Anmerkung (Haftungsausschluss): Die Angabe von E-Mail Adresse und Homepage ist freiwillig. Es ist untersagt, angegebene Daten für Werbe-eMails zu missbrauchen. Alle Eintragungen spiegeln die Beiträge der Gäste wider, die für die jeweiligen Inhalte verantwortlich sind. Der Seitenbetreiber haftet nicht für Inhalte oder Richtigkeit der gemachten Angaben.

Ihr Gästebuch Eintrag

Rainer Hammerschmidt schrieb am 26.03.2013


Also möchte gerne Mitglied machen aber !Habe alles versucht (Mitgliedschsft-Antrag) Fax. Anruf u.s.w funktioniert nichts !Bitte um hilfe oder Kontakt.
Oder kann mir einer helfen .Tel.015208711073

Johannes Schumacher schrieb am 06.02.2013

Franz Sales Haus Essen - Der Fall Rolf-Michael Decker (57) - Barmherzige Schwestern als Sadisten - LVR und LWL in der Kritik - Pastorin Dr. Vollmers Skandaltisch - Oberlandesgericht Hamm erkennt Decker als Opfer an
444 Tage in der Dachbodenzelle - Dormagener Schweinestall - Monsignore Hans Faber+

Franz Sales Haus Essen - Der Fall Rolf-Michael Decker (57) - Barmherzige Schwestern als Sadisten - LVR und LWL in der Kritik - Pastorin Dr. Vollmers Skandaltisch - Oberlandesgericht Hamm erkennt Decker als Opfer an

(News4Press.com)



Der Bericht des ehemaligen Heimzögling und Jenische* Rolf-Michael Decker ist ein einzigartig zeitgeschichtliches Dokument. Es gibt Einblicke in eine Zeit in der Menschen an Kinder und Jugendlichen in staatlichen, kirchlichen und privaten Heimen sowie Erziehungsanstalten Verbrechen begangen haben in einem unbeschreiblichen Ausmaß. Es hat das Urvertrauen in ErzieherInnen, Priester, Nonnen, Beamte, Angestellte und Politiker tief erschüttert. Der eigene Tod mag für einige der Täterinnen und Täter zu rechten Zeit gekommen sein, bevor sie sich vor den weltlichen Gerichten verantworten mussten. Es ist ein religiöser Irrtum, die Menschen glauben zu lassen, dass mit dem Tod alle Sünden vergeben sind und über Tote nicht schlecht geredet werden darf. Das Erinnern an die zahllosen toten Kinderheimopfer - und Überlebenden an Körper und Seele - muss unserer aller Gedenken sein. Der Heimkinderverband Deutschland wird in Werl/Westfalen demnächst eine zentrale Gedenktafel für NRW enthüllen. Weitere Gedenktafeln wird es in den anderen Bundesländern geben. Staatliche und kirchliche Einrichtungen sind verpflichtet, allen Opfer Gehör zu verschaffen und sie in menschenwürdiger Weise auch finanziell zu entschädigen. Lammfeldkuscheldecken für missbrauchte Kinder in Säuglingsheime anzubieten, das ist das Denken, was viele Opfer mit Wut und tiefer Enttäuschung erfüllt. Es reicht auch nicht, wenn ein Nachfolger eines Kinderheimes vor dem Rollstuhl von Decker in die Knie geht und durch Handauflegung um christliche Vergebung bittet, wenn er gleichzeitig nicht bereit ist die Namen der Täterinnen preiszugeben.

Mit Urteil vom 24. Januar hat das Oberlandesgericht (OLG) in Hamm entschieden, dass die Klage von Decker auf Entschädigung zurückgewiesen wird, wegen der immer noch in Deutschland bestehenden gesetzlichen Verjährungsfristen. Jedoch hat das OLG festgestellt: "In der Zeit vom 9.8.1966 bis 25.6.1969 war der Antragssteller (Decker), der damals als geistig behindert eingestuft wurde, im Franz Sales Haus in Essen untergebracht. Unbestritten wurde er in dieser Zeit Opfer von körperlichen Misshandlungen und Freiheitsberaubung sowie sexuellem Missbrauch. Begangen wurden die Taten von Beschäftigten des Franz Sales Hauses Essen". Decker vertritt die Meinung, dass bei den schweren Verbrechen - auch an anderen ehemaligen Heimkindern - mit solchen Urteilen die Justiz und die Politiker sowie die Heime unter Mitwirkung großer Rechtsanwaltsstäbe diese Verbrechen weder gesühnt noch entschädigt werden. Decker wartet immer noch auf eine Entschuldigung des Franz Sales Hauses Essen. Er wird gegen das OLG-Urteil eine weitere Klage - wie andere Kinderheimopfer auch - vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg einreichen.

