»  Ein erneuter, nur diesmal eben kein physischer, sondern ein kultureller Genozid  «

 

Uns werden aus der BRD und aus dem gesamten Raum der EU immer wieder sehr ernst zu nehmende Verfolgungen JENISCHER durch die öffenliche Hand und deren Vollzugsdienste gemeldet. Wir zeigen hier die aktuelle Situation und die Politik gegenüber unserem Volk in Deutschland und dem restlichen, ach so rechstaatlichen Europa auf. Sicher wird sich dem einen oder anderen Leser die gleiche Frage stellen , die wir uns   auch immer wieder stellen:

 

Darf dies im rechtstaatlichen und vereinten Europa 

des  21. Jahrunderts wirklich geschehen!? 

 

Nur über seine KULTUR kann man ein Volk noch vernichten, wenn man nicht mehr auf es schiessen darf! Die Zwangsassimilierung Jenischer läuft in der BRD und in weiten Teilen Europas auf Hochtouren, und niemand scheint etwas dagegen tun zu wollen,  bzw. etwas dagegen tun zu können? Stop! Wir sind Jenische, und das wollen wir auch bleiben!

Runde 250000* JENISCHE leben heute zumeist in Süddeutschen Raum ..

In Österreich, in Frankreich (Elsass) und auch in der Schweiz wurde die "politisch korrekte" Bezeichnung schon vor Jahrzehnten geändert in "Sinti, Roma und Jenische" - wenn man von den vorher und vom Volksmund heute noch als so genannte Zigeuner definierten Volksgruppen spricht. Da die Jenischen nicht nur in Frankreich, der BRD und der Schweiz sondern in fast ganz EUROPA die der Anzahl nach wohl neben den Roma  größte Gruppe unter den so genannten Zigeunern darstellen, ist das auch vollkommen korrekt und sollte endlich in allen europäischen Ländern den politisch korrekten Standard darstellen!

Das eigentlich schlimmste Politikum aber ist die Tatsache, daß die Jenischen noch eine von den Volksgruppen sind , welche man in Europa, Ausnahme Schweiz, weder als  Minderheitenvolk , noch trotz seiner mehr als 300.000* jenischen Opfer unter dem Naziregime als Holocaustopfergruppe wirklich anerkannt hat! Erst in den letzten beiden Jahren konnte der Bundesverband des J/B/i/D e.V. die Politik in der BRD diesbezüglich etwas sensibilisieren ...

Wie stellt sich die aktuelle Situation der Jenischen in der BRD heute dar?

Allzuviel hat sich für unser jenisches Volk seit 1945
noch immer nicht geändert!

Wenn man mal von der  Tatsache absieht, daß unser Leben nicht mehr so direkt bedroht ist, so sind sehr viele dieser Schikanen auch im heute angeblich rechtsstaatlichen Deutschland des 21. Jahrhunderts noch immer Tagesordnung ....

 

In Deutschland leben weit mehr als die mit offiziell als etwa 240 000 bis 260 000 angegebene Population JENISCHER, die realistische Zahl wird auf bis zu 450 000 Angehörige der jenischen Volksgruppe geschätzt!  Die Zahl derer, welche noch "auf die Reise" gehen und dabei dann in etwa um die 9 Monate im Jahr in Wohnwagen leben und ihrem traditionellen Reisegwerbe nachgehen können , sinkt in sehr dramatischer Weise und sollte uns alle alarmieren! 

 

Im Jahre 1977/1978 waren es noch immerhin 72 000 JENISCHE "auf der Reise"!

Im Jahr 2005 waren es hingegen nur noch ca. 28 000 JENISCHE "auf der Reise"!

 

Aber warum geben denn auch zigtausende Jenische, und zwar ohne! jedes Vermögen, ihre uralte "fahrende Lebensweise" auf und werden "sesshaft" und geschieht das auch freiwillig oder nicht doch unter (z.B. auch indirektem) "Zwang" der öffentlichen Hand?

