Die Grundsatzerklärung 2006/7


 

 

 

 

Wir sind Jenische!

Der Vorsitzende des BUNDESRATES der JENISCHEN in Deutschland erklärt im Namen der dem JBiD e.V. angeschlossenen Verbände zur Zielsetzung des Vereines und der aktuellen Situation der JENISCHEN in Deutchland & Europa:

Und wir wollen das auch bleiben!

 


 

Grundsatz-Erklärung!

Der JBiD e.V. setzt sich als oberste Priorität die Anerkennung der Jenischen als Nationale Minderheit in Deutschland und Europa!

Diese Zielsetzung unseres Verbandes erfordert die Expansion in so vielen Ländern, wie nur möglich, nur, wenn man es schafft, die JENISCHEN so gut wie möglich zu organisieren, haben wir eine Chance diese auch zu verwirklichen. Der JBiD e.V. ist einer der ersten, bundesweit aktiven Verbände JENISCHER in der BRD. Er besteht aktuell aus 6 Landes-Verbänden und 3 Vertretungen im europäischen Ausland.

Im Gegensatz zu den meist Kulturell geprägten Vereinen der JENISCHEN, die es auch in der BRD schon seit etlichen Jahren gab, versteht sich der JBiD e.V. mehr als POLITISCHE Interessensvertretung der JENISCHEN Minderheit in Deutschland, und gemeinsam mit unserem Dachverband,

der UJME und unseren Partner-Organisationen wie z.B. den transnationalen Verein SCHÄFT QWANT aus der Schweiz wollen wir auch auf EUROPÄISCHER Ebene für die Interessen und Belange unserer Leute kämpfen.

Aber auch die Förderung und vor allem der Erhalt unserer Kultur und Lebensart soll ein zentrales Thema in allen Aktivitäten des JBiD e.V. sein, aber in der Hauptsache eben der Kampf gegen die leider immer noch vorhandene Diskriminierung unserer Leute durch Behörden und Gerichte oder andere Staatliche Institutionen!

Es ist eine deprimierende Tatsache das gerade im deutschsprachigen Raum der sog. Antiziganismus Ausmaße annimmt, die so wirklich nicht mehr akzeptiert werden können. Auch die Diskriminierung unserer Leute in den alltäglichsten Angelegenheiten wird immer mehr zum Kavaliersdelikt und unserer Meinung nach zum Volksport Nr.1 in der heutigen Gesellschaft!

Und auch durch die öffentlichen Organe wird immer weniger eingegriffen, immer öfter beteiligen Sie sich auch noch daran und der „Dumme Zigeuner" hat keine Chance dagegen.

Wie soll man ein solches Vorgehen denn nennen wenn nicht VÖLKERMORD !?

Das „Reisen" wird von staatlicher Seite schon heute fast unmöglich gemacht, wenn es Kinder in der Familie hat, ist es so gut wie ausgeschlossen das diese JENISCHEN Ihrer Kulturell angestammten Lebensweise folgen können und dabei über 9 Monate des Jahres in den Wohnwägen verbringen.

Neben den fehlenden Standplätzen und den Problemen mit den Jugendämtern machen es auch die immer höher angesetzten Voraussetzungen für den Erhalt des absolut für die Reise notwendigen Reisegewerbescheines vielen JENISCHEN schon heute unmöglich Ihrer Jahrhundertealten Kultur und Lebensart nachzugehen, geschweige denn Sie zu leben ...

"Nur über seine Kultur kann man ein Volk noch vernichten,

„Nur über seine Kultur kann man ein Volk noch vernichten auf das man nicht öffentlich schießen darf!" sagt heutzutage ein Vorsitzender einer in Deutschen Landtagen vertretenen Partei, und das sogar ohne einen Hehl daraus zu machen wen er damit meint, die „Zigeuner", vor dem Landtag in Baden-Württemberg, und die DVU in Sachsen nennt die „Zigeuner" öffentlich „Diebesgesindel & Schmarotzer-Pack ..., ungestraft versteht sich!

auf das man nicht öffentlich schießen darf ..."

