Noch einige Informationen zu den "JENISCHEN", aus der freien "Wikipidia" Enzyklopädie.

Herkunft der "JENISCHEN" ....!

Es gibt unzählige Geschichten über die Herkunft der Jenischen, die man bis heute fast überall dort findet wo auch schon früher die bekannten Lebensräume der Kelten lagen.

Da wird von den berühmten 3 Strömen aus Nordindien berichtet, oder wieder andere behaupten Jenische wären ehemals sesshaffte, die nur die "Lebensart" der ZIGEUNER angenommen hätten.

Die Herkunft oder Entstehung der Jenischen ist immer noch weitestgehend ungeklärt ...

Die These, die Jenischen seien aus der Gruppe der jüdischen Wanderhändler (Chochemer) entstanden, stützt sich auf die Hebraismen in der jenischen Sprache und den in der Tat ja nicht gerade unbedeutenden Anteil an in beiden Gruppen vorkommenden Familiennamen

Diese These ignoriert jedoch die frühen Belege des Wortes jenisch und die älteren Sprachteile der jenischen Sprache. Aber wären die Jenischen erst aus den jüdischen Wanderhändlern entstanden, so bliebe unerklärlich, wieso diese wesentliche Teile ihrer existierenden jiddischen Sprache durch alte Teile fremder Sprachen ersetzen sollten. Wahrscheinlicher ist, dass der als Einzelperson reisende jüdische Hausierer manchmal die Gastfreundschaft auf jenischen Lagerplätzen genießen durfte und so dann auch bikulturelle Ehen zustande kamen, die jüdische Familiennamen in die jenische Welt einbrachten.

Andere Thesen zur Herkunft besagen, dass die Jenischen ein aus den Religionswirren des dreißigjährigen Krieges entstandenes Gemisch aus Deserteuren, verarmten Soldaten und der Unterschicht oder eine im Zuge der Bauernkriege (von 1520 bis 1525) aus der Schweiz ausgewanderte Volksgruppe seien.

Hiergegen spricht jedoch, dass die Jenischen fast ausnahmslos katholisch sind und als Gruppe somit vor der Spaltung der Kirche entstanden sein müssen, und dass nur protestantische Gruppen in jener Zeit aus der Schweiz ausgewandert sind. Außerdem tolerierte die katholische Kirche, wie auch beim Brauchtum der Mehrheitsgesellschaft, die Bräuche und Traditionen heidnischen Ursprungs, was den Jenischen deren Weiterführung ermöglichte.

Geschichtliches des JENISCHEN Volkes, und das seit dem Jahre 1250 !

Die Jenischen wurden über die Jahrhunderte stets auch im Kontext des Zeitgeistes der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen. Was sie aber durch all diese Zeitzeugnisse wie ein roter Faden identifiziert, sind drei immer gemeinsam auftretende Phänomene:

Ihr eigenständiges Idiom, das Jenische, das sich zwar in den Jahrhunderten wie jede andere Sprache auch wandelte, aber im Kern und Wesen gleich blieb und bis in das Jahr 1250 dokumentiert ist.

Dass sie sich in Familienverbänden tradieren.

Und dass sie nomadisch leben.

Vom Mittelalter zum 19. Jahrhundert

So galten sie den Gelehrten und Geistlichen des Mittelalters als falsche Bettler und Pilger. Diese Sicht spiegelt sich z. B. wider in den Illustrationen Albrecht Dürers,  in Sebastian Brants Buch „das Narrenschiff“ von 1494, in Martin Schongauers Kupferstich „Leben auf der Landstraße„ von 1470, sowie Martin Luthers „Liber Vagatorum“ (Untertitel: „von der falschen Bettler Büberei“), erschienen im Jahre 1510

Beim aufkommenden Zunftwesen konnten die traditionellen Handelsnomaden, Wanderarbeiter ihre Gewerbe nicht mehr legal betreiben und mussten vor den Städten ihre Zelte aufschlagen. Auch wurde es ihnen nur noch erlaubt in Nischentätigkeiten ihrer vorherigen Berufe zu arbeiten.

