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Ihr Gästebuch Eintrag

Link zur Webseite Baloue (TAW) schrieb am 29.02.2012

Grüßt euch miteinander …

Wir haben uns immer darüber gewundert warum keine Verantwortlichen der „großen“ Opferorganisationen wie z.B. der Zentralrat oder auch kleinere wie z.B. die Sintiallianz auf manche Beiträge; Fragen etc. im Web gar nicht antworten oder sonst irgendwie reagieren und nahmen uns vor immer für unsere User erreichbar zu sein. Mittlerweile, speziell nach der Hetzkampagne gegen uns während des Mahnmalstreits mussten wir uns eingestehen dass es wirklich gar keinen Sinn macht sich darauf einzulassen. Warum? Du kannst noch so viele Argumente oder Beweise bringen, es bringt nichts. Das festgefahrene Denken wird notfalls mit Beleidigungen oder Niveaulosen Angriffen weit unterhalb der Gürtellinie verteidigt. Ich freue mich daher sehr das hier endlich mal jemand versucht eine der Thematik angemessene Diskussion zu führen und genau deshalb will ich das auch so nicht stehen lassen, Bero.

Was du schreibst entspricht nur zum Teil der Wahrheit und wenn du, ich hoffe du hast noch die Möglichkeit dazu, mit deinem Papo oder deiner Maamin redest und die selbst auch (wie so viele unserer aller Leute) dort leiden mussten redest werden die dir auch ganz klar sagen das sie auch dort auf Jenische stießen. Ich will mich auch gar nicht an den wilden Spekulationen über Opferzahlen beteiligen denn jedes einzelne Opfer – gleich welcher Herkunft – ist schon ein Opfer zu viel (!) und die tatsächliche Opferzahl wird auch nie wirklich feststehen, und zwar weder bei den Sinte noch bei uns Jenischen! Ja, wenn man es genau nimmt sind die immer wieder angegeben 500 000 Opfer der Sinti und Roma auch nur eine Schätzung, genau wie bei den meisten anderen Opfergruppen (selbst bei den Juden!) ja auch.

Was versteht man denn unter dem Begriff „Völkermord“ bzw. wie von uns verwandt, dem „versuchtem Genozid“!? Das Lexikon (Wikipidia)sagt dazu:

… Es muss eine über den Tatvorsatz hinausgehende Absicht vorliegen, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. Zu beachten ist, dass nur die Absicht zur Vernichtung der Gruppe erforderlich ist, nicht aber auch die vollständige Ausführung der Absicht. …

Merkst du was? Ritter schrieb z.B. zu Beginn seiner „rassebiologischen Arbeit“ 1938 noch vom „jenischen Menschenschlag den es aus dem deutschen Volkskörper auszumerzen gälte!“ Aber zu diesem Zeitpunkt wurden ja schon aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 gerade auch Jenische zwangsweise Sterilisiert oder litten unter Kindeswegnahmen, anderer Verfolgungsmaßnahmen und fanden sich immer öfters nicht nur in den Arbeitslagern sondern auch schon in den ersten Konzentrationslagern wieder während man die meisten Sinte und Lallerie (Rom gab es im damaligen Reichsgebiet zu diesem Zeitpunkt ja fast keine) noch als „indogermanische“ Rasse verstand und diese zwar festgesetzt hat aber noch weitestgehend von weiterführenden Verfolgungsmaßnahmen verschonte. So auch der Bruder meines eigenen Großvaters welcher bereits Ende 1938 im KZ Flossenbürg starb.

Um das noch einmal ganz klarzustellen, wir wollen weder das Leiden noch das Sterben anderer Opfergruppen in irgendeiner Form relativieren noch anzweifeln aber dieser Umstand wird einfach viel zu oft und immer wieder gerne unter den Tisch gekehrt!