Decker: "Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat sich bei mir gemeldet und zugegeben, dass man uns damals zu Unrecht in Schwachsinnigenheimen wie das Franz Sales Haus in Essen eingesperrt hat und das die fehlerhaften Gutachten nun dazu führen werden, dass der LVR eine Studie veranlassen wird, um die Dinge aufzuklären. In meinem Fall hat man sich entschuldigt, was ich aber so nicht hinnehmen kann. Mit einem Sack Kartoffeln aus eigenem Anbau vom Franz Sales Haus werde ich mich nicht zufriedengeben. Leider haben diese Almosen andere Zöglinge angenommen, weil sie nicht die Kraft hatten sich dagegen zu wehren. Decker: "Es macht mich unendlich traurig, wenn ausgerechnet ehemalige Mitinsassen untereinander sich ausspionieren, um sich als Zuträger des Franz Sales Haus anzubieten. Es ist mir wichtig, dass auch die Verantwortlichen des Landschaftsverbandes Rheinland und Westfalen-Lippe zur Rechenschaft gezogen werden."

Peter Möller vom Landschaftsverband Rheinland: "Die angesprochenen Diagnosen über die sogenannte Schwachsinnigkeit aus der damaligen Zeit sind bekannt. Auf Grund der Fortschritte in der Diagnostik werden diese Heute so nicht mehr getroffen. Der Begriff Schwachsinnigkeit wird in der heutigen Zeit in der Diagnostik von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen nicht mehr verwendet. Fehldiagnosen in der Vergangenheit sind nicht auszuschließen. Wie Sie wissen, hat sich der LVR mit dem Themenkomplex „Ehemalige Heimkinder“ für den Bereich der Jugendhilfe bereits in der von ihm beauftragten Studie „Verspätete Modernisierung“ auseinandergesetzt http://www.lvr.de/de/nav_main/jugend_2/hilfezurerziehung/anlaufundberatungsstellefrehemaligeheimkinder/lvrundehemaligeheimkinder/lvrundehemaligeheimkinder_1.html). Auch erinnert der LVR mit dem Denkmal der "Grauen Busse" als Nachfolger des Provinzialverbandes Rheinland an den Massenmord an fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland während des Nationalsozialismus. Darüber hinaus hat die Landschaftsversammlung Rheinland über die Beauftragung einer Studie über die Lebensverhältnisse ehemaliger Heimkinder in Einrichtungen der Psychiatrie und der Behindertenhilfe entschieden. Der LVR hat eine weitere Studie zur Geschichte der Psychiatrie in den 50er und 60er Jahren aufgelegt und derzeit bestehen Bemühungen, das persönliche Schicksal von Herrn Decker und anderer Personen mit vergleichbaren Lebensgeschichten in der Klinik Bonn aufzuklären".

Der derzeitige Direktor des Franz Sales Hauses in Essen - und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck - stehen seit längerem in der Kritik der Kinderheimopfer, die immer noch auf angemessene finanzielle Entschädigungen warten. Die Pressesprecherin des Franz Sales Haus teilte mit, dass sie ihre Namensnennung in diesem Artikel verbietet. Allerdings wies sie darauf hin, dass man das Franz Sales Haus nicht weiter mit Dreck bewerfen soll. Der Berliner Runde Tisch unter Antje Vollmer (Grüne) hatte die Gruppe der vermeintlich Schwachsinnigen von Entschädigungszahlungen ausgeschlossen. Dabei sind in der Öffentlichkeit namhafte Persönlichkeiten bekannt, die in Kinderheimen der 50er, 60er Jahre und 70er Jahre aufwachsen mussten. Die allergrößte Mehrheit der Heimkinder sind schwer traumatisiert, da sie oftmals durch die Hölle gehen mussten. Pastorin Antje Vollmer, Vorsitzende des ehemaligen Runden Tisches Heimerziehung, wird mit dem Makel leben müssen, dass sie die Gruppe der behinderten Heimkinder von Entschädigungen ausgeschlossen hat. Das Franz Sales Haus in Essen reagierte auf eine ganz spezielle Art und Weise in der Nazizeit auf die steigende Anzahl von Heimkinder. Über 600 Kinder und Jugendliche sollen als Behinderte eingestuft worden sein und in "Auspuffgasbussen" umgebracht, bzw. in andere Konzentrationslager verschleppt und ermordet worden sein.