So wurden aus Kupferschmieden Kesselflicker, aus Zinngießern Verzinner und aus den Messerschmieden Scherenschleifer. In der schweizer Stadt Chur sind noch zwei Straßen nach ihren Lagerplätzen und Tätigkeiten benannt. Seit dem 16. Jahrhundert trafen sich die Jenischen in der Kleinstrepublik Gersau am Vierwaldstättersee zu ihrer  alljährlichen „Fekker- Chilbi “, welche ihnen temporäre Gewerbefreiheit gewährte und die,  abgesehen von den durch den Anschluss Gersaus an die Schweiz, erzwungenen, Unterbrechungen im 19. und 20. Jahrhundert, bis heute stattfindet.

Diese durch Jenische und Sesshafte geschaffene Handelssymbiose hat beispielhaft in der 1973 gegründeten „Fete de la Brocante“ in le Landeron auch ein modernes Pendant. Auch als Nachrichten- und Heiratsvermittler waren die Fahrenden (Jenische) vor dem Aufkommen moderner Kommunikationsmittel unentbehrlich, was ihnen aber zu Kriegszeiten dann ja auch den Ruf eintrug, Spione zu sein.

Ihre unter anderem auch aus solchen missgünstigen Schlussfolgerungen resultierende öffentliche Zurückhaltung bei politischen Fragen wurde ihnen dann wiederum negativ ausgelegt als eine werthaltungsfreie und meinungslose Lebensführung. Dieser „Circulus diaboli“ ist einer der Mechanismen des Antiziganismus.

Nach dem dreißigjährigen Krieg, in der Mitte des 17. Jahrhunderts, wurden dann viele Jenische in Dörfern angesiedelt. Diese Praxis wiederholte sich in den 1850er -Jahren in der Schweiz als Zwangseinbürgerungen. Basierend auf dem damals extra geschaffenen Gesetz betreffend die Heimatlosigkeit, wurden in dieser Zeit die Jenischen in der Schweiz  einem Verhör unterzogen und je nach daraus gefundenen verwandtschaftlichen Beziehungen einer Gemeinde zwangsweise als Bürger zugeteilt.

Der Zwang bezog sich aber nicht auf die jenischen Familien, sondern auf die Gemeinden, welche sich oftmals mit juristischen Mitteln gegen die Zwangseinbürgerungen zu wehren versuchten. Viele Jenische waren damals froh, endlich ein Heimatrecht zu besitzen, da sie so endlich in den Besitz der für ihre Lebensweise wichtigen Heimatscheine kamen. Da reichere Gemeinden und Städte sich bei den Bundesbehörden mit Rekursen besser gegen diese Zuteilungen wehren konnten, erfolgten die Zuteilungen weitgehend in die armen und entlegenen Gebieten, so z.B. in den Sumpfgebieten der Linthebene und in Bergdörfern des Kantons Graubünden

Die Liste der jenischen Dörfer illustriert das Vorgehen der Schweizer Behörden. Diese Sesshaftmachungen dürften später irrtümliche Theorien der Entstehung der Jenischen begünstigt haben (siehe oben).

Im 18. Jahrhundert verfolgte man sie als Gauner- und Räuberbanden, da sie ja wie diese ohne festen Wohnsitz in Wäldern lebten. Zu dieser Zeit gesellten sich auch viele der so genannten Chochemer, heimatlose Juden, zu den letzten Vertretern des „Fahrenden Volkes“! Es waren Juden, die wegen Kontingent-Regelungen als Überzählige kein Bleiberecht in den Ghettos mehr hatten und nun auch als Wanderhausierer übers Land zogen  (siehe H. Graetz).

In dieser Zeit gelangten viele hebräische Worte in den jenischen Wortschatz. In dieser Zeit trafen sie auch auf fahrende Sinti. Da die Schmälamar, wie die Jenischen die Sinti nennen, aber unter sich bleiben wollten, gibt es nur wenige Lehnworte aus der Zigeunersprache.