Schon gleich nach der Machtübernahme der Nazis trafen die frühen Phasen des NS-Terrors auch jenische Opfer. Das badische Innenministerium hielt z.B. in seinem Rundschreiben zur Bekämpfung des „Zigeunerunwesens“ vom 17. Mai 1934 ausdrücklich fest:

„Als Zigeuner im Sinne dieser Anordnung gelten auch die nach Zigeunerart wandernden Personen (Halbzigeuner, Landfahrer).“

Bereits ab 1934 wurden den meisten fahrenden jenischen Familien die Wandergewerbescheine entzogen; viele wurden in sogenannten „Zigeunerlagern“ oder „Arbeitsanstalten“ sowie mit dem Aufkommen der ersten Konzentrationslager auch in diesen festgesetzt! Das Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, herausgegeben von Hansmartin Schwarzmaier und Meinrad Schaab, Stuttgart 2003, berichtet S. 262 f. von der „erbpflegerischen“ Verfolgung der Jenischen (wobei der Name dieser Volksgruppe in Anführungszeichen gesetzt wird, was ihre offizielle Nicht-Anerkennung als Volksgruppe widerspiegelt). Das Handbuch hält fest, dass die Verfolgung der Jenischen mittels Zwangssterilisationen nicht allein von dem 1933 erlassenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ ausging, sondern auch auf spezifisch gegen die Jenischen gerichteten rassistisch motivierten Einstellungen zurückzuführen war!

Zwischen 1934 und 1939 wurden sogenannte rassenhygienische Massnahmen sogar gegen die Einwohner ganzer Dörfer erwogen, so etwa gegen die angeblich minderwertige Bevölkerung des Dorfes Schlossberg am Flochberg (Bopfingen). Die untere Gesundheitsbehörde stimmte einer solchen Massnahme gegen einen Teil der Einwohnerschaft zu und vermerkte „Sie habe an diesem Ort 72 Fälle bearbeitet, 26 Personen seien zwangsweise sterilisiert worden“. Dieses Schicksal drohte auch den „minderwertigen Bewohnern“ dieser Orte in Baden-Württemberg, nämlich Sternenfels, Lützenhardt, Matzenbach, Unterdeufstetten, Lautenbach und Wildenstein! Alles Orte, in welchen bis heute noch viele Jenische leben sich jenische Dialekte erhalten hatten. Obermedizinalrat Dr. Mauthe, später einer der Hauptverantwortlichen für die Euthanasie-Morde in Württemberg, bescheinigte diesen 1938 zu „Minderwertigen Einwohnern“ denunzierten: „sie seien denkbar asozial und erbbiologisch minderwertig und sollten, wie zwischen 1937 und 1939 von Ritter in der Tübinger Zweigstelle der ‚Rassenhygienischen und Bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle’ im Reichssicherheitshauptamt erstellten Arbeit zur: „Frage der Zigeuner, Vagabunden einschliesslich der Jenischen’ vorgeschlagen unbedingt ausgemerzt werden!

Die Forschungen von Robert Ritter begannen mit Genealogien von jenischen Familien; sie erschienen 1937 in Leipzig unter dem Titel:

Ein Menschenschlag. Erbärztl. u. erbgeschichtl. Untersuchungen über die durch 10 Geschlechterfolgen erforschten Nachkommen v. "Vagabunden, Jaunern u. Räubern".

Man sah in den Jenischen eine eigenständige Gruppe, welche mit den Sinti oder Rom zwar ethnisch gesehen nicht verwandt war, aber von ihnen ebenfalls gemäss den damaligen „rassenhygienischen“ Kriterien der Bevölkerungspolitik sowie aber vor allem aufgrund ihrer „fahrenden“ Lebens- und Erwerbsweise als „nach Zigeunerart umherziehende“ und „Zigeunermischlinge“, als „Asoziale“, „Primitive“ und „erblich Minderwertige“ sowie unter anderen abwertenden Bezeichnungen zur „Ausmerzung“ aus dem „gesunden Volkskörper“ empfohlen wurde. Die Gruppenzugehörigkeit der Jenischen war somit ein Faktor, der sie in speziellem Ausmass zu Opfern der nationalsozialistischen „Erbgesundheitspolitik“ mittels Zwangssterilisationen machte. Das allein wäre schon ein „versuchter Genozid, Bero! Dokumentiert ist auch der Fall des jugendlichen jenischen Psychiatriepatienten Ernst Lossa, der Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde wurde. Jenische wurden in der Folge des als „Himmler-Erlass“ bekannten Befehls von SS-Reichsführer Heinrich Himmler auch in Konzentrationslagern interniert und grausam ermordet.

