tode geweiht.

Aber eigentlich sollte die Tatsache, daß damals zu Beginn der Nazi-Verfolgungen "reinrassige" Sinti und Lallerie-Zigeuner noch verschont blieben, während unsere jenischen Menschen bereits mit der Zwangssterilisation "bedacht" wurden, diese absolut unseröse Aussage als FALSCH widerlegen!

Dies belegt auch dieser Teil des Schnellbriefs vom 29.7.1943:

Abweichend auch von den gängigen Vorstellungen wurde eine Menge der sog. Zigeuner von der Zwangsmaßnahme ausgenommen. Deren Aufzählung umfaßt 10 Punkte:

»1. Reinrassige Sinte- und Lalleri-Zigeuner;

2. Zigeunermischlinge, die im "zigeunerischen" Sinne gute, ehrbare  "Mischlinge" sind;

3. "Zigeunerische Personen" welche mit "Deutschblütigen" rechtsgültig verheiratet sind;

4. Sozial angepaßt lebende "zigeunerische Personen", die bereits vor der allgemeinen Zigeunererfassung in fester Arbeit standen und feste Wohnung hatten. «

!Interessant ist auch Punkt 6:

» "zigeunerische Personen" die zum Wehrdienst eingezogen sind o. im gegenwärtigen Krieg als versehrt oder mit Auszeichnungen aus dem Wehrdienst entlassen wurden «,

sind von der Deportation ausgenommen

ebenso wie (Punkt 10):

»"zigeunerische Personen"  welche den Besitz einer ausländischen Staatsangehörigkeit nachweisen können.«

Es folgt eine Anmerkung:

"Eine Ausnahmebehandlung entfällt für alle zigeunerische Personen welche erheblich vorbestraft sind
"

Die gängige Auffassung ist aber richtig in einem besonders heiklen Punkt:

Unter III wird angeordnet, daß außer den Fällen 1 und 2 ( reinrassige und »gute« Zigeuner ) von allen übrigen, denen die Einweisung nach Auschwitz-Birkenau erspart bleibt die "freiwillige" Einwilligung zur Unfruchtbarmachung angestrebt wird - natürlich auch für ihre Kinder.

Und wenn sie nicht freiwillig mitmachen wollten?
Dann »entscheidet nach Darlegung der Gründe das Reichskriminalpolizeiamt über das zu Veranlassende. Das ist häßlich, obgleich damit ja noch gar nicht gesagt ist, was das Reichskriminalpolizeiamt letztlich entschieden hat. Unter Punkt IV werden ausführliche und langatmige Vorschriften zur Vorbeugehaft erlassen,  das heisst zur Haftzeit vor der Einweisung nach Auschwitz-Birkenau. Das einzig Positive ist die Weisung daß Familien zusammenbleiben sollen.

Ausweise und Lebensmittelkarten sind abzunehmen, Hab und Gut sei »zurückzulassen und bis auf weitere Weisung in geeigneter Weise sicherzustellen«.

Alle Barmittel und Wertpapiere sind auf Weisung zu hinterlegen und listenmäßig unter Angabe der Personalien des Eigentümers zu erfassen. Die Listen sind dann alle mit der Empfangsbestätigung der zuständigen Polizeikasse bei der Kriminalpolizeileitstelle zu hinterlegen.

Man wüßte gern ob diese Listen nach dem Krieg den Überlebenden noch ausgehändigt werden konnten, und ob sie überhaupt noch existierten. Es folgen zwei Druckseiten mit Einzelheiten zur Hafteinweisung samt notwendigen Anlagen wie Musterformularen und Musterkarteikarten.

Kinder waren auf der Karteikarte der Mutter aufzuführen, außerdem bekam jedes Kind seine eigene Karteikarte. 

Duplikate, Eingangsbestätigungen d. Menschen waren an das Reichskriminalhauptamt, "Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens" in Berlin C2, am Werderscher Markt 5/6 zu schicken.

Vom Ende des "Dritten Reiches" bis nach  1979 wurde der versuchte Völkermord an den ziganischen Völkern rundheraus verleugnet.

Erst seit 1982 kommt es zu einem Umdenken welches bis heute noch immer nicht ganz abgeschlossen ist. Während für die Sinti und Roma über die Inschrift eines "Mahnmals" gestritten wird, warteten die Jenischen noch bis 2008 auf Anerkennung ihrer Verfolgung und konnten erst bei der trad. alljährlichen Gedenkveranstaltung für die NS-Opfer unter den Sinti, Roma und Jenischen während der letzten Sitzung des Bundesrats (853.) vom amtierenden Präsidenten des Bundesrats, Peter Müller (Saarland), die folgenden Worte vernehmen, welche erstmals den versuchten Genozid auch an Jenischen auch politisch anerkannte:

"Wir verneigen uns vor allen Sinti,  Roma  und  Jenischen, die zu Opfern des national-sozialistischen Völkermordes geworden sind  ....  Der Völkermord an den europäischen Juden,   Sinti,   Roma   und   Jenischen   war  ein   Menschheitsverbrechen bisher nicht gekannten, beispiellosen Ausmaßes ...."