Aufgrund der Tatsache, daß man seitens der deutschen Jugend- und Schulämter versucht, den jenischen Familien die Kinder wegzunehmen wenn diese, wie es seit Jahrthunderten schon traditionell gehandhabt wird, über die Sommermonate mit "auf die Reise" fahren, und es heute angeblich "nicht mehr zu verantworten" wäre, wenn die Kinder so wie es seit Einführung der Schulpflicht üblich war, dort zur Schule gingen, wo die Familien auch länger als 3 Tage stehen bleiben konnten oder von den Schulen an ihren Heimatorten Lehrmaterial usw. mitbekommen haben, mit welchem eben die Eltern ihnen unterwegs versuchten, schulisches Wissen zu vermitteln, wenn man mal häufiger den Standort wechselte, und die Kinder daher über einige Tage hinweg auch mal keine "normale" Schule besuchen konnten, und man den Jenischen  ja schon bei den geringsten Delikten keine für ihre "reisenden Gewerbe" nun mal hoch notwendigen "Reisegewerbescheine" austellt, verarmen ganze jenische Großfamilien, da man ihnen damit ihr täglich Brot nimmt!  Und das bedeutet für diese großen Familienverbände, daß diese ja zwangsläufig früher oder später in den sozialen Brennpunkten der größeren Städte landen, wo die Kinder viel öfter als früher mit den dort vorherrschenden Problemen wie z. B. Drogen usw. in Berührung kommen! Da deren Eltern aufgrund der für sie absolut ungewohnten Umgebung, der ungewohnten und wider ihre Natur erzwungenen Lebensweise nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, erkennen sie die Gefahr, wenn überhaupt, dann meist auch viel zu spät und wissen nicht wie sie auf diese reagieren sollen. Somit ist diese eigentlich ja staatlich verordnete kriminelle Karriere unserer Kinder schon vorprogrammiert, wenn man nichts dagegen unternimmt!

 

Warum werden es denn immer weniger Jenische,
die ihrem traditionellen Gewerbe auf der Reise nachgehen,
und warum werden immer mehr jenische Jugendliche
straffällig?

 

Die meist doch sehr engagierten Streetworker vor Ort, und die Jugendabteilungen der örtlichen Polizei sind mit den Problemen aufgrund der für sie unverständlichen Kultur und Mentalität dieser ‘mobilen ethnischen Minderheiten’, wie sie in den Polizeikreisen nun genannt werden, meist hoffnungslos überfordert und resignieren, sofern sie nicht meinen mit absoluter Härte und Brutalität vorgehen zu müssen. Hier braucht es endlich Maßnahmen, die von Jenischen, Sinte oder Rom mit Fachleuten geleitet werden, welche die kulturellen Gesetze und traditionellen Gegebenheiten und die Mentalität dieser "reisenden" Völker wie Sinti, Roma und Jenischen auch verstehen! Man muss den Jenischen einfach Ihren traditionellen und fahrenden Lebensraum lassen und vor allem mit dieser doch staatlich verordneten Zwangsassimilierung endlich aufhören, sonst begeht man an unserem Volk einen erneuten, nur diesmal eben keinen physischen sondern einen kulturellen Genozid!

> Viele der "Älteren" Jenischen verzweifeln an dieser für sie unerträglichen Situation <

Denn auch die "Alten" kommen mit dieser zwangsweisen Sesshaftmachung nicht wirklich klar, viele von Ihnen verfallen dadurch dem Alkohol, sie finden keine Arbeit und werden möglicherweise aufgrund der durch Hartz IV verordneten Armut agressiv und/oder straffällig. Es ist noch lange nicht abzusehen, welche Folgen dieser Umgang mit unserem Volk auf Dauer hat, denn viele dieser Betroffenen würden ihre Probleme aus Stolz und Scham vor anderen niemals zugeben, genauso wenig würden viele Familien jemals zugeben, daß ihre Kinder Probleme mit Drogen usw. haben, denn das gab es bei unseren Völkern eigentlich nie, da man ja monatelang "auf der Reise" war und so um ein vielfaches weniger mit diesen Dingen in Berrührung kam, von kleineren Delikten wie Diebstahl usw. mal abgesehen. Die "Alten" hatten auch was anderes im Kopf als sich zu betrinken! Aber vor allem hatten sie eines, ein Ziel! Eine Perspektive, und sie konnten ihre Familien mit ihrer eigenen Hände Arbeit ernähren und wurden nicht zu Sozialhilfeempfängern gemacht, in dem man sie zwangsweise sesshaft machte mit der Drohung, ihnen die Kinder wegzunehmen oder ihnen das Reisegewerbe zu versagen!