Das eigentliche Problem ist die Forschungslücke! Erst wenige der Leidensgeschichten von Jenischen, die in Konzentrations- und Vernichtungslager kamen oder anderweitiger Verfolgung unterlagen, etwa durch Anstaltsinternierung; Frontbewährung und Zwangsarbeit, Unfruchtbarmachung und Euthanasie, sind bisher dokumentiert. So werden beispielsweise die vom Kinderheim Mulfingen nach Auschwitz verbrachten und dort bis auf eine Überlebende ermordeten „Zigeunerkinder“ oft generell als die „Sintikinder von Mulfingen“ bezeichnet, obwohl aus den Forschungen Eva Justins über diese Opfer des Nationalsozialismus im Rahmen der Erstellung ihrer Dissertation „Die Lebensschicksale artfremd aufgezogener Zigeunerkinder“, Berlin 1943 ganz klar hervorgeht, dass ein großer Teil dieser Kinder tatsächlich aber Jenischer Herkunft waren. So auch der Grossvater von Stefan Hohnstein, meines Stellvertreters in Berlin: Karl Müller! Fest steht das in der Folge des sog. Himmler-Erlasses vom 8. 12. 1938 bzw. dem zweiten Erlass von Dezember `1942 dann auch Jenische in Konzentrationslager verschleppt du dort ermordet wurden nur weil sie jenischer Herkunft waren. So wurde auch mein eigener Grossvater, welcher damals ja auf so genannter „Frontbewährung“ war während seines Heimaturlaubs verhaftet und landete in Dachau, von wo er dann nach Ausschwitz verschleppt und ermordet wurde. Wie weitere 34 JENISCHE Mitglieder meiner Familie auch! Und in zwei der heute noch existierenden „Haftbefehle“ (oder wie immer man ein solches Papier auch nennen will) von Ende 1943 wurde nicht wie sonst meist üblich als Haftgrund „nach Zigeunerart umherziehende“ oder „Zigeunermischlinge; Asoziale etc.“ angegeben sondern schlicht und ergreifend (Zitat) „Jenisch und dahinter (Z)“ (und die kannst du dir hier bei uns gerne im Original anschauen!) ! Wobei ich ehrlich zugeben muss dass wir diese „Formulierung“ so bisher nur noch in 15 weiteren solcher Dokumente (alle ab Ende 1943 ausgestellt) gefunden haben.

Dr. Andrew D`Arcangelis kann nun, wie er uns sagte, mittlerweile auch ganz klar beweisen das von den damals ja tatsächlich nur etwa 34000 beim Reichsicherheitshauptamt erfassten und bis heute noch meist den Sinti oder Rom zugerechneten „Zigeuner“ in Wahrheit ca. 16 000 Jenische waren!

Du siehst, ganz so unbegründet ist unsere Formulierung vom „versuchten Genozid“ gar nicht und wir wollen uns auch mit niemandem „gleichgestellt“ werden sondern fordern für unsere jenischen Opfer nur schlicht und ergreifend die Gerechtigkeit welche den meisten anderen Opfergruppen dieser Naziverbrecher bereits seit Jahrzehnten zugesprochen wurde! Und dabei hätten wir viel mehr mit der Unterstützung der anderen damals als so genannte „Zigeuner“ verfolgten Gruppen gerechnet als mit deren Widerstand bzw. Angriff! Genauso wenig haben wir gerechnet dass uns gerade die Juden und deren Zentralrat derart unterstützen, wofür ich mich an dieser Stelle auch ausdrücklich bedanken möchte. Es geht hier doch nicht darum das man das Leiden der Opfer gegeneinander aufrechnet oder gar das Leid der „Anderen“ in Frage stellt, die Sinte sind auch nicht das Ziel unseres Protestes oder gar unsere Feinde, wie man es aufgrund eurer Reaktionen manchmal fast meinen könnte, es geht doch vielmehr darum das der Deutsche Nachfolgestaat sich endlich seiner historischen Verantwortung gegenüber allen Opfer der Nazis gleichermaßen stellt, die Mittel für die Aufarbeitung und Dokumentation der jenischen Leidens- und Verfolgungsgeschichte bereitstellt damit das Schicksal unserer Leute nicht vergessen wird! Und wäre das denn nicht im Interesse aller Opfergruppen? Und wenn das Leiden unserer jenischen Opfer keinen versuchten Genozid“ bzw. um es mit deinen Worten zu sagen „Völkermord“ darstellt dann habe ich die Definition für diesen Begriff wohl nicht verstanden. Aber vielleicht kannst du mir das dann erklären, Bero?

