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Offizielle Presse-Erklärungen:

"Off. Brief an die Fr. Bundeskanzler ..."
Autor: BUNDES-SEKRETARIAT JBiD e.V.
Datum: 20.5.2006 23:19

Bundeskanzleramt der BRD
Fr. Bundesk. Merkel zur pers. Vorlage!
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Obrigheim am Neckar, am Freitag, den 19. Mai 2006
taw / bundesk-merkel-2/05/06
Bundes-Sekretariat/JBiD

> Offener Brief an die Bundesregierung der BRD! <

Bitte um Wahrung der Würde & Ehre der über 200 000 JENISCHEN (!) Opfer der NAZI-Diktatur im besetzten Europa bezüglich des geplanten Mahnmal`s der als „Zigeuner“ verfolgten Völker in Berlin.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzler Merkel,
Sehr geehrter Hr. Staatsminister B. Neumann,

Von namhaften Wissenschafter/innen und Historiker/innen nachgewiesen, wurde das JENISCHE Volk von den Nationalsozialisten in der NS Zeit systematisch verfolgt, verschleppt und ermordet.

In Berlin wird ein Mahnmal für die Opfer unter den Sinti und Roma erstellt. Wie immer wird das JENISCHE Volk von der Deutschen Bundesregierung ignoriert und damit wieder einmal mehr diskriminiert. Die Wissenschaft hat schon unzählige Arbeiten über das JENISCHE Volk publiziert und deutlich darauf hingewiesen, dass die Herkunft des JENISCHEN Volkes eine andere ist, als die der Sinti und Roma. Die JENISCHEN waren und sind eine eigenständige Volksgruppe!

Bis heute hat es die Deutsche Bundesregierung versäumt diese ureingesessene Europäische Volksgruppe anzuerkennen. Ganz im Gegenteil, ohne jegliches Mitspracherecht der JENISCHEN wurde unser Volk an die Volksgruppe der Roma angeschlossen. Dieser eklatante Missstand ist ein Verstoß gegen das internationale Völkerrecht und sollte von der Deutschen Bundesregierung umgehend behoben werden.

Aus Respekt vor den Opfern und in der Hoffnung, dass die bisher an der Debatte um das sogenannte „Zigeuner-Mahnmal“ Beteiligten würdevoll zu einer Lösung finden, haben sich die JENISCHEN Ihren „Ausschluss“ von diesen Gesprächen bisher mehr oder weniger gefallen lassen.

Die in Deutschland zum Standardbegriff erhobene Wortgruppe „Sinti und Roma“ definiert jedoch eine Klammer um zwei abgegrenzte, klar definierte Volksgruppen, und schließt hiermit auch die JENISCHEN aus. In der Schweiz und in Österreich ist mittlerweile die staatlich anerkannte und politisch korrekte Bezeichnung zu „Roma, Sinti und Jenische“ erweitert worden.

Angesichts der Tatsache, dass man die JENISCHEN fälschlicherweise (!) auch heute noch als „Zigeunermischlinge“ deklariert, waren Sie damit explizite Opfer des Dritten Reiches! Weit über 200 000 JENISCHE wurden damals nur wegen Ihrer JENISCHEN Herkunft von den NAZI`s ermordet!

Ein Mahnmal, das allen „als Zigeuner“ verfolgten Menschen gerecht werden soll, darf die den „Sinti und Roma“ nicht (!) verwandten JENISCHEN wie auch die anderen als „Zigeuner“ verfolgten Volksgruppen, die man hier ja ebenfalls „Totschweigen“ will, natürlich nicht (!) ausschließen.

Da die ethnisch verwandten Gruppen der Roma und Sinti einerseits, und die JENISCHEN als die ureingesessenen Europäischen „Reisenden“ andererseits, ja jeweils nur für sich selbst (!) sprechen können,

und man nun anscheinend auch noch die Opfer unseres Volkes vollkommen ignoriert, können, dürfen und wollen wir uns nun dieser Debatte nicht mehr länger enthalten.

Unserem Empfinden nach ist dies eine Beleidigung, ja sogar eine nachträgliche Verhöhnung unserer Toten dieser Zeit, dies können wir so nicht länger hinnehmen.

Es kann weder die Aufgabe selbsternannter Zigeuner-Wissenschaftler noch einzelner Exponenten der Volksgruppen sein, den Mahnmal-Text in dieser Form alleine zu formulieren.

Der heutige Staat trägt die Last der Verantwortung seiner Vorgänger ja gegenüber allen (!) Opfern und Hinterbliebenen der nationalsozialistischen Gräuel.

Wir fordern daher mit allem nötigen Respekt vor Ihnen, Ihrem Amt und Ihrem Hohen Haus, aber auch mit allem (!) nötigen Nachdruck um folgendes:

Im Übrigen sind wir nicht die einzigen die man hier „vergisst“ oder „Totschweigt“! Es wurden weit mehr Völker im nationalsozialistisch besetzten Europa als „Zigeuner“ verfolgt. Es gibt da z.B. noch die „Chale“, oder auch die „Manousch`s“ usw., um hier nur einige zu nennen.

Diese Verfahrensweise gegenüber dem JENISCHEN Volk, wie auch den anderen „Totgeschwiegenen“ Opfer dieser Verbrecher, ist schlichtweg eines der besten Beispiele für die angeblich ja nicht (!?) vorhandene Diskriminierung ethnischer Minderheiten im Deutschland des 21. Jahrhunderts, das sich aber überall als Vorreiter in Sachen Wahrung der Menschen & Völkerrechte präsentiert.

Fr. Bundeskanzler, so kann und darf doch in einem vielgepriesenen Deutschen Rechtstaat, und natürlich auch im Europa des 21. Jahrhundert einfach nicht mehr länger verfahren werden! Bitte bewahren Sie das Ansehen und das Andenken an unsere vielen Opfer dieser Zeit, unser JENISCHES Volk hat schon weit mehr als genug erleiden müssen!

Der Schmerz, den man mit dieser Vorgehensweise bei den Überlebenden, und natürlich auch den Hinterbliebenen verursacht, ist für nicht Betroffene unermesslich (!) und ist auch mit nichts (!) auf dieser Erde zu rechtfertigen.

Bitte ersparen Sie dem JENISCHEN Volk (dem die anderen Betroffenen Volksgruppen sicher folgen werden) den Gang vor Internationale Gerichtshöfe, denn mit der Ehre und dem Ansehen unserer Vorfahren und der Opfer dieser Verbrecher darf man nicht länger in dieser Art und Weise verfahren, dies (!) ist eine Schande für dieses angeblich so weltoffene Deutschland des Jahres 2006, und würde wohl eher die Bezeichnung der Missachtung verdienen, wie Sie Ihr Herr Börnsen an unsere Adresse verwendete!

Wir bitten um Ihre Kenntnisnahme und hoffen vor allem darauf das Sie hier nun endlich eingreifen. Vielen Dank.

Im Namen
des JENISCHEN BUNDES IN DEUTSCHLAND e.V. (JBiD)
der UNION der JENISCHEN MINDERHEIT in EUROPA i.Gr. (UJME)
den Hinterbliebenen der JENISCHEN Opfer
der Überlebenden JENISCHEN ….

Timo A. Wagner
Vorsitzender General-Sekretär des BUNDESRATS des JBiD e.V.
Stimmberechtigtes Mitglied im EUROPARAT der UJME i.Gr.