Das Franz Sales Haus wurde am 3. April 1884 als Verein zur Erziehung und Pflege katholischer idiotischer Kinder beiderlei Geschlechts aus der Rheinprovinz von dem Theologen Johann Heinrich Peter Beising gegründet. 1889 wurden der Einrichtung von Wilhelm II. die Rechte einer juristischen Person verliehen. Drei Jahre darauf, nach einem Umzug an den jetzigen Standort an der Steeler Straße, wurde die Einrichtung nach Franz von Sales benannt. Vor dem Beginn der Aktion-T4-Deportationen (Vernichtung lebensunwerten Lebens, NS-Krankenmorde) 1940 lebten in der Einrichtung 1.096 Männer, Frauen und Kinder. Im September 1941 fanden zwei große Transporte in die beiden psychiatrischen Kliniken Bedburg-Hau und Johannistal-Süchteln (heute ist Süchteln ein Teil von Viersen) statt, die mit dem T4-Programm verbunden waren. Der Arzt Hegemann im Franz-Sales-Haus und die Meinung der Sozialarbeiter hatten auf das Überleben der behinderten Menschen einen Einfluss. Auch die politische Ausrichtung der Eltern spielte bei den Prognosen für deren Kinder eine Rolle, wie Volker van der Locht in seinen Untersuchungen für die UIC nachwies. Bis 1943 wurden insgesamt 832 behinderte Menschen deportiert.

Decker: "Der jetzige Heimleiter hatte am 4. März 2011 in einer Veröffentlichung in "DerWesten" zugesagt, dass er alle Opfer seiner Einrichtung entschädigen werde. Danach allerdings lies er nichts mehr von sich hören und die Opfer im Stich. Plötzlich berief er sich auf die gesetzliche Verjährungsfrist von dreißig Jahren. Ca. 600 Heiminsassen von 1960 bis 1975 wollen sich nicht länger vertrösten lassen. Der Staatsanwaltschaft Essen wird von Decker vorgeworfen, dass sie alle bisherigen Ermittlungsverfahren einstellte mit der Begründung der dreißig jährigen Verjährungsfrist. "Systematische Folter an Kindern und Jugendlichen, deren Unmenschlichkeit nur noch von der Brutalität in Konzentrationslager übetroffen wird, darf nicht verjähren", so Decker. Decker erlebte sein persönliches Schicksal als er im katholischen St. Raphaelshaus in Dormagen als 8jähriger Junge schwer körperlich misshandelt wurde. Wegen Bettnässen wurde er im heimeigenen Schweinestall unter Schweinen tagelang nackt eingesperrt. Durch ein ärztliches Attest wurde der Verdacht Schweinepest diagnostiziert. Er konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Ein zweiter Junge, der mit weiteren Zöglingen eingesperrt war, wurde mit den gleichen Symptomen ins Krankenhaus St. Augustinus eingeliefert und verstarb nach wenigen Tagen. Decker sind drei weitere Fälle von sexuellem Missbrauch im Raphaelshaus bekannt.

Decker wurde 1965 in das Franz Sales Haus in Essen überstellt. Er glaubte, das er das Schlimmste überwunden hatte. Was ihm allerdings dort passierte, sprengt erneut jedes Vorstellungsvermögen. Als er das erste Mal aus dem Heim weglief, um zu seiner Mutter zu fliehen, wurde er von der Polizei aufgegriffen und wieder zurückgebracht. Er kam zunächst sechs Wochen in einer der berüchtigen Dachspeicherzellen. Nach einem weiteren Ausbruchversuch geriet er in die Hände des mittlerweile verstorbenen Erziehers "K." - bekannt auch als "Zigarettenteufel" - dem es Spaß machte Zigarettenglut auf den Körpern der Kinder auszudrücken, während er sie gleichzeitig vergewaltigte. Afterrisse wurden nur unzureichend behandelt und eiterten oftmals. Heiminsasse R. soll im Alter von 9 Jahren ebenfalls durch K. in einer Gefängniszelle bestialisch immer wieder vergewaltigt worden sein. Die anderen Zellennachbarn mussten das Martyrium mitansehen und mitanhören, wobei diese froh waren, dass sie in dieser Nacht verschont geblieben sind. Die Schreie der Kinder in den Zellen konnten nicht nach Aussen dringen, da die Türen gepolstert waren. R. hat mit 16 Jahren Selbstmord begangen.

