Sekretariat für Öffentlichkeitsarbeit & Presseservice im Bundessekretariat d. J/B/i/D e.V.:

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Offizielle Presse-Erklärungen:

 

"Mahnmal für die von den ..."
Autor: Bundes-Sekretariat
Datum: 7.12.2007 22:08

 

Presse-Erklärung zum Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten „Zigeuner“

 

Anlässlich der Gespräche im Bundeskanzleramt am 05. Dezember 2007 um 14.00 Uhr ruft der J/B/i/D e.V. als Vertreter der „Union der Jenischen Minderheit in Europa“ (U/J/M/E) in der BRD gemeinsam mit den vom Verein „schäft qwant“ vertretenen Jenischen Vereinen in Europa erneut alle Beteiligten zur Kompromissbereitschaft in dieser Angelegenheit auf.

Der J/B/i/D e.V., die U/J/M/E e.V. und der Verein „schäft qwant“ vertreten die Auffassung das bei einem Mahnmal das an die Ermordung aller damals als „Zigeuner“ verfolgten Menschen keine Opfergruppe übergangen werden darf, insbesondere da auch die Jenischen explizite Opfer der perfiden Rassenideologie der NS-Verbrecher waren und zu tausenden als so genannte „Zigeuner“ o.ä. in den menschenverachtenden Konzentrationslagern der Nationalsozialisten genau wie alle anderen den „Zigeunern“ zugerechneten Volksgruppen ermordet wurden!

Ein Mahnmal das an diese Gräueltaten und deren Opfern erinnern und den gegenwärtigen und zukünftigen Generationen als Mahnung dienen soll muss historisch korrekt sein und darf kein dieser Opfergruppen erneut diskriminieren.

Es kann und darf nicht zu einem Denkmal für einen einzigen Opferverband, dessen Arbeit oder gar dessen Vertreter umfunktioniert, bzw. für dessen Interessen instrumentalisiert werden und sollte sich daher auf den tatsächlichen Zeitraum der Verfolgungen durch die NS-Schergen von 1933 bis 1945 beschränken und sollte generell auf jegliche Formulierungen verzichten mit denen ein Großteil der Opfer ausgegrenzt werden würde.

Wir rufen deshalb alle Beteiligten eindringlichster Weise zur Kompromissbereitschaft auf und erneuern unsere Bereitschaft für eine Art „runden Tisch“ wo gemeinsam mit allen Beteiligten Opferverbänden nach einer gemeinsamen Lösung in dieser unwürdigen Debatte gesucht werden sollte damit wenigstens die heute noch lebenden Opfer dieser Zeit eine Einweihung dieses Mahnmals noch erleben darf!

Wir werden bei den Gesprächen im BKM einen Kompromissvorschlag zur geplanten Chronologie auf dem Mahnmal übergeben und hoffen damit einen weiteren Beitrag zu einer schnellen Lösung beitragen zu können.

Wir weisen an dieser Stelle auch die Bundesregierung auf Ihre historische Verantwortung gegenüber allen Opfern der nationalsozialistischen Gräueltaten hin der Sie diesen gegenüber auch gleichermaßen Gerecht werden muss.

Im Anschluss an die Gespräche stehen Herr Timo A. Wagner, Vors. General-Sekretär des J/B/i/D e.V. und Herr Venanz Nobel, Vizepräsident d. transnationalen Vereins „schäft qwant“ (Schweiz) gemeinsam der Presse zur Verfügung.