Zum Thema Anerkennung als autochthone Volksgruppe nur noch ganz kurz, Bero:

Im Gegensatz z.B. auch zu euch haben wir Jenische seit jeher „angestammte Siedlungsgebiete“ in der heutigen BRD, so wurden bereits im 9. Jahrhundert „Yienische Freileute“ im Haslacher Feld bei Freiburg urkundlich erwähnt und so zieht sich das dann auch durchweg bis heute hin. Wir haben unsere „eigene jenische Kultur“ und unsere „eigene Sprache“ die wir auch „heute noch ausleben“ und „erhalten“ wollen. Und genau diese Punkte wurden damals auch einer solchen Anerkennung durch die Bundesregierung zugrunde gelegt! Wie lange existiert die Deutsche Nation und wie lange fühlen sich deren Einwohner denn schon als Deutsche!? Wie lange braucht denn ein Volk um sich als Volk verstehen zu dürfen!?

Keine Frage, es ist gut und richtig das man die Sinte damals dem Rahmenübereinkommen der EU zum Sprach- und Minderheitenschutz zumindest gleichgestellt hat (mehr hat man nämlich da auch nicht machen wollen), aber haben denn unsere Leute nicht das Recht aufgrund der selben Maßstäbe wie die anderen Minderheiten auch beurteilt und damit dann auch zwangsläufig anerkannt zu werden!? Wo liegt denn da euer Problem? Und was haben Sinte denn dagegen einzuwenden das man den versuchten Genozid an unseren Leuten auch genauso beim Namen nennt wie es nun auch CSU-Chef Horst Seehofer wieder getan hat!? Manchmal kommt es einem wirklich so vor als hätte da jemand Angst das man ihnen die Butter vom Brot nehmen wolle …

Bero schrieb am 07.12.2011

Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Meine Kritik basierte nicht auf der Tatsache das ich ein Sinto bin, sondern vielmehr das Ihr auf eurer eigenen Website euren kulturellen Hintergrund als ungeklärt dar stellt. Sicher sind auch viele Jenische in den Kz´s umgekommen, weil sie numal mit Sinti, Roma und Juden in eine Schulblade gesteckt wurden. Der Mord an Sinti und Roma ist ja nicht ein höheres Vergehen als an einem Jenischen. So wollte ich nicht verstanden werden. Im Gegenteil, eure Menschaen haben es verdient das Ihnen gedacht wird und das sie Historisch erwähnt werden. Das einzige was meiner Meinung nach fakt ist, ist das es zwei Völkermorde in der Geschicht des Nationalsozialismus gab, und zwar an den Juden und an den Sinti&Roma. Der Grund für meine Meinung basiert auf Fakten (Zahlen). Bei allem Respekt, man kann nicht einfach weil man in die selbe Tabelle gefallen ist sagen, der Mord an unseren Vorfahren, Müttern und Vätern war ebenso ein Völkermord. Allein die Tatsache welcher man sich bewusst sein muss, in wie vielen Konzentrationslagern tatsächlich Sinti und Roma deportiert wurden und wie bereits in meinem Vorherigem Beitrag geschrieben welche Dimension das ganze allein in Zahlen annimmt ist unwarscheinlich. Ich kenne selber einige Jenische, mit welchen ich zum Teil befreundet bin, oder zum anderen ich auch nichts negatives sagen könnte. Ich bin erfreut zu sehen das Ihr einen Verein gegründet habt, welcher auch für eure, euch zu stehenden Rechte eintritt. Wie bereits gesagt ich finde eure Arbeit gut allerdings mit Holocaust werdet Ihr auf viel Wiederstand stoßen und in dem Fall meiner Meinung nach zu Recht.