Der inzwischen verstorbene Monsignore Hans Faber, ehemaliger Leiter des Franz Sales Hauses, soll in mehreren Fällen sich ebenfalls an männliche Heimzöglingen im Alter von neun bis zwölf Jahren sexuell vergangen haben. Der Pressesprecher des Bistums, Ulrich Lota, hatte sich persönlich bei Decker im Namen des Bischofs und des Täters entschuldigt. Lota weist darauf hin, dass mit allen dem Bistum bekannten Fälle Vereinbarungen getroffen wurden. Auf Grund der Stellungnahme von Lota gab dieser zu erkennen, dass anhand seiner Äusserungen, es ausser dem Fall Decker noch weitere Fälle des sexuellen Missbrauchs durch Faber an ehemaligen Heimkindern des Franz Sales Haus gegeben haben muss. Lota bestand ausdrücklich darauf, dass keine Entschädigungen gezahlt wurden, sondern das hier ein finanzielle Anerkennung des zugefügten Leides an einzelne Heimkinder erfolgte. Was ist ist eine Zahlung des erlittenen Leides? Es ist nichts anderes als eine Entschädigung, also eine Anerkennung des Missbrauches durch Monsignore Faber. Nicht Decker ist also unglaubwürdig geworden, sondern an den Äusserungen von Lota wurde substantiell nachgewiesen, dass außer dem Fall Decker es noch weitere Fälle von Heimkinder gegeben hat, die beim Bistum Essen einen Antrag auf finanzielle Anerkennung für das erlittene Leid, das ihnern durch Faber zugefügt wurde, gestellt haben. Decker: "Faber hat im Beichtstuhl darauf bestanden, dass er ausgiebig die Sünden der Zöglinge hören wolle. Je schlimmer die Schilderungen der Kinder waren, je öfter onanierte er im Beichtstuhl unter der Bibel. Faber befahl einzelne Jungen nach der Beichte in die Sakristei zu einer Sonderbuße. Die Buße bestand aus dem Schlagen auf den nackten Hintern, während die Kinder ihn dabei oral befriedigen mussten. Vereinzelt nahm er sie auch in seine Privaträume mit, wo er mit seiner Schwester lebte".

Decker: "Als Bibelschwester war die Nonne "Friedlinde" berüchtigt. Wer im Bett nässte, der musste auf dem Flur jeweils ein Gebetbuch mit ausgestreckten Armen in der rechten und linken Hand waagerecht halten. Gingen die Arme nach unten, gab es Prügel. Bei wiederholten Verstößen mussten alle Kinder der Station mit einem Schuh den nackten Hintern mehrfach schlagen. Die perverse Nonne bestand noch im fortgeschrittenen Alter der Jugendlichen darauf, die Genitalien der Bettnässer selber ausgiebig zu waschen. Die sexuellen Handlungen endeten plötzlich mit einem heftigen Schlag auf das Geschlechtsteil. Als Decker erneut aus dem Horrorheim ausbrach - und von Polizisten aufgegriffen wurde - erzählte er von den Vorfällen. Statt den Hinweisen nachzugehen, liessen sich die Beamten von den Nonnen abspeisen: "Der Ausreisser ist ein Schwachsinniger, glauben sie ihm kein Wort". Zum damaligen Zeitpunkt wurde durch den Landschaftsverband Rheinland - als Kostenträger und verantwortlich für deren Unterbringung der Heimkinder - immer wieder Gutachten in Auftrag gegeben, die den Geisteszustand der Kinder bewerten sollten. In einem Zeitraum von knapp fünf Jahren wurden ca. 600 Kinder für schwachsinnig erklärt. Das Franz Sales Haus in Essen war bis zu diesem Zeitraum völlig unterbelegt und wurde nun mit einem Schlag kräftig aufgefüllt".

Decker: "Schwester "Bernarda" war dadurch aufgefallen, dass sie Jugendliche zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr in ihrem Schwesternzimmer übernachten lies. Die Berichte der Kinder führten dazu, dass die Schwester das Kloster freiwillig verlies und ihr Mutterhaus "Der Barmherzigen Schwestern in Essen" den Rücken kehrte, um sich privatisieren zu lassen. Es stellt sich die Frage, warum der Landschaftsverband Rheinland eine derart belastete ehemalige Nonne weiter im Franz Sales Haus beschäftigte. Für die Heimkinder änderte sich nichts. Der sexueller Missbrauch fand nun nicht mehr in Nonnentracht statt, sondern in Privatkleidung einer Angestellten".

Die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern von der heiligen Elisabeth ist aus den Beginenkonventen der Stadt Essen hervorgegangen. Diese Beginenkonvente waren Vereinigungen frommer Frauen, die sich caritativen und sozialen Werken widmeten. Ihr Ursprung reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. In der Stadt Essen gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch drei Beginenkonvente: Im Zwölfling, Im Turm und Im Dunkhaus. 1838 wurden die Konvente Im Zwölfling und Im Turm zusammengelegt. 1840 wählten die Conventualinnen Clara Kopp zu ihrer neuen Oberin. Sie wirkte als Krankenpflegerin in der Stadt Essen. Ihr Ziel war, ein Krankenhaus zu gründen und ein klösterliches Leben zu führen.