Das Schicksal der vielen JENISCHEN Holkaustopfer wird schlicht & einfach totgeschwiegen, sogar bei einem geplanten Mahnmal für die Holocaustopfer die als ZIGEUNER verfolgt und ermordet wurden, will man die JENISCHEN nicht nur von Staatlicher Seite, sondern auch von Seiten des Zentralrates der Sinti & Roma in Deutschland wieder einmal übergehen und quasi zu Opfern der dann 3. Klasse denunzieren!

Der JBiD sieht seine Aufgaben eher in der Politischen und rechtlichen Vertretung der JENISCHEN als in der Rolle der Kulturvermittler, die zudem Ihre Aufgabe seit Jahren mit Bravour erfüllen. Im JBiD e.V. sind solche Aufgaben bis auf wenige Ausnahmen das Resort der Landesverbände, die auch hier mit den bereits bestehenden Verbänden (sofern diese noch existieren) zusammenarbeiten sollen.

Wir sind weder Sinti, noch sind wir Roma!

Der Bundesverband des JBiD e.V. beschränkt sich auf eben die Politische und rechtliche Vertretung sowie dem Kampf für unsere Anerkennung als die Minderheit die wir nun mal sind, die JENISCHE Minderheit.

Vereinbarungen irgendwelcher Leute die besagen das die JENISCHEN ein Stamm des ROMA-Volkes wären, sind von der JENISCHEN Seite niemals getroffen, und schon gar nicht legitimiert worden.

Wir sind JENISCHE!

Im Namen der JENISCHEN Volksgruppe vertritt der JBiD e.V. daher folgende Forderungen und stellte auch bereits die entsprechenden Anträge bei den zuständigen Stellen:

Über diesen wurde dort bereits zweimal abschlägig entschieden, man bezeichnet die JENISCHEN als „soziale Randgruppe", unsere Sprache als „Rotwelsch" und unser Kultur leugnet man gleich ganz!

Hier bestätigt sich wieder einmal der alte Spruch: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" Der Deutsche Bundestag findet das die Ausführungen des „Fachministeriums" der aktuellen Rechtslage entsprächen …

Der deutsche Nachfolgestaat trägt die Verantwortung gegenüber allen Opfern der Nationalsozialistischen Gräueltaten, die von der deutschen Bundesregierung betriebene Werte-Klassen Politik gegenüber den Opfern seines Vorgänger-Regiemes stellt einen Rechtsbruch, bzw, eine Verletzung aller Menschen & Völkerrechten dar, der in dieser Form wohl bisher in der deutschen Nachkriegsgeschichte unerreicht blieb. Wir fordern daher:

Den JENISCHEN Opfern dieser Verbrecher muss mindestens die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werden wie den anderen Holocaustopfern. Die Geschichte der JENISCHEN in der NAZI-Zeit verlangt die gleiche wissenschaftliche Aufarbeitung wie die der Juden oder der Sintis.

Die JENISCHEN Opfer haben den gleichen Anspruch auf Entschädigung wie auch auf eine Offizielle Entschuldigung des Deutschen Staates, wie man Sie auch den o.g. Leidensgenossen dieser Zeit bereits seit langem zugestanden hat.

Wenn ma nun bei einem geplanten Mahnmal für die „als ZIGEUNER verfolgten" dieser Zeit die JENISCHEN wieder übergehen will ist dass doch der beste Beweis für immer noch vorhandene Diskriminierung der JENISCHEN Volksgruppe, gerade auch in der BRD!

Wir sind im Moment mit der Vorbereitung von einer Verfassungs-Klage und auch einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigt, anscheinend gibt es auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts für JENISCHE ohne solche Klagen keineswegs die Chance auf die Gerechtigkeit, die den anderen Holcaust-Opfern bereits seit Jahren zugestanden wird.

Im Namen der Mitglieder und des Bundesrats des JBiD e.V.
sowie im Interesse aller JENISCHEN in Deutschland & Europa

Vors. des Bundesrates
Mitglieder des Bundesrates

 

 

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