 

 Dies ist ein erneuter, nur diesmal eben kein physischer
sondern ein kultureller Genozid

 

Und warum geben dann auch viele Jenische, denen es doch finanziell gut geht,
ihre fahrende Lebensart auf und werden wirklich freiwillig sesshaft?

Ja, in der Tat gibt es diese auch!

Es wäre gelogen, wenn man behaupten würde, das hätte nur mit den o.g. Fakten zu tun, welche zwar auf die Mehrheit der jenischen Leute zutreffen, aber eben nicht auf alle! Viele Jenische haben ihre Geschäfte wie z.B. Schrott- und Metallhandel, Antiquitätenhandel oder auch Containerdienste usw. mittlerweile auch an ihrem Heimatstandort schon so ausgebaut, daß sie einfach keine Zeit mehr haben, um  "auf die Reise" zu fahren, da ihre Betriebe sie das ganze Jaahr über örtlich binden. Viele haben auch stattliche Eigenheime, die sie dem doch recht anstrengenden und mühsamen Leben im Wohnwagen mittlerweile vorziehen. Das ist der selbstgewählte und auch vollkommen legitime Part der Assimilierung jenischer Leute in die Mehrheitsbevölkerung von der sie aufgrund ihres Aussehens ja auch nicht zu unterscheiden sind. Wäre diese Assimilierung aufgrund des nun doch langsam aber sicher vorherrschenden Wohlstands bei den Jenischen der einzige Grund warum diese ihre fahrende Lebensweise immer mehr aufgeben, so wäre auch jede Kritik daran nur schwer nachvollziehbar. Eine nicht zu verleugnende Tatsache ist aber auch, daß diese mittlerweile zu Wohlstand gekommenen Jenischen eben diesen Wohlstand doch zumeist auf der Grundlage ihrer reisenden Gewerbe, die sie über Jahrzehnte so fleissig ausgeübten, aufgebaut haben! Ohne diese Grundlage hätten diese zumeist  überhaupt keine Chance gehabt, diesen Wohlstand jemals zu erreichen.

 

 Millionen JENISCHE leben in Europa
 Hundertausende ihrer Opfer wurden verleugnet 

 

Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen das Menschen- und Völkerrecht , welchem sich auch die BRD und die E.U. in diversen internationalen Abkommen verpflichtet haben!  Mit welchem Recht erklärt man an die 3 Millionen* Jenische und bis zu 300.000* jenischen Opfer als nichtexistent?

 

Hier geht es zu weiteren Info`s zum Holocaust an JENISCHEN .... In der BRD wurden JENISCHE Opfer noch bis 2007*
fast vollkommen ignoriert!

 

Während der Nazi-Diktatur im nationalsozialistisch besetzten Europa wurden Hundertausende (!) JENISCHE nur wegen ihrer jenischen Herkunft (europaweit) ermordet!

Da man sie fälschlicherweise zu "Zigeuner-Mischlingen" (wie ja teilweise auch heute noch) abgestempelt hat, und das obwohl auch vom Reichsgesundheits-Amt festgestellt wurde, daß es sich bei den JENISCHEN um ein eigenes Volk handelt, wurden unsere Leute oftmals noch schlimmer als die Sinti & Rom oder Juden und andere Opfer dieser NAZI-Verbrecher behandelt!

Denn "reinrassige" Nicht-Arier waren bei diesen immer noch besser angesehen als die vermeintlichen "Mischlinge", die JENISCHEN ...

JENISCHE erhielten weder eine Entschädigung 
noch eine offizielle Entschuldigung!

Im Gegensatz zu den anderen Opfern des Nazi-Schreckens-Regimes haben die JENISCHEN weder eine Entschädigung erhalten, noch wurde ihnen jemals eine angemessene offizielle Entschuldigung des deutschen Nachfolgestaates, geschweige denn auch nur eine offizielle Würdigung ihrer Hundertausenden von Opfern dieser Zeit zuteil! 

 

 Dies ist ein Rechtsbruch, der seines Gleichen in Europa wohl vergeblich suchen wird! 

Es kann und darf keine Opfer erster, zweiter oder dritter Klasse geben !!