Decker appelliert an den LVR, alle ehemaligen Heimkinder über die Gutachten zu informieren und diese auf Wunsch auch zuzustellen, um die Möglichkeit zu schaffen, den Makel der Schwachsinnigkeit zu tilgen. Decker vermutet, dass selbst erfolgreichen und namhaften ehemaligen Heimkindern nicht bekannt ist, dass es solche Skandalgutachten gibt. Für Decker ist es nicht nachzuvollziehen wie das Franz Sales Haus ein völlig neues Hotel für mehrere Millionen Euro bauen konnte, welches in der GmbH Franz Sales Haus eigene Heimbetriebe integriert ist, aber die Opfer nicht entschädigt. Weiterhin ist für ihn völlig unverständlich, wenn Vertreter des Franz Sales Haus anlässlich des heimeigenen Runden Tisches berichten, dass ehemalige Heimkinder auf eine finanzielle Entschädigung verzichten. Steht diese Aussage im Zusammenhang mit der Selbsteinschätzung der Heimleitung, dass es sich um eine ehrwürdige religiöse Einrichtung seit 125 Jahre handelt? Decker betont, dass es erstaunlich ist, dass bei der 125jährigen Jubiläumsfeier - und auch danach - sich das Heim mit den skandalösen Vorfällen nicht wirklich ehrlich auseinandergesetzt hat. Er wirft der Heimleitung vor, dass er gemieden und kriminalisiert wird und ihm seine Vergangenheit in der französischen Fremdenlegion vorgehalten wird. Decker sieht viele Heimkinder, die auf die schiefe Bahn gelangten, als Endprodukt der skandlösen deutschen Heimerziehung. Er kämpft seit vielen Jahren von Bremen aus im Rollstuhl für die Rechte aller Kinderheimopfer. Decker appelliert an die Opfer, sich nicht weiterhin vertrösten zu lassen von inkompetenten Runden und Eckigen Tischen, Landschaftsverbänden, Gutachter, Kirchen- und Heimleitungen sowie Politiker.

Die Opfer der erbbiologischen Selektionspolitik und deren Angehörige mussten dagegen erleben, dass ihren Interessen in der Nachkriegszeit kein Gehör geschenkt wurde und ihr Leiden völlig aus dem Blick geriet. Erinnert sei an die an anderer Stelle vorgestellte Anna K., die infolge eines Nervenzusammenbruchs in der städtischen Psychiatrie verstarb. Es war in der Nachkriegszeit niemals ein Thema der Auseinandersetzung, dass allein die Diagnose »erbkrank im Sinne des Gesetzes« die Störungen ausgelöst haben könnte, weswegen die derart Beurteilten dann sterilisiert worden sind. Fragen wir nach dem Einverständnis der Betroffenen mit dem Eingriff, so ergibt sich auf der Basis der bisher gesichteten Erbgesundheitsgerichtsakten folgendes Muster: Verheiratete und reifere Erwachsene mit Kindern konnten eine Unfruchtbarmachung, auch wenn sie dagegen waren, eher akzeptieren als Jugendliche und junge Erwachsene, denen die Familiengründung noch bevorstand. So hatte sich Sofie B., noch bevor ihr Sterilisationsprozess in Köln anberaumt wurde, bereits in der Stadt in einem Heim zur Entbindung ihres Kindes aufgehalten. Es ist unklar, ob sie durch ihren Vater geschwängert wurde oder durch einen jungen Mann, mit dem sie zu der Zeit zusammen war. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang eine Äußerung, sie wolle für ihr Kind sorgen und arbeiten gehen.

Auch H., der schon erwähnte frühere Zögling des Franz-Sales-Hauses, schrieb noch vor seiner Deportation nach Hadamar aus Waldniel einen Brief an seinen Vormund, Schulrektor Sommer im Franz-Sales-Haus: »Sehr geehrter Herr Sommer. Heute komme ich mit einer besonderen Bitte. Wie ich Ihnen schon des öfteren wissen ließ, bin ich das Anstaltsleben leid und möchte wieder als Arbeiter draußen mein Brot verdienen. Da ich keine Fehler begangen habe, weil ich nicht mit 24 Jahren zum Reichsarbeitsdienst für 1 Jahr eingetreten bin, so möchte und muss ich dieses versäumte Jahr nachholen, um im neuen Reich überhaupt noch Arbeit zu erhalten. (…) Ob es erforderlich ist, mit dem ersten Vormund Rücksprache zu nehmen, müssen Sie selbst entscheiden, heute kommt es darauf an, dass Sie einen entsprechenden Antrag für mich stellen. Im Voraus besten Dank (…) Hans H. Sofie B. und H. stehen exemplarisch für die Bedürfnisse und Wünsche vieler, besonders jugendlicher Betroffener der eugenischen Selektionspolitik.