Das 20. Jahrhundert jenischer Scherenschleifer

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren, u.a. wegen der oben beschriebenen Sesshaftmachungen, reisende Jenische nicht mehr ganz so zahlreich wie im Mittelalter. Sie lebten als Korbmacher, Scherenschleifer, Kesselflicker und auch als Schirmflicker. Als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Industriewirtschaft immer mehr ausbreitete, ging die Nachfrage nach ihrem überlieferten Handwerk zurück. Sie machten aus der Not und Ironie ihres Schicksals eine Tugend und wurden Antiquitäten-, Schrott- und Altwarenhändler. Obwohl sie von den Kommunisten als gesellschaftlich nicht integrierbares Subproletariat betrachtet wurden, fanden sie in den 1920er-Jahren in den Schriftwerken der Anarchisten (u.a. bei Erich Mühsam) und Nonkonformisten geschichtliche Anerkennung als „lebendes Beispiel einer autonomen und unkonventionellen Gegengesellschaft“. Dieser Lebenswandel wurde ihnen in der Nazizeit, unter anderem, zum Verhängnis.[Bearbeiten]

Europaweit wurden im NAZI-TERROR Unzählige (!)  JENISCHE ermordet ....!!!

Deutsches Reich und die Nazi-Zeit

Obwohl im Nationalsozialismus Publikationen und Schriftreihen des Reichsgesundheitsamtes und der „Rassentheoretiker“ Robert Ritter und Eva Justin die Jenischen als mit den Roma und Sinti ethnisch nicht verwandte Gruppe darstellten, wurden die jenischen Menschen als so genannte „Zigeunermischlinge„ oder „Asoziale“ verfolgt, in Konzentrationslager deportiert und vielfach ermordet. Im Weltbild der Nationalsozialisten widersprachen „Mischlinge“ noch stärker der Vorstellung einer „reinen Rasse“ als die von ihnen zu „minderwertigen“, aber “reinrassigen“ Menschen erklärten Personen, weshalb sie jenische Menschen teilweise noch schlechter behandelten als Sinti und Roma. Die im Jahr 2004 angenommene Dissertation über „Die Verfolgung der sozio-linguistischen Gruppe der Jenischen … 1934 – 1944“[1] stellte die erste wissenschaftliche Aufarbeitung dar, die im Rahmen einer deutschen Universität die Verfolgung der Jenischen während des Nationalsozialismus dokumentiert!

Das „Hilfswerk Kinder der Landstrasse“

Die Geschichte der Jenischen ist vor allem in der Schweiz ein viel diskutiertes Thema, da dort von den 1920er bis in die 1970er-Jahre jenische Kinder durch das „Hilfswerk Kinder der Landstrasse“ zwangsweise von ihren Eltern getrennt wurden, um das Jenische zu bekämpfen und die Leute im Staatssinne zu disziplinieren. Viele Jenische wurden in diesem Zeitraum zwangssterilisiert. Man kann davon ausgehen, dass nach heutigem Recht der Straftatbestand des Völkermords [2] erfüllt ist. Obwohl solche Verbrechen nach Ansicht von Experten nicht verjähren, erfolgte bis heute keine offizielle juristische Aufarbeitung. Die jenische Schriftstellerin Mariella Mehr hat mehrere Bücher zu dieser Thematik verfasst. Heute gelten die Jenischen in der Schweiz als nationale Minderheit und in Österreich als Volksgruppe.

Gesellschaftsform & Kultur der "JENISCHEN"

Sozialleben und Stammestraditionen. Die Jenischen kennen als Volk keine Hierarchie, die sich auf Stammestraditionen oder Sippen gründen. Vielmehr ist jeder Jenische ein „pares inter pares“, ein sich selbst Bleibender unter Gleichen. Auch kulturell oder familiär begründete Rollenverteilungen zwischen weiblichen und männlichen Personen sind den Jenischen seit alters her fremd. Respekt gilt es den älteren Menschen der Gruppe zu erweisen und von jenen fürs Heute zu lernen. Religionszugehörigkeiten oder Gesinnungsbekundungen waren und sind zumeist Schutzmäntel in totalitären und ideologisierten Räumen, unter denen man seinen über die Jahrhunderte gewachsenen Gruppenanarchismus leben konnte. Durch Menschen aufgestellte Regelwerke, Gesetze und Prinzipien, die Anspruch auf Gemeingültigkeit erheben, erscheinen ihnen suspekt und dem Mysterium des Daseins und der Vielfältigkeit der Situationen nicht gerecht zu werden. Versuche, die Jenischen auf eine Leistungsgesellschaft zu konditionieren oder bürgerlich zu sozialisieren, waren aus diesen Gründen stets zum Scheitern verurteilt. Vielmehr strebten die Jenischen nach Autonomität im Wirtschaftsverhalten und so fanden sie wie das Wasser einen Weg, ihre Eigenart über die Zeiten zu bewahren.