Beweisdokumente zum versuchten Genozid an Jenischen:

Einige Dokumente welche wir bei unseren Nachforschungen zu den Geschehnissen in dieser Schreckenszeit gefunden haben, belegen eindeutigst, daß die Jenischen damals eben nicht nur als Mischlinge sondern auch als Jenische selbst neben Sinti & Roma und eben Mischlingen seperat aufgeführt, verfolgt und ermordet wurden. 

Eines dieser o. g. Dokumente, einen so genannten Todeserlass vom Juli 1943 stellen wir euch hier weiter unten ein. Aber erst einmal einige der Dokumente welche das Denken und Wirken von Hrn. Dr. Robert Ritter und seinen Nazi-Schergen im Bezug auf die Jenischen darlegen und beweisen, daß man unsere jenischen Leute als eben das Sinnbild für die im zigeunerischen Sinne als "schlechten" Zigeuner, für "Asozialität" und "Minderwertiges Leben" schlechthin angesehen hat!

Dies führte ja dazu das die Jenischen genau wie die Juden auch bereits kurz nach der Machtergreifung unter dem Nazi-Terror zu leiden hatten ....

Abweichend von den gängigen Darstellungen ordnete Himmler damals aber noch nicht öffentlich an, die Zigeuner auch zu vernichten!

Bis dahin waren die Jenischen meistens als Zigeunermischlinge oder als Asoziale benannt worden, was in der Auswirkung aber auch keinen Unterschied mehr bedeutet hatte, denn ob sie nun vor Ihrer Ermordung als Jenische benannt wurden oder als "Zigeunermischlinge", bzw. als "Asoziale", diese Bezeichnung wurde u.a. auch auf die Sinti & Roma angewandt, machte Ihnen das Sterben wohl nicht wirklich leichter!

Aber ab Mitte/Ende 1943 war man wohl zur Erkenntnis gelangt das die bis dahin noch gängige Bezeichnung der Jenischen als "Zigeunermischlinge"  doch nicht wirklich korrekt war und der deutschen Korrektheit halber und der Tatsache das, wenn man sie, wie von  Rasentherotikern vorgeschlagen, als eigenständige Zigeuner-Rasse bezeichnet, um ein vielfaches wird leichter aus dem deutschen Volkskörper wird ausmerzen können.

So wurden ab Mitte 1943 die meisten der bis dahin auch z. B. in der Wehrmacht verbliebenen Jenischen, die auf Frontbwährung waren beim nächsten Heimaturlaub mit Kind und Kegel in die Konzéntrationslager verfrachtet! Auf den meisten Haftbefehlen aus dieser Zeit stand dann ab 1943 auch wirklich "Jenisch (Zigeuner)" oder "Zigeuner (Jenisch)" als Haftbegründung!

Man kann also guten Gewissens behaupten, daß die Jenischen zu Beginn der Nazi-Diktatur als vermeintliche Mischlinge und Asoziale verfolgt wurden und dann ab Mitte des Jahres 1943 in den zweifelhaften "Genuss" kamen dann als ein eigenständiges "Zigeunervolk" ermordet zu werden.

Selbst renommierteste Fakultäten müssen diese Tatsache immer öfter eingestehen und ihre bis dahin vertretenen Ansichten revidieren.

Man muss diesen gegenüber aber zugute halten, daß bis heute fast keine wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema erfolgt sind, und die paar die wirklich erstellt wurden auch von Seiten derjenigen in Auftrag gegeben wurden welche versuchen ausser dem Völkermord an Juden und Sinti & Roma keine weiteren Genozide mehr anzuerkennen, wohl um deren "Einzigartigkeit" zu erhalten!

Wobei wir betonen müssen das Seitens der Juden bisher wirklich nur auf fairste Art und Weise versucht wurde der Wahrheit ans Tageslich zu verhelfen und entdeckte Belege auch anerkannt werden während von der "anderen" Seite immer wieder behauptet wird der Genozid hätte sich nur gegen die Sinti und Roma gerichtet - obwohl es ganz offensichtlich ist das die Jenischen lange vor diesen ins Visier der Nazis geraten sind und auch unter allen Verfolgungen zu leiden hatten welche später auch auf diese angewandt wurden!

Wir wollen Ihnen hier nun einige Dokumente betreffend Jenischer zeigen welche die Verfolgungsmaßnahmen und den versuchten Genozid verdeutlichen:

Arbeitbericht von Dr. Ritter an Dr. Breuer vom Januar 1940 Seite 1:

Arbeitsbericht von Dr. Ritter an Dr. Breuer vom Januar 1940 Seite 2

Ein weiterer Arbeitsbericht von Dr. Ritter  Seite 1:

Arbeitsbericht von Dr. Ritter - Seite 2:

Dr. Ritter an die "Deutsche Forschungsgemeinschaft" - Seite 1:

Dr. Ritter an die "Deutsche Forschungsgemeinschaft" - Seite 2:

Dr. Ritter an die "Deutsche Forschungsgemeinschaft" - Seite 3 (4):

Dr. Ritter an den Präsidenten des "Reichsforschungsrats":