Darüber hinaus wurden viele andere Heimkinder in den Jahren 1942 bis 1945 in der so genannten Aktion Brandt getötet. Selbst bei den bisher bekannten Zahlen Ermordeter aus dem Franz-Sales-Haus – zumeist in dieser zweiten Phase getötet – ist davon auszugehen, dass sie zu niedrig angesetzt sind. Geht man in Biographien ehemaliger Zöglinge zeitlich weiter zurück, so hat sich gezeigt, dass weitere, dem Kindesalter entwachsene Pfleglinge in der Erwachseneneuthanasie bis 1941 oder in der zweiten Phase ums Leben kamen. Ebenso bildet die Zahl Ermordeter der Kindereuthanasie nur eine Untergrenze, weil die bisher bekannten Todesfälle aus dem katholischen Franz-Sales-Haus stammten.

Hildegard Bur am Orde-Opitz vom LWL-Versorgungsamt Westfalen: "Sehr geehrter Herr Decker, Frau Dr. Wiegand-Träbing und Frau. Am Anfang habe ich mich über Ihre Bedenken gegenüber Herrn Prof. Haselbeck informiert. Ich tut mir sehr leid, dass Sie in der Vergangenheit so negative Erfahrungen mit der Psychiatrie machen mussten und Ihre Vorbehalte kann ich gut verstehen. Leider hat die Ärzteschaft dazu auch reichlich Veranlassung geboten. Schließlich waren nicht wenige Ärzte in schlimmer Weise in nationalsozialistisches Unrecht verstrickt. Und viel zu spät ist dieses traurige und beschämende Kapitel deutscher Medizingeschichte aufgearbeitet worden. Zahlreiche Ärzte, die sich zwischen 1933 und 1945 schuldig gemacht haben, waren noch viele Jahre nach dem Krieg teilweise hochangesehen tätig. Dabei wurde über die kritikwürdigen Handlungen zwischen 1933 und 1945 geschwiegen, bzw. sie wurden verheimlicht. Naturgemäß hatten diese Ärzte auch nach dem Krieg Mitarbeiter und Assistenten. Daraus kann man aber nicht ableiten, dass letzere Kollegen das braune Gedankengut geteilt haben. So hat Herr Prof. Haselbeck als Chef der Bremer Nervenklinik an der kritischen Aufarbeitung der Vergangenheit mitgewirkt. Ich möchte Sie hinweisen auf das Buch Der tödliche Schatten der Psychiatrie: Die Bremer Nervenklinik 1933 bis 1945. Gerda Engelbracht. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Helmut Haselbeck. Verlag: Donat, Bremen 2002, ISBN3-931737-18-7. Ich bitte Sie von daher, das Ergebnis der Begutachtung in Ruhe abzuwarten. Ich versichere Ihnen, dass ich mir das Gutachten persönlich genau ansehen werden".

Decker: "Während der Untersuchung musste ich erfahren, dass Prof. Dr. Haselbeck, früher ebenfalls in der Jugendpsychiatrie in Bonn tätig war. Sein Mentor war Prof. Dr. Dr. Schmitz aus Bonn, der Leiter der dortigen Jugendpsychiatrie. Ich mache dem Franz Sales Haus - und dem Landschaftsverband Rheinland - den Vorwurf, dass es sehr seltsam erscheint, wenn im Zeitraum von 1960 bis 1970 mehr als 600 Kinder von der Jugendpsychiatrie Bonn für schwachsinng erklärt wurden und dieses u.a. federführend durch den Obermedizinalrat Prof. Dr. Dr. Schmitz sowie seinem ihm anvertrauten Ärztestab. U.a. beruft sich Decker auf eine E-Mail 2.1.2013 von Dr. med. Hildegard Bur am Orde-Opitz, Leiterin des Versorgungsamtes des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL). Zitat: "Leider hat die Ärzteschaft dazu reichlich Veranlassung geboten. Schliesslich waren nicht wenge Ärzte in schlimmer Weise in nationalsozialistisches Unrecht verstrickt. Und viel zu spät ist dieses traurige und beschämende Kapitel deutscher Medizingeschichte aufgearbeitet worden. Zahlreiche Ärzte, die sich zwischen 1933 und 1945 schuldig gemacht haben, waren noch viele Jahre nach dem Krieg teilweise hochangesehen tätig. Dabei wurde über kritikwürdige Handlungen zwischen 1933 und 1945 geschwiegen, bzw. sie wurden verheimlicht."