Jenische Sprichwörter wie: 'Es gibt keinen Weg, nur gehen...' 'Wenn ich es gefunden habe, weiß ich was ich suche.' 'Ich muss nichts werden und brauche nichts bleiben.' veranschaulichen diese Geisteshaltung. Die Gründe oder Mechanismen, wie es zu dieser Gesinnung kam, mögen sich erklären in einer heute weit verbreiteten Annahme, die Jenischen seien eine während oder nach Zivilisierungsprozessen entstandene Gegengesellschaft der sich nicht ein- und unterordnenden Volkselemente einer zuvor freieren Gesellschaft. Die weiteren innerhalb der Gruppen wirkenden Entstehungsprozesse dieser alternativen Lebensart, innerhalb einer etablierten Sozialstruktur versucht die Soziologie mit den Erkenntnissen der Autoorganisation sowie Systemtheorie zu erklären. Dass sich diese systemfremde, in sich geschlossene und selbstregulierende ethno-soziale Gruppe in einem ihr feindlich gesinnten Milieu behaupten kann, wird mit Hilfe von Methoden der Kybernetik erörtert.

Die Folklore der jenischen Kultur ist gekennzeichnet durch ihren peripatetischen Lebenswandel und spiegelt auf prägnant-allegorische Weise das Los des zwischen den Welten Wandernden dar. Charakteristische Spruchprosa wie „ein Ei, ein Bein, ein Totenbein„ die den Schicksalsweg des Jenischen beschreiben, finden in zeitgenössischen Darstellungen über Jenische ihre Bestätigung (s. Abb.)[Bearbeiten]

Kunsthandwerk

Das kunsthandwerkliche Geschick der Jenischen erschöpft sich nicht nur in aufwändig hergestellten Korbwaren und Schnitzereien sondern prägen auch ihre Interpretationen von geflochtenen Stühlen, Bugholz- und Rattanmöbeln, die sie hausierend und auf Märkten verkaufen. Das Museum der Kulturen Basel besitzt eine umfangreiche Sammlung jenischer Kunsthandwerksarbeiten, die vor allem auf die intensive Zusammenarbeit des Museums mit Engelbert Wittich zurückgeht, in der permanenten Ausstellung jedoch leider nicht zu sehen ist. In Frankreich und den Benelux-Staaten sind sie unentbehrliche Produzenten von künstlerischen Zinn- und Kupferwaren. Mittlerweile wohl ausgestorben sind alte jenische Kunsthandwerke wie das Glockengießen. Das Todesregister der Gemeinde Vaz/Obervaz weist in der Zeitspanne 1892 bis 1905 neben je 2 Geschirrhändlern und Hausierern noch einen Glockengießer nach (Quelle: Webseite der Gemeindeschule Vaz/Obervaz).

Jenische Künstler

Als Künstler werden sie seit Generationen vor allem als Gaukler, Komödianten, Musiker und Marionettenspieler geschätzt. In alemannisch-bayrischen Gebieten sind sie in lokalen Kreisen als Löffel- und Handorgelspieler sprichwörtliche Berühmtheiten (Schacher-Seppeli).

Die wohl bekannteste jenisch-jüdische Künstlergruppe waren die Marx Brothers. Die Vorfahren mütterlicherseits waren Schausteller in Norddeutschland. Der Großvater hausierte als Schirmflicker und trat als Bauchredner auf. Um 1880 wanderte die Familie nach New York aus. Der Großvater väterlicherseits zog im Elsass in einem Holzwohnwagen übers Land. Groucho und Harpo Marx schildern in ihren Autobiografien die familiären Ursprünge als prägende Einflüsse.

Der jenische (Rock-)Chansonnier Stephan Eicher wurde im deutschsprachigen Raum in den 1980ern bekannt mit der NDW-Chartsingle Eisbär, danach europaweit mit diversen Alben, Tourneen und Nummer-Eins-Hits in Frankreich und der Schweiz. Seit den 1990ern ist er vor allem in Frankreich ein Star.