PS: Meine Familie zählt allein in Ausschwitz mehr als 30 Tote welche Namentlich erfasst waren. Ebenso kommen die Opfer in Buchenwald, Dora und den anderen KZ´s dazu.

Wünsche auf jeden Fall für euer weiteres Tun sehr Viel Glück und ebenso Erfolg.

Liebe Grüße und bitte nicht falsch verstehen, ist halt einfach meine Meinung welche sehr viele Menschen teilen.

Fatzbeidel schrieb am 07.12.2011

Werter Bero,
Danke für deine Kritik die man durchaus nachvollziehen kann.
Ich kann hier nur von meiner Sippe und für die Jenischen aus meinem Land sprechen daher möchte ich dir mal erläutern wie wir uns deffinieren:
- Wir sind keine Zigeuner im Sinne wie es die Gatsche verstehen;
- Wir haben, pflegen und leben eine eigenständige und Uralte Kultur die wir Jenisch nennen und sich durch vier Hauptmerkmale deffinieren lässt:
a) eine eigene Sprache, das Jenische
b) unser traditionelles und meist ambulantes Gewerbe
c) unsere Ungebundene Lebensweise und freies Bewusstsein
d) unsere Traditionen, Sitten und Brauchtum.

Wir wissen dass wir eine soziokulturelle Minderheit sind, die sich aber durch das kollektive Bewusstsein und Selbstverständnis als Jenische als ein eigenes "Volk" im höheren übergreifenden Sinne verstehen. So beschlossen Anno 1400 im Elsass durch die Gründung der grössten Jenischen Bruderschaft "des Königreichs der fahrenden Lyte" wo in den Satzungen vom Fahrenden Volk die Rede ist. Die Fahrenden deffinierten sich also schon sehr früh als eigenes Volk mit Brauchtum, Lebensweise und Sprache, was ja bekanntermassen eine Vorraussetzung für ein eigenständiges Volk ist. Hier wird glaub ich zu oft "Rasse" mit "Nation" oder "Volk" verwechselt...
Die Sinti und Roma sind ja dann streng genommen auch kein eigenes Volk sonder ehemals Menschen einer indischen Kaste mit ihrer Sprache Romanes die ja auf Hindi und Sanskrit basiert. Also was sollen immer diese Anfeindungen wenn wir uns als Volk deffinieren? Denn das sind wir! Wir sind ein eigenes Volk mit Kultur. Und wir waren schon längst in Europa unterwegs noch bevor Sinti und Roma hier angekommen sind. Selbst der Name Jenisch kommt in Dokumenten des 11. und 12. Jahrhunderts vor wo von "Yanische Freyleute" die Rede ist.
Wir hier in Luxemburg grenzen uns von den Roma ab und sehen uns nicht zur Romanipé zugehörig. Wir sind Europäer und teilen allenfalls mit den Manouche, den Sinte eine ähnliche Kultur und Lebensweise. Darüberhinaus gab es ja ethliche Hochzeiten untereinander so dass die ganze Anfeindungen seitlich der Sinte manchmal nicht vollziehbar ist. Ich für meinen Teil kenne viele Sinte und wir sind alle gute Freunde und sehen uns als Brüder im Geiste an.

- Wir sind Europäer im ethnischen Sinne, freie Weltbürger im philosophischen Sinne und als Freileute im gesellschaftlichen.
Schon Anhand unserer Sprache lassen sich viele Wortschöpfungen auf das keltische zurückführen. Natürlich spielt auch das Hebräische eine grosse Rolle.

Woher wir kommen ist nicht von belang...
Wichtig ist dass es uns seit Jahrhunderten gibt und dass unsere Kultur, unser Brauchtum schon sehr alt ist was eine genaue Datierung bis in die Antike womöglich mit sich bringt.
Dass viele Jenische in Kz's ermordet wurden ist gewusst und dass sich schon die Alten als ein eigenes Volk ansahen ebenfalls. Berücksichtigt man all diese Kriterien dann ja! dann ist es Völkermord! Was kann es anderes sein wenn eine ganze Lebensweise und Kultur die ja die Grundmerkmale eines Volkes ist versucht wird auszulöschen!??