Anlass zu diesem Zitat sind die Bedenken von Decker, dass Prof. Dr. Haselbeck keine unanbhängige Gutachten schreiben kann, weil Zitat aus dem Gutachten: "Blatt 1: Der Vater unseres Patienten (Decker) war Trinker und endete durch Suizid. Die Mutter eine zigeunerhafte Frau, die sich seit mehreren Jahren herumtreibt unbekannten Aufenthaltes und sich noch nie um ihre zahlreichen Kinder gekümmert hat." Decker merkt dazu an, dass seine Mutter keineswegs eine zigeunerhafte Frau war und sich keinesfalls herumgetrieben hat. Sie verstarb 1999 in Wuppertal. Die Äusserungen von Haselbeck müssen als menschenverachtend bezeichnet werden und eine Beleidigung der Eltern von Decker.

Nach den bisherigen Recherchen in dem Euthansie- und Sterilisationsprogramm des Volker van Lochte, der seinerzeit Untersuchungen über das Franz Sales Haus durchgeführt hat, kam Lochte zu dem Ergebnis, dass während der Nazi-Diktatur schon die Landesklinik Bonn eine zentrale Rolle in der Zulieferung durch Prof. Dr. Dr. Schmitz und anderen Ärzten eingenommen hat. Somit wurden dem Franz Sales Haus bereits im Nazireich Kinder und Jugendliche, die für schwachsinnig erklärt wurden, von der Landesklinik zugeführt. Diese als minderwertig und lebensuntüchtig stigmatisierten Kinder und Jugendliche wurden seinerzeit durch die Landespsychiatrie Bonn dem Franz Sales Haus zugeführt und von dort aus nach Hadamar, Waldniel-Hostert und Sachsen-Anhalt verfrachtet, vergast und ermordet. Es ist erstaunlich, dass sich die Situationen während des Kriegs und nach dem Krieg ähneln. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Ärzteteams um Prof. Dr. Dr. Schmitz, nämlich Prof. Dr. Haselbeck, wurde vom Landschaftverband Rheinland Decker als Gutachter ins Haus geschickt zwecks Prüfung einer Opferentschädigungsrente."

Decker: "Ich erinnere mich mit körperlichen Schmerzen an ein Gespräch mit Herrn Monsignore Faber+, Leiter des Franz Sales Haus in den sechziger Jahren. Als kleiner Junge fragte ich den "Gottesmann" Faber: "Warum fi.... Sie mich so gerne?" Er antwortete: "Am liebesten fi... ich Zigeunerkinder". Ich möchte darauf hinweisen, dass die Rentenansprüche ehemaliger Heimkinder von Seiten des Franz Sales Hause zunichte gemacht wurden und werden, in dem die Einrichtung für jedes ehemalige Heimkind eine Bescheinigung ausstellte in dem es heisst, dass bei den durch die Zöglinge durchgeführten Handlungen um "Sozialpädagogische Maßnahmen" handelte und diese nicht rentenversicherungspflichtig gewesen sind. Mit diesem Schreiben des Franz Sales Haus betrog das Heim jedes einzelne Heimkind um einen Rentenanspruch, denn nachweislich gab es in den 60er Jahren in dem Franz Sales Haus keine sozialpädagischen Maßnahmen. Wäre nämlich in den 60er Jahren wirklich sozialpädagogisch gearbeitet worden, dann wäre es nicht zu den ganzen Verbrechen an den Heimkindern gekommen. Ich lasse zur Zeit durch den LVR prüfen, in wie weit es im Franz Sales Haus tatsächlich zu sozialpädagogischen Maßnahmen gekommen ist. Der jetzige Direktor des Franz Sales Haus behauptet, dass ihm kein Mensch das Gegenteil beweisen könne".

*Jenische ist sowohl eine Eigen- als auch eine Fremdbezeichnung für Angehörige eines nach landschaftlicher und sozialer Abkunft in sich heterogenen Teils der Bevölkerung in Mittel- und Westeuropa. Historisch lassen sich Jenische auf Angehörige der marginalisierten Schichten der Armutsgesellschaften der frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts zurückführen. Merkmale dieser historischen Jenischen waren ihr ökonomischer, rechtlicher und sozialer Ausschluss aus der Mehrheitsbevölkerung und eine dadurch bedingte Dauermigration. Es „reist“ heute nur mehr ein kleiner Teil der Jenischen. Die gesellschaftliche Marginalisierung mit reduzierten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, in der Wohnsituation und in den Bildungsmöglichkeiten besteht bis heute ganz überwiegend fort. Jenischen zugeordnet wird ein eigentümliches Idiom, die aus dem Rotwelsch hervorgegangene jenische Sprache. Jenische und Sinti sind stigmatisiert worden durch das Schweizer Modell, nach dem in der Schweiz die Kinder zwangsweise weggenommen wurden und diese zur Zwangsadoption in fremde Familien verbracht. Die Eltern wurden in den meisten Fällen in der Nazi-Diktatur vergast und umgebracht. Das Schweizer Modell wurde erst in den 90er Jahren in der Schweiz beendet.