Zu der "JENISCHEN" Sprache, dem "JENISCH".

Die Folklore der jenischen Kultur ist gekennzeichnet durch ihren peripatetischen Lebenswandel und spiegelt auf prägnant-allegorische Weise das Los des zwischen den Welten Wandernden dar. Charakteristische Spruchprosa wie „ein Ei, ein Bein, ein Totenbein„ die den Schicksalsweg des Jenischen beschreiben, finden in zeitgenössischen Darstellungen über Jenische ihre Bestätigung (s. Abb.)[Bearbeiten]

Verwandte Sprachen und Idiome

Nicht zu verwechseln ist das Jenische mit dem Soziolekt der Schausteller und Zirkusleute, welcher sich vor allem aus Wörtern des Deutschen, Jenischen und Romani zusammensetzt. Die spanischen Quinqui, die mit den Jenischen ethnisch-soziologisch verwandt sind, haben Elemente in ihrer Sprache, dem sogenannten Germania Argot, die auf das Jenische zurückgehen.

Die Sprecher, die Jenischen, sind eine eigenständige Gruppe und anders als oft vermutet, keine Sinti oder Roma. Die Jenischen sind traditionell Hausierer, Kesselflicker, Scherenschleifer, Bürstenmacher, Schrotthändler, Schausteller und Artisten. Da man einen keltischen Ursprung ihrer Sprache vermutet, werden die Jenischen manchmal als Nachfahren eines sehr alten, nomadisch lebenden Volkes angesehen.

Da die Jenischen oft in ihrer Umgebung gut verwurzelt waren und Kontakte zu anderen Händlern pflegten, wurden Varianten des Jenischen im südwestlichen Deutschland bis vor einigen Jahren als Handelssprache von Viehhändlern und Metzgern benutzt. Einige ältere Händler und Metzger beherrschen diese Sprache heute noch.

Im Gegensatz zu vielen Behauptungen wird Jenisch noch von jungen Menschen gelernt; sie nehmen einzelne Wörter der jenischen Sprache in die Jugendsprache auf. Ebenso ist vermehrt der Zugriff von den "Jungen" Jenischen auf die alte Sprache unseres Volkes zu verzeichnen.

Jenische Schriftsteller

Obwohl das Jenische eigentlich bis heute keine Verschriftlichung kennt, wurde es schon seit langem in persönlichen Briefen, Nachrichten, usw. individuell verschriftlicht. Jenische Schriftsteller bedienen sich üblicherweise in ihren Arbeiten nicht des Jenischen, sondern der Sprache ihres Herkunftslandes. In Deutschland veröffentlichte Engelbert Wittich (1878 - 1937) verschiedene Bücher über die Sinti und die Jenischen, worin er auch jenisch geschriebene Gedichte und Lieder publizierte. Der schweizerische Jenische Albert Minder (1879-1965) publizierte 1948 die "Korber-Chronik", eine Art Sittengemälde der Jenischen in der Schweiz des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Die schweizerische Jenische Mariella Mehr (*1947) wurde durch ihre Schriften über ihre Vergangenheit als Opfer des Hilfswerks Kinder der Landstrasse international bekannt. Der österreichische Jenische Romed Mungenast (1953-2006) publizierte ebenfalls in Deutsch und Jenisch. Die österreichische Jenische Simone Schönett (*1972) verarbeitete in ihrem Roman "Im Moos" ihre Kindheit in Oesterreich. Der schweizerische Jenische Peter Paul Moser (1926-2003) veröffentlichte im Eigenverlag eine dreibändige Autobiographie mit vielen Reprints von Dokumenten aus seiner Akte als Opfer des Hilfswerks Kinder der Landstrasse. Der schweizerische Jenische Venanz Nobel (*1956) publiziert in deutscher Sprache Zeitungsartikel und Buchbeiträge über die Geschichte der Jenischen und jenisches Leben heute.

Verwandte Völker der "JENISCHEN"......