Es liesse sich noch viele Quellen und Fakten aufzählen doch ist ein Gästebuch nicht der richtige Platz hierfür.

Am Schluss sind wir alle Menschen. Kinder der einen grossen Erde und unseres Schöpfers und nur das zählt.

Bero schrieb am 30.11.2011

Es ist ein schlechter Scherz das Ihr euch mit Sinti und Roma gleichstellen wollt. Sicherlich sollten die Opfer der Jenischen auch anerkannt und gewürdigt werden. Richtig ist das "Zigeuner" verfolgt wurden, allerdings es sich nicht um Holocaust (Völkermord) handelt. So hart das klingen mag, ist es aber die Warheit. Ich finde eure Arbeit gut nur wie gesagt von Völkermord kann nicht die Rede sein wenn Ursprung (Historischer Hintergrund, Geschichte und kulturelle Hintergründe unklar, bzw. nicht definierbar sind. Sinti und Roma distanzieren sich gewollt von dem Wort bzw. Überbegriff Zigeuner, da dies die Bezeichnung der NS für Sinti, Roma und Jenische war. Deshalb wird auch innerhalb der Gesellschaft der Sinti und Roma von dem Holocaust, sowie den Morden mit rassistischen Motiven an den SINTI und ROMA gesprochen. Vergleicht man hingegen die bekannten Opferzahlen im Verhältnis zu den damals bekannten existierenden Sinti und Roma und wieviele letztendlich überlebt haben nimmt das ganze eine unwarscheinliche Dimension an. Die genaue Opferzahl der Jenischen ist mir nicht bekannt, wiederum das es sich nicht um einen Holocaus (Völkermord) handel schon. Letzten Endes ist und bleibt das Ergebnis meiner Meinung nach das die betroffenen einzelnen Völker sich von dem Sammelbegriff Zigeuner distanzieren sollten und die Betroffenheit untereinander nicht als Opferkonkurrenz ausarten lassen. Das es eine gewisse Betroffenheit gibt ist bekannt allerdings sollte man klar unterscheiden können zwischen Mord aus Rassespeziefischen Gründen sowie einem Holocaus (Völkermord). Das man alles sogenannte Zigeuner versucht hat vollständig aus zu löschen ist klar nur welche Völker letzten Endes die Hauptsächliche Betroffenheit tragen ist ebenfals klar (Siehe Verhältnis der Opferzahlen gegenüber der Überlebenden, sowie die klare Definierung eines Volkes und deren Herkunft sowie deren kulturellen Hintergründe).

Ich will selbstverständlich eure Arbeit nicht schlecht reden, allerdings meine Meinung sowie die klar nachvollziehbare Realität darstellen.

Wünsche euch noch viel Glück und Erfolg auf eurem weiteren Wegen.

Grüße Bero K.

PS: Hoffe der Beitrag wird trotzder Kritik und meiner Meinung veröffentlicht.

Link zur Webseite Fatzbeidel schrieb am 03.08.2011

Quanter schei an alle toffe Fisel und Schiege,
Am 26. November, an einem gatter Jom Sohin, gegen 19 Uhr, findet im Alt-Jenischen Stadtteil Pfaffenthal in Luxemburg die 2. Jenische Soiree statt. Neben Vorträgen könne die Besucher auch quate Kochem Letzamarei loschoren, Videos spaane und mit Jenische dibbere über Kultur, Brauchtum, Sprache und Lebensweise.
Es scheffe lenzig kund zu menge dass ein Jenischer aus unserer Gegend ein Café/Restaurant eröffnen wird, genannt "Theiwesbuer" welcher wohl in naher Zukunft eine Anlaufstelle für viele Kochemer, Forains und Schmelo sein wird.

Euch allen bensch ich quantes Bacht, toffe Masematte im Hitzling, auch wenn es ständig flesle mengt, sowie Millots Segen auf eurem Derech

Es grüsst

Fatzbeidel, Dilo Lompazius aus Luxemburg