Ausser Rolf-Michael Decker, der in einem Kinderheim wie das Franz Sales Haus war, gab es seine Schwester Marianne Decker, die seit dem 29. September 1971 spurlos verschwunden ist. Nach Mitteilung des Bruders ist die Polizeiakte und die staatsanwaltschaftliche Akte vernichtet worden, weil nach dreißig Jahren die Verjährung eingetreten ist. Dem entgegen steht jedoch, dass dieses junge Mädchen bis zum heutigen Zeitpuntk nicht aufgefunden wurde. Der Bruder macht der Staatsanwaltschaft den Vorwurf, dass mit der Schliessung der Akte staatlicherseits bekunden wurde, den Fall Marianne Decker nicht aufklären zu wollen. Dies wird auch dadurch bezeugt, dass man von Amts wegen das Mädchen als Tod erklärt hat, ohne Leichenfund und ohne festzustellen wie die Schwester zu Tode gekommen ist. Rolf-Michael Decker erlitt eines der schlimmsten Schicksale, das je ein Heimkind erleiden musste. Seine körperlichen Wunden sind vernarbt, aber die seelischen Wunden werden bis zu seinem Lebensende schmerzen. Decker hofft, dass auch zahlreiche Betroffene zur Enthüllung der Gedenktafel für Kinderheimopfer nach Werl kommen werden.

http://www.franz-sales-haus.de/franz-sales-haus/wir-ueber-uns/historie.html

http://www.raphaelshaus.de/index.php?option=com_content&view=article&id=76&Itemid=56

http://euthanasiegeschaedigte-zwangssterilisierte.de/essener-beitraege-123--van-der-locht.pdf

http://erzett.beepworld.de/vermisst.htm

Johannes Schumacher
Freier Journalist DVPJ
Pressesprecher Heimkinder-
verband Deutschland HKVD
Reporter ohne Grenzen
https://www.facebook.com/johannes.schumacher.35
Am Stadtrain 28a
41849 Wassenberg
Tel:02432 9335022
johannes19520@googlemail.com

Sonja Djurovic schrieb am 05.02.2013

Bin zwar eine Gadsch, war aber auch von

Sonja Djurovic schrieb am 05.02.2013

Hallo, habe einen langen Kommentar geschrieben zu den Jenschen, plötzlich war er weg. Bin nun im Moment, nicht mehr in der Lage, das, was ich schrieb, noch einmal zu formulieren. Ich schrieb über Jakob Kronenwetter und seine Bücher. Habe Dr. Huonker, den Schweizer Historiker, der sich sehr für die Jensischen in der Schweiz engagiert geschrieben (habe ihn vor 3 Wochen kennen gelernt). Ich habe in meiner Kindheit meine ersten Erfahrungen mit Jenischen gemacht (komme aus der Gegend von Matzenbach,Deufstetten, Wildenstein und Fichtenau. Mein Schwager ist auch ein Jenischer, ich spreche einige Worte aus dieser Sprache, die mir sehr gefällt. Kenne die Sprache noch etwas aus meiner Kindheit. Werde, wenn ich mehr Zeit habe, einen langen Kommentar hier herein setzen. Ich freue mich, dass ich heute, bei meinen Recherchen, auf diese Seite gestoßen bin. Wollte nur noch Bücher erwähnen wie "Nebel im August" (die Geschichte des jenischen Jungen Ernst Lossa. Ich musste weinen, als ich das las. Dr. Huonker´, schenkte mir kürzlich sein Buch "Diagnose "moralisch defekt", Kastration, Sterilisierung und Rassenhygiene im Dienst der Schweizer Sozialpolitik und Psychiatrie. Das, was man den Jensichen und Sinti angetan hat, ist noch nicht gesühnt, sie müssen entschädigt werden, für das ihnen zugefügte Leid. Dr. Hounker möchte das in der Schweiz erreichen. Leider sind die reichsten Länder nicht in der Lage, diese Opfer zu entschädigen. Das ist eine große Schweinerei. Bis bald. Sonja Djurovic

Ohlinger Kay schrieb am 26.01.2013

https://www.openpetition.de/petition/online/aenderung-des-kreislaufwirtschaftsgesetzes-insbesondere-17-und-18 Bitte alle die Petition Unterzeichnen dass geht direkt an den Bundestag zum Zweck der Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.