Ähnliche Gruppen gibt es auch in anderen Ländern, so z. B. die spanischen Quinqui, die mit den Jenischen ethnische Gemeinsamkeiten haben und die Tinkers, die ihnen soziologisch ähneln. Auf internationaler politischer Ebene werden sie meist zusammen mit diesen Gruppen unter dem Überbegriff „Travellers“ oder „gens de voyage“ zusammengefasst, z.B. im European Roma and Traveller Forum, einer dem Europarat assoziierten NGO in Straßburg. Auch werden sie in der Antiziganismus-Forschung als Opfer anerkannt und einbezogen.

Fremdbezeichnungen für die "JENISCHEN".....

Der Begriff Jenische taucht zwar in der Literatur seit dem Mittelalter immer wieder auf. Trotzdem verwendet ihn die Mehrheitsgesellschaft eher selten. Sogar in der Schweiz, wo in der Folge des Skandals um das Hilfswerk Kinder der Landstrasse der Begriff Jenische die bislang größte Verbreitung in den Medien fand, werden in der Umgangssprache viele alte Fremdbezeichnungen weiter verwendet. Die Behörden der Schweiz verwenden heute meistens den Begriff Fahrende nicht nur, um das politisch verpönte Wort Zigeuner zu umgehen, sondern auch als falsches Synonym für die Jenischen.

Viele Fremdbezeichnungen haben einen pejorativen Charakter. Auch scheinbar „wertneutrale“ Bezeichnungen (z.B. die Verwendung eines Berufsbegriffs wie „Besenbinder“ als Bezeichnung des Volkes) werden meist durch Satzzusammenhang, Mimik und Intonation zu abwertenden Umschreibungen. Die Fremdbezeichnungen haben ihren Ursprung oft entweder in einer Sinnverbindung zur nomadischen Lebensweise oder zu einem von Jenischen ausgeübten Gewerbe.

Hier einige Beispiele:

DEUTSCHLAND:

Frankreich:

Italien:

Österreich:

Schweiz:

Organisationen der Jenischen......

Obschon verschiedene alte jenische Gewährsleute von Vereinigungen der Jenischen aus Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts berichten, konnten bislang keine schriftlichen Quellen dazu gefunden werden. Erst nach den öffentlichen Protesten gegen das Hilfswerk Kinder der Landstrasse entstanden in der Schweiz auch erste jenische Organisationen. Die Radgenossenschaft der Landstrasse wurde 1975 gegründet und hat seit den 1980er-Jahren in der Schweiz den Status einer staatlich anerkannten Dachorganisation der Fahrenden.

Die Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum wurde 1984 gegründet mit dem Ziel, in Zusammenarbeit von Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz Kulturtage zu organisieren und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Die Organisation Naschet Jenische ist eine Selbstorganisation von Opfern des sogenannten Hilfswerk Kinder der Landstrasse. Sie handelte mit den Schweizer Behörden Wiedergutmachungszahlungen und Akteneinsichtsrechte für die Betroffenen aus. Der Verein Schinagel hat sich zum Ziel gesetzt, mittels neuer Berufsbildungsprogramme an neue wirtschaftliche Umgebungen angepasste fahrende Lebensweisen zu ermöglichen. Der Jenische Kulturverband Oesterreich ist die erste Organisation Jenischer außerhalb der Schweiz. Der Verein der Jenischen e.V. in Singen ist eine Organisation Jenischer in Deutschland. Anfang 2006 wurde in Deutschland eine weitere Organisation gegründet, der Jenischer Bund in Deutschland e.V.! Der Verein Schäft qwant fasst als transnationaler Verein für jenische Zusammenarbeit und Kulturaustausch auf seiner Homepage [3] die nationalen Organisationen der Jenischen zusammen.

Auf die gemeinsame Initiative des JBiD e.V., der Internatioanal Romani Guild und des JKV Österreich e.V. wurde nun die Union der Jenischen (Fahrenden) Minderheit in Europa, kurz UJME,  gegründet.

Hier soll jeder Verband der "Reisenden" im sogenannten "Europa-Rat" eine Stimme erhalten. Ziehl ist hier die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit, der Europa-Politik und die Organisation gemeinsamer Aktionen zur Anerkennung der Jenischen als ethnische Minderheit.

Wir sind "JENISCHE" und wir wollen das auch bleiben!